Chevrolet Impala Convertible: Bilder und Fahrbericht Auf die Flossen

07.08.2013

Hätte Batman einen Dienstwagen gebraucht, wäre die Wahl sicher auf den Impala gefallen. Ein Wunder, dass der Chevy mit den mächtigen Heckflügeln nicht abhebt. Bilder und Fahrbericht

Der Chevrolet Impala Convertible gleitet majestätisch über den in pastellfarbenes Sonnenlicht getauchten Highway. Am Steuer sitzt die wasserstoffblonde Dinah Shore, die erfolgreichste US-Fernsehshow-Moderatorin der 50er- und frühen 60er-Jahre. Umringt von drei strahlenden, pomadegegelten Jünglingen, schmettert die biedere Dame – eine Mischung aus Doris Day und Hans Rosenthal – "Chevrolet is the One that proofs the fun". So "aufregend" war 1959 der Werbespot für das Impala Cabriolet. Doch er muss genau den Nerv der US-Kundschaft von Alabama bis Alaska getroffen haben, denn die Limousine war 1960 das meistverkaufte Auto in den USA.

Cut – Zeitenblende: 54 Jahre später ist der Impala Convertible ein automobiler Dinosaurier. Heute vertreibt die Marke Winzlinge wie den Chevrolet Spark, den man fast in den Kofferraum des riesigen Cabriolets packen könnte. Nein, der Impala verkörpert eine andere Epoche, es war die Blütezeit des amerikanischen Automobilbaus. Während wir uns in Deutschland in den Käfer kuschelten, bot der Impala 6 (!) Sitzplätze. Der Käufer hatte die Wahl zwischen sage und schreibe sieben Motorvarianten – angefangen vom Sechszylinder mit 135 PS bis zum V8 mit 335 PS. Der Käfer-Kunde konnte wählen zwischen 30 PS, 30 PS und 30 PS...


"Batmobil" in den engen Sträßchen der Eifel


Unser schwarzes Batmobil, das wir über die engen Sträßchen der Eifel zirkeln, stammt aus dem Jahr 1959. Ursprünglich trieb den Impala ein Sechszylinder aus der 1700er-Serie an. Vor gut 15 Jahren riss allerdings die Getriebeglocke – Ersatzteil Fehlanzeige. Die einzige Möglichkeit, den Chevy wieder in Gang zu setzen, war der Umbau auf einen Achtzylindermotor mit einem GM-400-Dreigang-Automatik-Getriebe. GM-Performance Parts bietet solche Aggregate für Modelle der 50er- bis 70er-Jahre heute noch an. 5,7 Liter Hubraum grollen mit ihren 180 PS unter der sich fast bis zum Horizont erstreckenden Haube den entspannten Bariton.

Bei einer Länge von 5,36 Metern und einer Breite von über zwei Metern kommt man sich hierzulande vor, als fährt man mit einem 38-Tonner durchs Legoland. Die gewaltigen Überhänge – trotz eines Radstands von 3,02 Metern – verstärken dieses Gefühl noch. Gleiten statt Gasgeben heißt deshalb auch meist die Devise. Zwar hat der Motor Drehmoment satt, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 160 km/h. Doch die Kurven der Eifel standen eindeutig nicht im Lastenheft der Detroiter Ingenieure, deren Alphabet wohl mit C fürs Cruisen endete.

Dabei ist das Fahrwerk für US-amerikanische Autos der damaligen Zeit fast modern. Die Basis, baugleich mit dem Bel Air, bildet ein Zentralrahmen. Die Vorderachse besitzt schon Einzelradaufhängung an Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern inklusive Torsionsstabilisator. Hinten verrichtet beim Chevrolet eine Starrachse mit Schraubenfedern, Schubstangen und Querstabilisator ihren Dienst. Doch die butterweiche Fahrwerksabstimmung lässt selbst dunkle Schlaglöcher in gutem Licht erscheinen und lehrt einen schnell, den "American way of drive" zu genießen. Die Trommelbremsen vorn und hinten wiederum arbeiten erstaunlich präzise. Die größte Herausforderung ist allerdings die Kugelumlauf-Lenkung. Die Servo-Unterstützung vermittelt kaum Fahrbahnkontakt und arbeitet mit riesigen Lenkwinkeln. Fünfeinviertel Lenkradumdrehungen sind es von Anschlag zu Anschlag! Hinzu kommt, dass die kaum vorhandene Rückstellwirkung mit zunehmendem Lenkeinschlag noch abnimmt. Fahren im Kreisverkehr wird somit zur Schwerstarbeit, denn man muss rechtzeitig "zurück"lenken.


EIN HAUCH VON HOLLYWOOD


Doch der Impala – benannt, warum auch immer, nach einer Antilopenart – hilft dem Fahrer anderweitig auf die Sprünge. Man genießt den Schub der serienmäßigen Automatik, ohne hektisch mit einem Schalthebel zu rühren, regelt nach Bedarf die Klimaanlage und betätigt auf Knopfdruck das elektrisch agierende Verdeck. Was das Impala Cabriolet aber am deutlichsten von europäischen Autos der damaligen Zeit unterscheidet, ist der Glamour-Faktor. Ein Hauch von Hollywood prägt das extrovertierte Design im Ex- als auch im Interieur.

Fünf Rundinstrumente, viel Chrom und farbenprächtige Bezüge von Instrumententafel, Türverkleidungen und Sitzen waren vor über fünf Jahrzehnten wahre Insignien des Luxus. So kostete eine Impala-Limousine in der Achtzylinder-Basis-Version in Vollausstattung 22.915 Mark! Kein Wunder: Der von den Alliierten festgelegte Wechselkurs sorgte dafür, dass ein Dollar noch 4,20 Mark wert war. Deutschlands stärkste und luxuriöseste Limousine der damaligen Zeit, ein Adenauer Mercedes Typ 300d (W189), leistete 160 PS, sein Kaufpreis betrug 27.000 DM. Wie die Zeiten sich ändern...

Teil 3: Technische Daten und Marktlage

CHEVROLET IMPALA CABRIO: Technische Daten
Antrieb
V8-Zyl.; vorn längs eingeb.; zentrale Nockenw.; ein Vierfachverg.; Hubr.: 5703 cm3; Leistung: 180 PS bei 4600/min; max. Drehmoment: 380 Nm bei 2400/min; Dreistufen-Automatik; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Sechssitziges Cabrio mit 2 Türen, Zentralrahmen; Radaufhängung: vorn an Dreiecksquerlenkern, Schraubenfedern, Torsionsstabilisator; hinten: Starrachse mit Schraubenfedern, Schubstangen, Querstabilisator; v./h. Teleskopstoßdämpfer; Kugelumlauf-Lenkung, Servo; Bremsen: v./h. Trommeln, hydraulisch betätigt
Eckdaten
L/B/H: 5360/2030/1370 mm; Radstand: 3020 mm; Leergewicht: 1810 kg; Zuladung: 590 kg; Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in ca. 12,0 s; Höchstgeschw.: ca. 160 km/h

 

Marktlage

Zustand 2: 40.500 Euro
Zustand 3: 27.700 Euro
Zustand 4: 12.300 Euro
Wertentwicklung: stagnierend

Volker Koerdt

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