Kritik an SUV, Verbrenner & Elektroautos: Kommentar Für mehr Toleranz in der Autowelt

von Volker Koerdt 13.11.2019

Die automobile Welt ist in Bewegung: Die SUV stehen in der Kritik, die Elektromobilität polarisiert ebenfalls. Auch die Meinungen dazu werden immer extremer, wie die AUTO ZEITUNG zum Teil in den Leserbriefen feststellt. Kommentar!

Das demokratische Deutschland ist eine liberale Gesellschaft. Wer jedoch die politische Diskussion verfolgt, merkt, dass das Land auseinanderdriftet. Es gibt immer mehr Schwarz-Weiß-Denken, immer mehr extreme Positionen werden bezogen. Die einen möchten die SUV abschaffen, die anderen die Verbrennungsmotoren verbieten. Wir werden zunehmend zu einer Verbotsgesellschaft, Toleranz wird kleingeschrieben. Jeder möchte dem anderen Vorschriften machen. Inzwischen erreichen auch die Redaktion Briefe so mancher Leser, die uns Themen diktieren und andere untersagen wollen. So sollen wir etwa nicht mehr über leistungsstarke SUV berichten, Supersportwagen wegen ihrer Höchstgeschwindigkeit abstrafen und "den Blödsinn" lassen, über Elektroautos zu schreiben. Na klasse: Wenn wir diesen Ratschlägen folgen würden, könnten wir die AUTO ZEITUNG gleich einstellen, weil es nichts mehr zu berichten gibt. Nun freuen wir uns selbstverständlich über Leserbriefe, die sich kritisch und konstruktiv mit unserer Arbeit auseinandersetzen. Doch die AUTO ZEITUNG wird sich weder instrumentalisieren, noch vor einen politischen Karren spannen oder von irgendjemandem ihre Themen diktieren lassen. Das gibt es nur in Diktaturen – zum Glück haben wir hierzulande eine freie Presse. Aufgabe und Anspruch der AUTO ZEITUNG sind es seit nun gut 50 Jahren, über alle Segmente und Modelle im Markt zu berichten. Ganz bewusst hat die AUTO ZEITUNG einen generalistischen Anspruch als Konzept gewählt – das heißt, wir berichten ebenso über Kleinwagen mit 50 PS wie über den Bugatti Chiron mit 1500 PS.

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Kommentar für mehr Toleranz in der Autowelt

Unsere Hauptaufgabe ist es, über alle wichtigen relevanten Themen im Automarkt zu schreiben und vor allem die Fahrzeuge auf ihre Produktqualitäten zu prüfen. Dabei berücksichtigen wir den möglichen Kunden eines Kleinwagens, der sein Auto für Kurzstrecken braucht oder als Zweitwagen nutzt, genauso wie die Käufer, die ihre Autos als Dienstwagen und Businessmodelle fahren. Und natürlich sind uns auch jene wichtig, die einfach Spaß am Auto haben, etwas über Sportwagen lesen wollen oder sich einen leisten können. Auch über SUV berichten wir – es soll schließlich Menschen geben, die ein Auto zusätzlich als Zugfahrzeug benötigen, sei es um einen Anhänger zu ziehen oder einen Caravan anzudocken. Schließlich gibt es nicht nur eine Wahrheit oder eine Lösung für alle Probleme. Für wen welches Auto am besten passt oder welche Antriebsform die richtige ist, hängt immer auch vom persönlichen Profil und vom Nutzen ab. Wer lange Strecken fährt, ist mit einem E-Auto nicht gut beraten – hier sind immer noch die Dieselfahrzeuge mit moderner Euro-6d-Temp-Einstufung die erste Wahl. In Städten und im urbanen Umfeld machen dagegen die Elektroautos mehr Sinn. Was die einzelnen Fahrzeugsegmente betrifft, so bin ich nach wie vor der Meinung, dass wir in einer freien Gesellschaft immer noch das Recht haben zu wählen, was wir fahren und kaufen wollen. Und so bekennt sich die AUTO ZEITUNG nicht nur zum Auto als Fortbewegungsmittel von A nach B, sondern auch zu dessen Faszination – ihr wollen wir ebenfalls weiterhin Rechnung tragen. Dazu stehen wir. Eine Zensur werden wir nie akzeptieren.

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