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Alle BMW 5er: E12/E28/E34/E39/E60/F10/G30

Sieben Generationen BMW 5er

Die siebte Generation der BMW 5er-Baureihe vom Typ G30 steht bereits in den Startlöchern. Grund genug, einen Blick auf die einzelnen Baureihen des sportlichen Bayern zu werfen.

Kindheitserlebnisse prägen sich mitunter heftig ein und bestimmen manchmal ganze Jahrzehnte des späteren Lebens. Alles war normal bis zu jenem Zeitpunkt, als der Nachbar mich in seinem BMW 2002 mitnahm. Nun war es passiert: Ich hatte für den kreuzbraven Mercedes Strich-8 meines Vaters nur noch Bezeichnungen wie "müde Gurke" oder "Rentnerfahrzeug" übrig und forderte massiv einen fahrdynamischen BMW. Ende der 1970er-Jahre war es schließlich soweit, ein knallgelber 520i mit dem legendären M10-Vierzylinder und 115 PS Leistung löste den Benz ab und mein automobiles Weltbild stimmte wieder.

Bildergalerie starten: Die BMW 5er-Baureihen

Der neue BMW 5er (G30) im Video:

 

BMW 5er: Baureihe E12 startet 1972

Der 5er der ersten Generation E12 begeisterte die gesamte Familie zudem auf Anhieb derart, dass BMW für die folgenden Dekaden zur Hausmarke wurde. Tatsächlich gab BMW mit dem Start der 5er-Baureihe im September 1972 eine handfeste Antwort auf die Frage, wie eine sportive, fahrdynamische Limousine mit famosen Alltags- und Reisequalitäten auszusehen hatte. Zunächst nur im BMW-Werk in Milbertshofen gebaut, erfolgte von 1973 an die sukzessive Verlagerung der Produktion ins neue Werk in Dingolfing. Die 5er-Familie wuchs in den kommenden Jahren nicht nur um neue Motoren wie den 2,0-Liter-Sechszylinder vom Typ M20, sondern auch um besondere Modelle wie den M535i. Der M535i mit der Typenbezeichnung E12/1S stellte die erste von der BMW Motorsport GmbH (ab 1993: M GmbH) entwickelte Serienlimousine dar. Als Topmodell der 5er-Reihe positioniert, übernahm der famose 3,5-Liter-Reihensechszylinder vom Typ M30, der in seinen Grundfesten bereits seit 1968 existierte, den Antrieb des sportlichen 5ers. Mit 218 PS rannte der M535i satte 222 Stundenkilometer schnell und erledigte den Sprint von 0 auf 100 km/h in gerade mal 7,5 Sekunden. Mit guten Seitenhalt spendenden Sportsitzen sowie einem feinen Sportlenkrad bestückt, signalisierte der M535i auch beim Interieur, dass er den Spagat zwischen Sportwagen und braver Familien-Limousine wagte. Seine sportliche Attitude unterstrich der 43.595 Mark teure M535i zudem mit einem üppig bemessenen Frontspoiler, einer dezenten Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel sowie Dekorstreifen in den traditionellen Farben von BMW Motorsport. Lediglich von April 1980 bis Mai 1981 produziert, entstanden gerade mal 1410 Einheiten des M535i, bevor die erste 5er-Generation im Juni 1981 zugunsten des Nachfolgers E28 eingestellt wurde. Bis dahin waren nicht weniger als 699.094 BMW 5er gebaut worden, der damit zu einem grandiosen Erfolg für die bayerische Automobilmarke wurde. Und nicht zuletzt hatte der M535i bewiesen, dass das Konzept einer Sportlimousine ganz vorzüglich zur Marke wie auch zur Klientel passte. Rückblickend darf er daher als Urvater der legendären M5 gelten.

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Mit der Baureihe E28 kommt 1985 der erste M5

Der erste M5 entstand innerhalb der Nachfolgebaureihe E28 und wurde von 1985 bis 1987 erneut bei der Motorsport GmbH gebaut. Nur mit kleinem Front- und Heckspoiler bewehrt, trat der M5 vom Typ E28S zwar dezenter als der M535i auf, doch dafür klotzte der bis dahin stärkste und schnellste BMW 5er mit feiner Technik. Für potenten Vortrieb sorgte hier der aus dem Supersportwagen M1 entlehnte Reihensechszylinder vom Typ M88/3, der mit 286 PS nicht nur 245 Stundenkilometer ermöglichte, sondern mit 6,7 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h auch vehemente, ja sportwagenartige Beschleunigung bot. Der M88/3-Motor machte denn auch die besondere Faszination des ersten BMW M5 aus, insbesondere deshalb, weil es sich konstruktiv dabei um eine reinrassige Rennsportentwicklung handelte, die im Frühjahr 1976 begann. Basierend auf dem 465 PS starken Sechszylinder-Renntriebwerk M49/3 entstand zunächst ein Versuchsmotor für den BMW M1, der auch erfolgreiche Einsätze in der prestigeträchtigen Gruppe 4 ermöglichen musste. Den Homologationsvorschriften entsprechend wurde für das Basisfahrzeug, den straßenzugelassenen M1, schließlich der daraus abgeleitete Motortyp M88/3, der auf dem Serientriebwerk M30B35 aufbaute, analog zum Rennmotor jedoch einen Vierventil-Zylinderkopf, zwei obenliegende Nockenwellen sowie eine Kraftstoffeinspritzung mit Einzeldrosselklappen besaß – ein echtes Kunstwerk in Sachen Motorenbau, das auch beim M5-Nachfolgemodell der Baureihe E34 in der dritten 5er-Generation für begeisternde Fahrdynamik sorgte.

