Diablo 6.0 GT/911 GT3 (996): Classic Cars

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Lamborghini Diablo 6.0 GT/Porsche 911 GT3 (996)
Lamborghini Diablo 6.0 GT/Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

V12 trifft auf Sechszylinder-Boxer: So unterschiedlich die beiden Sportwagen sein mögen, sind beide Highend-Fahrgeräte der Jahrtausendwende.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Porsche versuchte von 1997 an, mit der Baureihe 996 eine stabile wirtschaftliche Grundlage aufzubauen, um sich in den kommenden Jahren mit Volumenmodellen wie Boxster und Cayenne zu diversifizieren.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Der Porsche 911 GT3 sollte die Carrera RS-Versionen beerben und als Rennsportbasis die GT-Serien dominieren.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Organische Formen und eine fehlende Mittelkonsole prägen den ersten GT3.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Wer über die hohen Sitzwangen der Porsche-Recaros gleitet, findet sich im siebten Ergonomie-Himmel wieder.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

In der Öffnung unter der geflügelten Heckklappe versteckt sich wie gewohnt der Boxer.

Porsche 911 GT3 (996)
Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Roh und ungedämpft kopiert das Fahrwerk den Asphalt ins Gesäß der Insass:innen.

Porsche 911 GT3 (996)/Lamborghini Diablo 6.0 GT
Porsche 911 GT3 (996)/Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Ungleiches Duell? Neben dem Diablo GT wirkt der GT3 wie ein seriöses Alltagsauto.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Der 1990 vorgestellte Lamborghini Diablo durfte in finalen Ausbaustufen als GT noch mal richtig losbrüllen, 2001 folgt der Murciélago.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Der Expressionismus lässt grüßen: Zerklüftetes, extravagantes Heck.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Typisch Diablo: Aufgeräumtes Armaturenbrett, Vielfalt auf dem Mitteltunnel, verlockend schimmernder Schalthebel.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Beim Einsteigen in den Lamborghini Diablo 6.0 GT leiden erst einmal diverse Körperteile. Wie in einem GT-Rennwagen fixieren einen die Sitze in eine Art Liegeposition.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Der Mittelpunkt des Diablo: Der V12-Motor, dieses sechs Liter große Biest, das von einem Ansaugschlund auf dem Dach mit reichlich Luft versorgt wird. Ein Surren des Anlassers weckt die 575 PS (423 kW), mit einem tiefen Grollen fallen sie über die 335er Reifen her.

Lamborghini Diablo 6.0 GT
Lamborghini Diablo 6.0 GT Foto: Wim Woeber

Die ultraflache Frontscheibe und die gebogenen Seitenfenster vermitteln einen surrealen Blick auf die Umgebung, seine breite Karosserie ist unübersichtlich.

Lamborghini Diablo 6.0 GT/Porsche 911 GT3 (996)
Lamborghini Diablo 6.0 GT/Porsche 911 GT3 (996) Foto: Wim Woeber

Es ist nicht einfach, diese beiden Extremsportler zu bändigen – doch schon ein kurzer Versuch birgt Suchtgefahr.

Ende der 1990er war an ein gemeinsames Konzerndach noch nicht zu denken. Dennoch hatten beide Marken mit Porsche 911 GT3 (996) und Lamborghini Diablo 6.0 GT eine ähnliche Idee.

Ein Vergleich zwischen Konzerngeschwistern? In den späten 1990er-Jahren standen die Vorzeichen noch anders, als die beiden Classic Cars Porsche 911 GT3 (996) und Lamborghini Diablo 6.0 GT vom Band rollten. Kaum zu glauben, aber Lamborghini war unter Audi längst Teil von VW, als Porsche 2009 nach einem missglückten Übernahmeversuch wiederum von den Wolfsburger:innen gekauft wurde. Nach chaotischen Besitzerwechseln bei Lamborghini und der allgegenwärtigen kreativen Anarchie in Sant’Agata Bolognese sollte unter Ferdinand Piëchs Regie in der VW-Markenpalette von Bugatti bis 3,0-Liter-Lupo etwas Ruhe einkehren – nur im übertragenen Sinne natürlich.

