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Gutbrod Superior 700 E: Fahrbericht

K(l)ein Traumwagen

Kein Wunder, vor 60 Jahren waren längst nicht alle Straßen asphaltiert, und auf Schotterpisten mit tiefen Schlaglöchern war man dankbar für den hohen Fahrkomfort der Pendelachse.

Als wir uns indes für ein kurzes Stück Weg zur nächsten Tankstelle mit Zweitaktgemisch auf die Autobahn wagen, müssen wir erfahren, dass kleine Autos heute keine Lobby mehr haben, vor allem, wenn sie langsam unterwegs sind.

Während wir mit Tempo 70 über die rechte Spur zuckeln, laufen von hinten haushohe 40-Tonner auf. Ein unschönes Gefühl.

DIE HÄNDLER BEKAMEN FÜR DIE KUNDEN EINEN HINHALTEBRIEF

Wie sehnsüchtig der Superior seinerzeit erwartet wurde, geht aus einem Buch hervor, dass den kleinindustriellen Fahrzeugbau in Württemberg beschreibt, Titel „Neben den Großen“.

Autor Otfried Jaus zufolge war das Publikumsinteresse schon vor dem Verkaufsstart so groß, dass die Gutbrod-Händler per Rundschreiben einen „Hinhaltebrief“ für ihre Kunden übermittelt bekamen. Bis dahin war die Marke bekannt für ihre Motorräder mit Namen wir Feuergeist, Hexe oder Langhub sowie für dreirädrige Lieferwagen.

Zunächst lief der Verkauf der Gutbrod-Modelle vielversprechend an. Doch dann brachen die Absatzzahlen ein, und Gutbrod musste die Preise senken.

Zuletzt wurde noch ein viersitziger Superior entwickelt und auch zugelassen, doch er kam zu spät: Schon im September 1953 musste der Hersteller Insolvenz anmelden. Für den großen Auftritt wählte der kleine Mann von nun an andere Marken.

Gutbrod Superior 700 E (Bj.: 1952-54): Technische Daten und Fakten
Antrieb
2-Zyl.-Zweitakter; Benzindirekteinspritzung; Hubraum: 663 cm3; Leistung: 22 kW/30 PS bei 4300/min; max.
Drehm.: 49 Nm bei 3500/min; Dreigang-Getr.; Vorderradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Stahlblechkarosserie mit zwei Türen und Zentralrohrrahmen; Radaufhängung: rundum Schwingachsen, Querlenker,
Schraubenfedern, Teleskopdämpfer; Bremsen: Perrot-Vierradbremse mit autom. Bremsausgleich; Reifen: 4.80-15
Eckdaten
L/B/H: 3560/1490/1365 mm; Radstand: 2000 mm; Leergewicht: ca. 750 kg; Bauzeit: 1952 bis 1954; Stückzahl: ca. 300 (Direkteinspritzer); Preis (1953): 5725 Mark
Fahrleistungen1
Beschleun. 0-90 km/h: ca. 26 Sek.; Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h; Verbrauch: 5,8 l 2T/100 km

1Werksangaben


MARKTLAGE

Zustand 2:  16.200 Euro
Zustand 3:  11.400 Euro
Zustand 4:     5000 Euro
Wertentwicklung: leicht steigend
Definition der Zustandsnoten

W. Müller, K. Rehmann, G. Reichel