Was kostet eine MPU? So ist der Ablauf einer MPU! Wichtige Tipps zur MPU

von Julian Islinger 08.04.2017
MPU-Untersuchung
© AUTO ZEITUNG
Inhalt
  1. Was kostet eine MPU?
  2. Wann droht eine MPU?
  3. Kann man eine MPU durch eine höhere Geldstrafe abwenden?
  4. Trotz MPU-Anordnung mit ausländischem Führerschein in Deutschland fahren?
  5. Für MPU immer teurer Vorbereitungskurse notwenig?
  6. Wie ist der Ablauf einer MPU
  7. Frist abgelaufen: Nach wie vielen Jahren muss der Führerschein komplett neu gemacht werden?

Was kostet eine MPU und wie ist der Ablauf einer MPU (Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung)? Das sind die beiden wohl meistgestellten Fragen im Zusammenhang mit dieser von der Zulassungsbehörde verordneten Maßnahme. Hier unsere Informationen und einige Tipps, was genau eine MPU ist. Eine Garantie für eine erfolgreiche MPU gibt es allerdings nicht.

Die meisten Autofahrer verbinden das Wort "MPU" (Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung) mit Angst. Angst für immer ohne Führerschein zu sein, Angst den Job zu verlieren. Und: Die wenigsten Betroffenen reden über die Schmach zum "Idiotentest" (Volksmund) zu müssen. Grundsätzlich ist eine verordnete MPU ein schwerwiegender Eingriff in den persönlichen Gestaltungsfreiraum, denn Sie dürfen nicht mehr Autofahren. Um den Führerschein durch eine positive MPU wieder zu erlangen, müssen einige Hürden genommen werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen in Kürze:

 

Was kostet eine MPU?

Die Kosten einer MPU sind bundeseinheitlich geregelt. Achtung: In diesen Kosten sind die Gebühren für Beratungsgespräche bei spezialisierten MPU-Instituten nicht enthalten.

MPU-Gebühren 
MPU wegen einer oder mehrerer Alkoholauffälligkeiten:402,22 Euro
MPU wegen Punkten im Straßenverkehr (ohne Alkoholauffälligkeit)347,48 Euro
MPU wegen Alkoholauffälligkeit und Punkten im Straßenverkehr575,96 Euro
MPU wegen Drogenauffälligkeit554,54 Euro
MPU wegen Straftat(en)347,48 Euro
MPU wegen Drogenauffälligkeit und Punkten728,28 Euro
MPU wegen Drogen- und Alkoholauffälligkeit755,65 Euro
 

Wann droht eine MPU?

Eine medizinisch-psychologischen Untersuchung wird meist nach einem Führerscheinentzug verordnet, kann einen aber auch bereits nach mehreren Verstößen gegen die STVO oder durch Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss ereilen. Ist man als Gewohnheitskonsument von Drogen oder Alkohol bekannt, kann der Führerschein auch unabhängig davon, ob man tatsächlich Auto gefahren ist, entzogen werden und eine MPU zur Wiedererlangung erforderlich machen. Bei Straftaten, die eine Vermutung der Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen nahelegen, gilt eine MPU ebenfalls als sehr wahrscheinlich, letzten Endes liegt eine solche Anordnung aber im Ermessen der verantwortlichen Führerscheinstelle.

Fahrverbot bei kaputtem Tacho abwenden (Video):

 
 

Kann man eine MPU durch eine höhere Geldstrafe abwenden?

Anders als bei einem Fahrverbot kann eine MPU nicht durch eine höhere Geldbuße abgewendet werden. Die klare Antwort lautet daher: Nein. Wer einmal zu einer MPU verdonnert wurde, kann diese nicht durch höhere Zahlungen umgehen.

 

Trotz MPU-Anordnung mit ausländischem Führerschein in Deutschland fahren?

Auch hier wird keine Ausnahme gemacht. Wer trotz MPU-Anordnung mit einem ausländischen Führerschein erwischt wird, macht sich einer Straftat schuldig, nämlich dem Fahren ohne Fahrerlaubnis. Also lautet auch hier die Antwort: Nein.

