Porsche 914/6: Kaufberatung, Bilder und technische Daten Sechs Richtige

07.03.2014

Der Porsche 914 konnte ohne weiteres einem Einstiegs-911 hinter sich lassen. Der Preis wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Kaufberatung

Dabei ist auch der in Kooperation mit Volkswagen erstandene Zweisitzer ein Meilenstein in der Automobilgeschichte, denn es handelt sich bei ihm um das erste Großserien-Fahrzeug in Mittelmotor-Bauweise. Dieses Layout gab es zuvor lediglich im Rennsport oder aber bei ultrateuren Kleinserien-Sportwagen wie dem Ford GT40. Seine Weltpremiere erlebte der Porsche 914 auf der Frankfurter IAA im Jahr 1969.

Das Motorenangebot war überschaubar: Der Kunde hatte die Wahl zwischen einem Vierzylinder-Boxer aus dem VW-Regal und einem Sechszylinder-Boxer von Porsche, der aus zwei Liter Hubvolumen 110 PS schöpfte. Schon die jeweiligen Produktionsstandorte ließen einen Rückschluss auf den Stellenwert der einzelnen Versionen zu. Während die Vierzylinder-Modelle bei Karmann in Osnabrück vom Band liefen, kümmerte sich Porsche in Eigenregie um den 914/6 und komplettierte die von Karmann zugelieferten Rohkarosserien in Stuttgart-Zuffenhausen.


PORSCHE 914/6: BESTECHENDE AGILITÄT


Der 914/6 entpuppte sich als gefährliches Auto. Weniger für den Fahrer als vielmehr für Porsches Vorzeigeathleten 911, denn die Fahrleistungen des Mittelmotor-Flitzers reichten aus, um zumindest dem Elfer-Einstiegsmodell 911 T die Rücklichter zu zeigen. Der 914/6 beschleunigte laut zeitgenössischer Testberichte in nur 8,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der 911 T benötigte für die gleiche Übung glatte neun Sekunden. Und auch in der Endgeschwindigkeit hatte der rund 100 Kilogramm leichtere Mittelmotor-Sportler die Nase knapp vorn (208 zu 204 km/h).

Das größte Problem des 914/6 war sein Preis. Der günstigste 911 kostete lediglich 1000 Mark mehr, hatte aber das Image, hochwertiger zu sein. Die Konsequenz: Der 914/6 verkaufte sich schlecht. Nach nur 3338 Einheiten stellte Porsche die Produktion des Sechszylinder-Modells ein. Als Vierzylinder lief der 914 bis 1976 vom Band. Über die Jahre ist der Glanz des agilen Sportgeräts indes weiter verblasst. Der 914 wurde häufig nicht als echter Porsche angesehen. Mittlerweile besinnen sich Young- und Oldtimer-Enthusiasten allerdings eines Besseren und gestehen dem Mittelmotor-Sportler eine exponiertere Rolle auf dem Klassikermarkt zu als noch vor ein paar Jahren.

Die Folge: Gerade der 914/6 ist – wie die meisten historischen Porsche – auf dem besten Wege, zu einer veritablen Kapitalanlage mit gutem Wertsteigerungspotenzial zu reifen. Neben den hervorragenden Fahreigenschaften übrigens das offensichtlichste Indiz, dass  auch  der  914/6  ein  echter Porsche ist: Das Zündschloss sitzt links vom Lenkrad.

Porsche 914/6: Technische Daten und Fakten
Antrieb
B6-Zyl., Hubraum: 1991 cm3; Leistung: 81 kW/110 PS bei 5800/min; max. Drehmoment: 160 Nm bei 4200/min; Fünfganggetriebe; Hinterradantrieb 
Aufbau und Fahrwerk
Selbsttr. Ganzstahlkarosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: Querlenker, Dämpferbeine, Torsionsstäbe; hinten: Schräglenker, Schraubenfedern, Gummihohlfedern; v./h. Teleskopdämpfer; Bremsen: v./h. Scheiben/Scheiben; Reifen: v./h. 165 HR 15
Eckdaten
L/B/H: 3985/1650/1230 mm; Radstand: 2450 mm; Leergewicht: 940 kg; Bauzeit: 1969 bis 1972; Stückz.: 3338; Preis (1970): 19.980 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 8,7 s; Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h; Verbrauch: 12,7 l/100 km
1Werksangaben


MARKTLAGE

Zustand 2:  47.300 Euro
Zustand 3:  31.500 Euro
Zustand 4:  20.000 Euro
Wertentwicklung: steigend
Definition der Zustandsnoten

Marcel Kühler

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