Marktlage/Baureihe E12 E28 E34 E39
Zustand 2: 29.500 Euro 56.300 Euro 27.900 Euro 6300 Euro
Zustand 3: 17.200 Euro 32.100 Euro 16.100 Euro 3600 Euro
Zustand 4: 6800 Euro 16.200 Euro 11.200 Euro 1900 Euro
Wertentwicklung steigend steigend leicht steigend stagnierend

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Die dritte Generation (E34) bringt 1988 den M5 als Touring

Nachdem die zweite 5er-Generation E28 im Januar 1988 nach immerhin 722.328 gebauten Exemplaren von der Baureihe E34 abgelöst worden war, folgte bereits im August desselben Jahres der neue M5. Wieder sorgte hier der M88-Motor für begeisternden Vortrieb, diesmal mit 3,6 Litern Hubraum und satten 315 PS. Im Rahmen der Überarbeitung des M5 1992 wurde der Hubraum schließlich auf 3,8 Liter aufgestockt, was sich in 340 PS Spitzenleistung niederschlug. Zeitgleich führte BMW den M5 erstmals auch als Touring-Variante ein, die der Limousine hinsichtlich der gebotenen Fahrdynamik in nichts nachstand. Souveräne 250 km/h gingen mit einer Sprintzeit von nur 6,1 Sekunden bis zur 100-km/h-Marke einher, und das stattliche Drehmoment von 400 Newtonmetern bei 4750 Touren kombinierte den drehfreudigen Rennmotorencharakter vortrefflich mit enormer Durchzugsstärke. Als Wermutstropfen darf aus heutiger Sicht lediglich verbucht werden, dass vom begeisternden M5 Touring lediglich 891 Exemplare entstanden und wirklich gute Exemplare mittlerweile sehr rar und teuer geworden sind.

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Baureihe E39 (1995): Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Ein sehr viel breiteres Angebot bietet dagegen die vierte 5er-Baureihe E39, die im Dezember 1995 die Nachfolge des bis heute sehr beliebten E34 antrat. Kennzeichen der neuen 5er-Modelle waren die aerodynamischen Gesichtspunkten unterworfene Karosserie, das zu einem großen Teil aus Aluminiumkomponenten aufgebaute Fahrwerk sowie ein reichhaltiges Motorenangebot, das Sechs- und Achtzylinder-Ottomotoren sowie Vier- und Sechszylinder-Dieseltriebwerke umfasste. Zur Rostvorsorge waren zudem 77 Prozent der Blechoberflächen verzinkt. Zu dieser Zeit befanden sich leistungsstarke und gleichzeitig sparsame Diesel-Triebwerke auf breiter Front auf dem Vormarsch. Doch in dem im März 1996 eingeführten 525tds arbeitete noch der Reihensechszylinder-Wirbelkammer-Diesel vom Typ M51 mit Zweiventiltechnik und 143 PS Leistung. Mit Einführung des 530d im Jahr 1998 leitete BMW eine technologische Wende weg von der betagten Wirbelkammertechnik hin zur leistungs- und verbrauchsfreundlicheren Common-Rail-Technologie ein. So leistete der neue Motor vom Typ M57D30 dank Common-Rail-Einspritzung, zwei obenliegenden Nockenwellen, Vierventiltechnik und Ladeluftkühlung 184 PS und war zum Zeitpunkt der Einführung den leistungsfähigsten Pkw-Dieselmotor. Zwei Jahre später, im Frühjahr 2000, erweiterte BMW die 5er-Palette um die beiden Diesel-Modelle 520d und 525d. Während im 520d ein Vierzylinder arbeitete, besaß der 525d wie der 530d einen M57-Reihensechszylinder-Diesel, jedoch mit 2,5 Litern Hubraum und 163 PS Leistung. Zusammen mit dem Zweiliter- und dem Dreiliter-Motor stand dieses Triebwerk bei BMW für eine Art Zeitenwende hin zu deutlich mehr Leistung und Drehmoment auch beim Diesel, gepaart mit noch geringeren Verbräuchen – für die Freude sowohl am Fahren als auch am Sparen.

Technische Daten BMW M535i (E12) BMW M5 (E28) BMW M5 touring (E34) BMW 525d (E39)
Zylinder R6 R6 R6 R6
Hubraum 3453 ccm 3453 ccm 3795 ccm 2497 ccm
Leistung 218 PS bei 5200/min 286 PS bei 6500/min 340 PS bei 6900/min 163 PS bei 4000/min
Max. Drehmoment 310 Nm bei 4000/min 340 Nm bei 4500/min 400 Nm bei 4750/min 350 Nm bei 2000-2500/min
Getriebe Fünfgang Fünfgang Fünfgang* Fünfgang
Antrieb Hinterrad Hinterrad Hinterrad Hinterrad
0 - 100 km/h 7,5 s 6,7 s 6,1 s 8,9 s
Höchstgeschwindigkeit 222 km/h 245 km/h 250 km/h 219 km/h
Preis/Jahr 43.595 Mark/1981 80.750 Mark/1985 131.000 Mark/1992 32.723 Euro/2000

* ab 1994 Sechsgang

Jürgen Gassebner