Borgward Isabella TS
Isabelle – Die Schöne
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Wer in einer Borgward Isabella TS reist, erobert die Herzen der Menschen im Sturm. Sie ist lebendiges Zeugnis einer untergegangenen Marke und eine reizvolle Begleiterin für einen perfekten Tag
Die Liebe der Autofans zu ihr ist tief und aufrichtig. Die bloße Erwähnung ihres Namens treibt gestandenen Männern Tränen der Freude in die Augen. Sie war das Sehnsuchtsmobil der Wirtschaftswundergeneration, und sie war ein Exportschlager im prestigeträchtigen Markt USA: die Borgward Isabella.
Anmutig, mit sympathischen Rundungen und blinkendem Chrom lockt sie mich hinters Volant mit dem Bremer Wappen im Hupenknopf. Ein Traum wird wahr! Ein Tag mit Isabella. Beim Oldtimer-Stammtisch fuhr der Kassenwart Isabella, während ich 16-jährig mit der NSU Quickly angeknattert kam. Gut 20 Jahre ist das her, aber die Erinnerung ist frisch. So wie die an jene lebhaften Diskussionen, die sich regelmäßig am Stammtisch um das jähe Ende des Borgward-Imperiums entsponnen.
Der gescheiterte Held
Auf der einen Seite Carl Friedrich Wilhelm Borgward, der Patriarch und geniale Konstrukteur als Held der Geschichte. Auf der anderen Seite der SPD-geprägte Bremer Senat, der den Christdemokraten Borgward zu Fall bringen wollte – und natürlich Johannes Semler, der als Sanierer installiert wurde. Dass der zugleich auch BMW-Aufsichtsratsvorsitzender war, schien nicht zu interessieren. Am Ende standen der Konkurs und das Aus für das Unternehmen aus Bremen Sebaldsbrück. Alle Gläubiger wurden ausbezahlt. Und genau wegen dieses Details meinen die Fans bis heute, dass der Konkurs verfrüht war und von außen herbeigeführt wurde.
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Gern übersehen sie, das Carl F. W. Borgward sich 1960 schlicht „verzockt“ und Geld verplant hatte, das wegen einer vorübergehenden Absatzflaute nicht so reichlich floss wie erwartet. Ehrgeizige, aber erfolglose Nebenprojekte wie die Konstruktion von gleich zwei Hubschraubertypen taten ein Übriges zur prekären Lage des autoritär geführten Konzerns. 50 Jahre später hinter dem Steuer der taubenblauen Isabella TS tritt all das in den Hintergrund. Wir sind allein, Isabella und ich. Die fast 52 Jahre ihres Autolebens scheinen spurlos an ihr vorübergegangen zu sein, doch ist die Dame schon vor Jahren gründlich durchrepariert und lackiert worden.
Die Polsterung der vorderen Sitze ist straff, Seitenhalt sucht man allerdings vergebens. Die Sitzposition ist ungewöhnlich, denn das Lenkrad mit seinem dürren Kranz steht sehr weit aus dem Armaturenbrett, die Arme muss man beim Lenken stark anwinkeln. Die Legende besagt, dass der nicht eben groß geratene Firmenchef Borgward seine Autos auf sich selbst maßschneiderte – und eben auch auf seine kurzen Arme. Die Spindellenkung benötigt im Vergleich zu modernen Autos mit ihren Zahnstangenlenkungen und Servounterstützungen erstaunlich wenig Kraft, zumal der Vierzylinder-Motor mit seinen 1493 Kubikzentimetern samt Viergangschaltbox auf der Achse ruht.



































































