Illegale Autorennen: Harte Strafen für Raser (Update!) Lebenslange Haft bei illegalem Rennen?

von Lena Reuß 22.06.2017
Inhalt
  1. Haftstrafen für Raser bei illegalen Autorennen
  2. Mord-Urteil für zwei Raser
  3. Strafen könnten an Einkommen angepasst werden

Teilnehmer an illegalen Autorennen und Raser müssen künftig mit härteren Strafen, teilweise sogar mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Ein neuer Fall in Mönchengladbach heizt die Debatte zusätzlich an: 73 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage befanden, dass eine Mord-Anklage bei einem illegalen Rennen mit Todesfolge gerechtfertigt sei.

Über härtere Strafen füt Raser, Drängler, Teilnehmer an illegalen Autorennen und anderen Verkehrssündern wird bereits seit Längerem diskutiert. Dabei stehen sogar Haftstrafen von mehreren Jahren im Raum. Erst am Freitag, den 16. Juni, kam es bei einem illegalen Rennen in Mönchengladbach wieder zu einem schweren Unfall. Ein 38-jähriger Fußgänger erlag seinen Verletzungen, nachdem ein 28-jähriger Raser ihn bei einem Rennen durch die Innenstadt erfasst hatte. Dieser Vorfall heizt die Debatte erneut an. Viele Staatsbürger halten eine Anklage wegen Mordes, wie es Anfang des Jahres in Berlin ausgesprochen wurde, in einem solchen Fall für durchaus gerechtfertigt. Das ergab eine Umfrage der Sparkassen Direktversicherung. 73 Prozent der Befragten halten die Verurteilung wegen Mordes demnach für "sehr gut und völlig richtig". Dem Rennfahrer könnte damit eine lebenslange Haftstrafe drohen. Die Gesetzgebung sieht für die Zukunft ebenfalls härtere Strafen vor, aber keine Mordanklage: Wer ein illegales Rennen veranstaltet oder daran teilnimmt, soll sich in Zukunft auf Haftstrafen von bis zu zwei Jahren einstellen müssen. Kommt es zu schweren Verletzungen oder Todesfällen infolge eines illegalen Autorennens, stehen bis zu zehn Jahre Haft im Raum. Auch Raser, die die das zulässige Tempo grob überschreiten und damit andere gefährden, sollen dann ebenfalls bis zu zwei Jahre Haft drohen. Darauf haben sich Union und SPD bereits vor einigen Wochen verständigt. Hintergrund ist der Vorstoß des Bundesrates, der vor einiger Zeit einen Gesetzesentwurf dazu auf den Weg gebracht hatte. Aktuell steht auf eine Renn-Teilnahme ein Bußgeld von 400 Euro und ein Monat Fahrverbot. Seit dem 21. Juni berät ein Rechtsausschuss des Bundestags über die Gesetzesänderung.

Raser in Hamburg gestoppt (Video):

 
 

Haftstrafen für Raser bei illegalen Autorennen

Auch das Hagener Landgericht beschäftigt sich derzeit mit einem illegalen Autorennen: Zwei Männer müssen sich wegen der Teilnahme verantworten. Die Raser hatten bei ihrem Rennen einen schweren Unfall gebaut und dabei fünf Personen, darunter zwei Kinder, verletzt. Ende Februar hatte ein Urteil des Landgerichts Berlin für Aufsehen gesorgt. In dem Prozess wurden zwei Teilnehmer eines illegalen Autorennens wegen Mordes verurteilt. Die Angeklagten überfuhrten in der in der Nacht zum 1. Februar des vergangenen Jahres gleich mehrere rote Ampeln. Während der eine Teilnehmer des illegalen Autorennens gegen mehrere Straßenbegrenzungen prallte, kollidierte der andere mit einem unbeteiligten Jeep, der über Grün fuhr. Während die beiden Raser kaum verletzt wurden, kam der am Rennen unbeteiligte Fahrer des Jeeps ums Leben. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete deswegen: Mord. Das Landgericht folgte der Anklage und verurteile die beiden Raser wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen. Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, könnte es der erste Schritt in Richtung härterer Strafen für Raser sein.

Bußgeldkatalog Neuer Punktetacho Flensburg
Aktueller Bußgeldkatalog und Punkte (2017)  

Darauf stehen Punkte und Bußgeld

 

Mord-Urteil für zwei Raser

Auf der Innenministerkonferenz am 29. September 2016 sollte bereits über höhere Bußgelder und Haftstrafen für Raser bei illegealen Autorennen diskutiert werden, doch das Bundesjustizministerium zögert noch. "Wer ganz bewusst seinen eigenen Kick auf Kosten unschuldiger Dritter sucht, den erreicht man nicht mit Appellen an die Vernunft, sondern nur mit strafrechtlichen Sanktionen. Der Bundesratsentwurf greift aber noch zu kurz: Der Beweis eines solchen Rennens wird in der Praxis schwierig", erklärt die Rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Elisabeth Winkelmeier-Becker. Die Strafen sollen dabei nicht nur für die illegalen Autorennen angepasst werden, sondern allgemein für Raser und Verkehrssünder.

 

Strafen könnten an Einkommen angepasst werden

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach sich in einem Interview für eine Anpassung der Bußgelder für Raser aus: "Zielführend ist es, Bußgelder bei speziellen Tatbeständen anzupassen - anstatt sie pauschal zu erhöhen." So würden bei Strafen für illegale Autorennen oder der Nutzung von elektronischen Geräten während der Fahrt die Bußgelder derzeit bereits gezielt erhöht. Informationen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" zufolge, plane Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) außerdem, die Höhe der verhängten Strafen an das Einkommen der Verkehrssünder anzupassen. So solle sozialer Ungleichheit vorgebeugt werden. Kritiker des Vorschlags, wie Lorenz Caffier (CDU), Innenminister Mecklenburg-Vorpommern, täten diesen Vorschlag jedoch als eine versteckte Reichensteuer ab.

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