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Top Gear: Clarkson-Crew droht Knast in Argentinien

Jetzt droht Ärger!

Im Herbst 2014 musste die ehemalige Top-Gear-Crew um Jeremy Clarkson vor einem wütenden Mob in Argentien flüchten. Nun droht ein juristisches Nachspiel.

Hat Jeremy Clarkson Hinterbliebenen der zahlreichen Opfer des Falkland-Krieges vor den Kopf gestoßen? Mit dieser Frage könnte sich die ehemalige Top-Gear-Crew möglicherweise bald vor Gericht konfrontiert sehen. Beim Dreh für das letztjährige Weihnachts-Special, der im Oktober 2014 stattfand, erregte Clarkson mit einem Porsche besonders negative Aufmerksamkeit unter argentinischen Einwohnern. Das Kennzeichen des Sportwagens lautete "H982 FKL", was von vielen unweigerlich als direkte Anspielung auf den Streit im Jahr 1982 zwischen dem südamerikanischen Land und England ausgelegt wurde. Doch nicht nur das: Die Empörung war so groß, dass das Team um die Moderatoren Clarkson, Richard Hammond und James May das Filmen abbrechen und unter Polizeischutz die Flucht in den Nachbar-Staat Chile ergreifen musste!

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Gericht stimmt Wiederaufnahme von Verfahren zu

Während argentinische Medien und zahlreiche Hinterbliebene der Opfer eine Absicht vermuteten, wiesen Jeremy Clarkson und Co. sowie die produzierende TV-Anstalt BBC die Schuld von sich und sprachen von einem unglücklichen Zufall. Während die Staatsanwaltschaft Argentiniens vor einem Jahr auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichtete, ist in britischen Medien nun zu lesen, dass der Fall neu aufgerollt werden soll. Grund hierfür ist die Tatsache, dass ein Kriegsveteran des Falkland-Krieges offiziell Beschwerde eingereicht hat und beim Gericht in der Provinz Tierra del Fuego eine Wiederaufnahme des Verfahrens durchbringen konnte.

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Die Klage zielt speziell darauf ab, dass die Film-Crew die Nummernzeichen bei dem betroffenen Porsche nach der wütenden Reaktion ausgetauscht hatten, dies jedoch verboten sei. Wie die "BBC" berichtet, handele der Vorwurf von "Verfälschung, Veränderung oder Unterschlagung der Nummer eines gesetzlich registrierten Objektes". Dieser Tatbestand zieht in Argentinien laut Gesetz eine mögliche Gefängnisstrafe von sechs Monaten bis drei Jahren nach sich, für eine Anhörung soll das ehemalige Moderatoren-Trio bald eine Vorladung bekommen. Ob Clarkson und Co. diesem Aufruf Folge leisten würden? Experten rechnen damit, dass sich der Fall noch mehrere Monate in die Länge ziehen wird.

Patrick Freiwah