Der 1990 vorgestellte Lamborghini Diablo durfte in finalen Ausbaustufen noch mal richtig losbrüllen, um dann 2001 dem Nachfolger Murciélago die Bühne zu überlassen. Porsche wiederum versuchte von 1997 an, mit der Baureihe 996 eine stabile wirtschaftliche Grundlage aufzubauen, um sich in den kommenden Jahren mit Volumenmodellen wie Boxster und Cayenne zu diversifizieren. Der Porsche 911 GT3 sollte die Carrera RS-Versionen beerben und als Rennsportbasis die GT-Serien dominieren. Das Rezept: steiferes Chassis, weniger Ballast und Verzicht auf elektronische Hilfsmittel (außer ABS). Damit war der ultimative 996 mit Saugmotor geboren. Der Vergleich zwischen Lamborghini Diablo 6.0 GT und Porsche 911 GT3 (996) ergibt auch deshalb Sinn, weil beide während der Jahrtausendwende Highend-Fahrgeräte diesseits und jenseits der Nordschleife waren. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Porsche 911 GT3 (2021) im Video:

Video Platzhalter
Video: Wesat TV

Lamborghini Diablo 6.0 GT VS. Porsche 911 GT3 (996) im Classic Cars-Vergleich

Wer über die hohen Sitzwangen der Recaros des Porsche 911 GT3 (996) gleitet, findet sich im siebten Ergonomie-Himmel wieder. Bei leicht angewinkelten Armen liegt der schmale Lenkradkranz bestens in den Händen. Nur ein Handgelenk-Zucken entfernt erhebt sich der längliche silberschwarze Schaltknauf, dessen Form gusseiserne Elfer-Fans genauso wie die fünf ineinander verschachtelten Rundinstrumente noch immer nicht verstehen und deshalb als Zeitgeist-Erscheinung einordnen. Mit einem kernigen Dröhnen erwacht der frei saugende, wassergekühlte Boxermotor zum Leben. Der 911 GT3 steht für die Kurvenjagd bereit. Roh und ungedämpft kopiert das Fahrwerk den Asphalt ins Gesäß der Insass:innen. Der Sechszylinder auf der Hinterachse lechzt nach durchgetretenem Gaspedal – erst bei 5000 Umdrehungen schöpft er aus dem vollen Drehmomentkessel. Noch einmal 2200 Touren mehr, und 360 Pferde (265 kW) galoppieren unter Volllast gen Horizont.

Beim Einsteigen in den Lamborghini Diablo 6.0 GT leiden im Vergleich erst einmal diverse Körperteile. Wie in einem GT-Rennwagen fixieren einen die Sitze in eine Art Liegeposition. Die ultraflache Frontscheibe und die gebogenen Seitenfenster vermitteln einen surrealen Blick auf die Umgebung. Und schnell ist klar: Der Mittelpunkt dieses Sportwagens sind nicht seine Fahrer:innen, auch nicht der verlockend schimmernde Schalthebel. Es ist der V12-Motor, dieses sechs Liter große Biest, das von einem Ansaugschlund auf dem Dach des Classic Cars mit reichlich Luft versorgt wird. Ein Surren des Anlassers weckt die 575 PS (423 kW). Mit einem tiefen Grollen fallen sie über die 335er Reifen her, mit bis zu 7300 Umdrehungen brüllt der wildgewordene V12. Seine Vibrationen sind bis in die Rückenlehne zu spüren. Am wohlsten fühlt sich der Diablo auf gut ausgebauten Straßen, denn seine breite Karosserie ist unübersichtlich. Es ist nicht einfach, diese beiden Extremsportler zu bändigen – doch schon ein kurzer Versuch birgt Suchtgefahr.

Technische Daten von Lamborghini Diablo 6.0 GT & Porsche 911 GT3 (996)

Classic Cars 01/2020Lamborghini Diablo 6.0 GTPorsche 911 GT3 (996)
Zylinder/Ventile pro Zylin.V12/4B6/4
Hubraum5992 cm³3600 cm³
Leistung423 kW/575 PS bei 7300/min265 kW/360 PS bei 7200/min
Max. Drehmoment630 Nm bei 5500/min370 Nm bei 5000/min
Getriebe5-Gang-Getriebe, manuell6-Gang-Getriebe, manuell
AntriebHinterradHinterrad
L/B/H4430/2040/1120 mm4430/1765/1270 mm
Leergewicht1490 kg1630 kg
Bauzeit1999 - 20001999 - 2005
Stückzahl834181
Beschleunigung0 auf 100 km/h in 4,0 s0 auf 100 km/h in 4,8 s
Höchstgeschwindigkeit338 km/h302 km/h
Verbrauch21,0 l/100 km12,9 l/100 km
Grundpreis (Jahr)570.000 Mark (1999)181.295 Mark (2000)