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Für MPU immer teurer Vorbereitungskurse notwenig?

Bei Alkohol- und Drogen-Fahrten empfiehlt sich die Begleitung durch einen zugelassenen Arzt und ein zertifiziertes Institut (DEKRA, AVUS, TÜV etc …) in der jeweiligen Region. Die Voraussetzungen eine MPU bei Alkohol- oder Drogenkonsum zu bestehen sind ehrlicherweise sehr hoch – aber nicht unüberwindbar. Die Kosten für Begleitmaßnahmen können regional unterschiedlich hoch sein. Bei Verstößen gegen die STVO (z.B.: Raserei, Nötigung, gefährliches Überholen, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Gewalt) ist eine MPU allerdings auch durchaus erfolgreich ohne die Inanspruchnahme einer teuren Beratung zu bestehen. Vom Verkehrssünder wird jedoch erwartet, dass er sein Fehlverhalten in vollem Umfang erkennt und reflektiert. Er muss erklären können, warum er in den im vorgeworfenen Punkten falsch reagiert hat. In sehr vielen Fällen finden sich Erkenntnisse in der Persönlichkeitsstruktur des Verkehrssünders. Er muss Lösungswege aufzeigen, wie er künftig in kritischen Situationen im Straßenverkehr reagiert und deeskaliert. Tipp: Relativierungen des eigenen Fehlverhaltens ("Die anderen fahren ja auch so, oder schlimmer") und Beschwichtigen werden keine positive MPU zur Folge haben. Allerdings bieten lokale Beratungsstellen auch für eine wegen STVO-Vergehen angeordnete MPU Kurse und Hilfestellungen an.

 

Wie ist der Ablauf einer MPU

Die MPU besteht im Grunde aus vier gleichwertig wichtigen Teilen: 1. Einem umfangreichen Fragebogen. 2. Verschiedenen Leistungstest, die an einem Computergerät zu absolvieren sind. 3. Medizinische Untersuchung durch einen Arzt, der sich im Gespräch einen Einblick in die gesundheitliche Vorgeschichte des MPU-Prüflings verschafft und die entsprechenden Laborproben nimmt. 4. Psychologisches Gespräch. Bei Alkohol- und/oder -Drogenfahrten müssen über einen gewissen Zeitraum Proben abgegeben werden, die über den Alkohol- und Drogenkonsum Aufschluss geben. Es gilt hier die 0,0-Toleranz-Grenze.

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Frist abgelaufen: Nach wie vielen Jahren muss der Führerschein komplett neu gemacht werden?

Die MPU ist zwar verpflichtend, um die einmal entzogene Fahrerlaubnis wiederzuerlangen, man kann allerdings nicht zu ihr gezwungen werden. Das Absolvieren einer MPU geschieht daher auf freiwilliger Basis. Das sorgt natürlich dafür, dass manch einer lieber gleich ganz auf das Fahren verzichtet, statt sich der peinlichen MPU zu unterziehen. Kommt nach Jahren dann doch wieder der Bedarf nach seinem Führerschein auf, stehen die Fragen im Raum: Kann eine angeordnete MPU verjähren? Oder muss nach einer bestimmten Frist der Führerschein komplett neu gemacht werden? Im Grunde existiert eine offizielle Verjährung nicht, da Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde rein rechtlich nicht verjähren können. Dennoch kann nach fünf Jahren schuldfreiem Verhalten im Straßenverkehr eine Verjährung der MPU eintreten (Dauer 10 Jahre, bis alle Einträge aus dem Verkehrszentralregister gelöscht sind), die allerdings gleichzeitig einen erneuten Besuch der Fahrschule für das Wiedererlangen des Führerscheins nach sich zieht, der sowohl die theoretische als auch die praktische Fahrprüfung mit einschließt. Für jemanden, der eine MPU verordnet bekommen hat, gibt es also nur zwei Optionen, um seine Fahrerlaubnnis zurück zu bekommen: Absolvieren der MPU oder eine erneute Führerscheinprüfung 15 Jahre nach der MPU-Verordnung.

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