Neuer VW Jetta (2018): Erste Testfahrt Der Golf mit Rucksack wird sexy

von Thomas Geiger 18.04.2018

Der neue VW Jetta (2018) weckt große Hoffnungen für den US-amerikanischen Markt, erfindet sich dafür neu und ist modern wie nie. Auch, wenn er uns bei der ersten Testfahrt überzeugt: Nach Europa kommt er definitiv nicht!

Damit der neue VW Jetta (2018) auch in Zukunft rund ein Drittel aller Verkäufe in den USA ausmacht, trägt der kleine Bruder des Passat vor allem die Handschrift der Amerikaner. "Wir haben den Jetta neu gedacht und neu gemacht", sagt Produktmanager Daniel Shapiro. Dadurch streift der Jetta das Spießerimage des Golf mit Rucksack erfolgreich ab und präsentiert sich wie aus einem Guss. Zwar wird bei seinem Anblick niemand in Schnappatmung verfallen, doch LED-Scheinwerfer im stolzen Gesicht, scharfe Linien an der schnittigen Flanke und ein knackiges Heck reichen in der Liga von Honda Civic, Hyundai Elantra und Toyota Corolla schon beinahe für einen Schönheitspreis. Viel wichtiger als die Verpackung ist in dieser Klasse aber der Inhalt – und der profitiert maßgeblich vom Wechsel in den Modularen Querbaukasten. Mit den gleichen Komponenten gebaut wie Golf & Co, bietet der neue VW Jetta (2018) auf jetzt 4,70 Metern Länge spürbar mehr Platz als sein Vorgänger.

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Neuer VW Jetta (2018) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW Jetta (2018)

Der neue VW Jetta (2018) macht sich aber auch die viele vornehme Technik der MQB-Basis zunutze. Auch im Rucksack-Golf blickt man nun auf das digitale Cockpit und den großen Touchscreen, zudem gibt es Assistenzsysteme wie die automatische Abstandsregelung und verschiedene Fahrprofile. Die Ledersitze mit integriertem Gebläse kühlen Fahrer wie Beifahrer und zum ersten Mal gibt es eine Ambientebeleuchtung mit zehn Farben. Da der Jetta in den USA kein Senioren- sondern ein Studentenauto ist, locken die Niedersachsen die Jugend mit serienmäßigem Apple Carplay oder Android Audio und gegen Aufpreis mit einem Soundsystem aus dem Hause Beats. Vorerst einziger Motor im Jetta ist ein 1,4-Liter-Benziner mit knapp 150 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment. Zwar gab es den Vierzylinder auch schon im Vorgänger, doch dafür ist die Limousine das erste Auto der Marke, das alternativ zur Sechsgang-Schaltung mit einer Achtgang-Automatik ausgeliefert wird. Seidenweich und ohne jede Aufregung passt sie gut zum ausgesprochen entspannten Fahrverhalten des neuen VW Jetta (2018).

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Vorerst nur 1,4-Liter-Benziner im Jetta (2018)

Der neue VW Jetta (2018) gibt nämlich die brave Familienkutsche, mit der man ganz gelassen durch North Carolina cruisen kann. Und so gemütlich, wie die kleine Limousine mit seinen 250 Newtonmeter Drehmoment beschleunigt und die Elektronik den Wagen bei 180 km/h den Saft abdreht, braucht es auch kein strammeres Fahrwerk und keine direktere Lenkung. Dieses Feld soll schließlich der gut 200 PS starke Jetta GLI abdecken. Zwar ist die Jetta-Ausstattung in den gehobenen Variante tatsächlich Premium, doch weil VW in den USA auch Autos fürs Volk bauen will, machen die Niedersachsen beim Ambiente deutliche Abstriche: Hartplastik, Kunstleder, einfachere Sitze, unverkleidete Federbeine bei der Kofferraumklappe und bisweilen auch noch eine manuelle Sitzverstellung nimmt der Amerikaner für einen Grundpreis von 18.565 Dollar gerne in Kauf. Von den zahlreichen Neuerungen der Limousine werden die Europäer aber nicht profitiere. Setzt Volkswagen in Südamerika, in China und vor allem in den USA große Hoffnungen auf den neuen VW Jetta (2018), wird es das Auto bei uns nicht mehr geben.

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