Illegale Autorennen: Härtere Strafen für Raser (Update!) Todesraser unter Mordanklage

von AUTO ZEITUNG 11.10.2017

Prozess mit Signalwirkung in Hamburg: Ein Litauer wird wegen Mordes angeklagt, da er den Tod von Verkehrsteilnehmern durch seine rücksichtslose Fahrweise billigend in Kauf genommen hat. Zuvor hatte der Bundesrat härte Strafen für Teilnehmer illegaler Autorennen freigegeben.​

Der Bundesrat hatte im September 2017 entsprechende Neuregelungen getroffen, die deutlich härtere Strafen für Teilnehmer und Veranstalter illegaler Autorennen ermöglichen. Umso größer ist die Signalwirkung, die von einem Gerichtsprozess in Hamburg ausgeht: Hier wird ein Litauer wegen Mordes angeklagt, der im Mai 2017 mit einem gestohlenen Taxi und 140 km/h in ein anderes Taxi gerast sein soll. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, starb der Fahrgast des Unfallgegners noch am Unfallort, sein Fahrer überlebte nur schwer verletzt. Auch wenn es sich nicht um ein illegales Rennen handelte, wirft die Staatsanwaltschaft dem Litauer vor, den Tod von Verkehrsteilnehmern durch seine rücksichtslose Fahrweise billigend in Kauf genommen zu haben. So soll er vor dem Unfall auch schon mehrere rote Ampen mit hohem Tempo überfahren haben. Erschwerend kommt aus Sicht der Staatsanwaltschaft hinzu, dass der Angeklagte ohne Führerschein, ohne Licht  und mit Alkohol im Blut gefahren sein soll. Offenbar war der Litauer mit Diebesgut und Einbruchwerkzeug auf der Flucht.

Raser in Hamburg gestoppt (Video):

 
 

Tod billigend in Kauf genommen: Mordanklage

Sicherheitsexperten begrüßten die Neuregelungen durch den Bundesrat, mahnten aber zugleich mehr Polizeikontrollen an. Die neuen Maßnahmen sehen auch vor, künftig die Autos der Beteiligten eines illegalen Autorennens bei der Strafe miteinzubeziehen. Das Strafmaß soll künftig bis zu zwei Jahren Haft betragen, im Falle einer schwerwiegenden Verletzung oder eines Todesfalles bis zu zehn Jahre. Bislang sieht das Gesetz ein Bußgeld von 400 Euro und einen Monat Fahrverbot vor. Über härtere Strafen füt Raser, Drängler, Teilnehmer an illegalen Autorennen und anderen Verkehrssündern wird bereits seit Längerem diskutiert: So halten viele Bürger eine Anklage wegen Mordes, wie es Anfang 2017 in Berlin ausgesprochen wurde, in einem solchen Fall für durchaus gerechtfertigt, wie eine Umfrage der Sparkassen Direktversicherung ergab. 73 Prozent der Befragten halten die Verurteilung wegen Mordes demnach für "sehr gut und völlig richtig".  

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Haftstrafen für Raser bei illegalen Autorennen

Der zum Zeitpunkt des Bundesratsentschluss noch amtierende Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Strafverschärfung dringend erforderlich. Illegale Rennen seien "russisches Roulette auf deutschen Straßen", bei dem die Täter das Leben anderer aufs Spiel setzten. "Wir müssen alles tun, um diesen Irrsinn zu stoppen und die Menschen vor solchen Verrückten zu schützen." Wahnwitzige Rennen auf Autobahnen und in Städten bringen immer wieder Menschen in Gefahr. Im März hatte das Landgericht Berlin bundesweit erstmalig zwei Raser des Mordes schuldig gesprochen. Bei ihrem Rennen starb ein 69-Jähriger. Auch in Mönchengladbach war es zuvor zu einem schweren Unfall gekommen. Ein 38-jähriger Fußgänger erlag seinen Verletzungen, nachdem ein 28-jähriger Raser ihn bei einem Rennen durch die Innenstadt erfasst hatte. Und auch das Hagener Landgericht beschäftigte sich 2017 mit einem illegalen Autorennen: Zwei Männer müssen sich wegen der Teilnahme verantworten. Die Raser hatten bei ihrem Rennen einen schweren Unfall gebaut und dabei fünf Personen, darunter zwei Kinder, verletzt.

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