Audi RS7 Sportback vs. Mercedes CLS 63 AMG Shooting Brake: Vergleich Schön schräg

27.02.2014

Quattro GmbH und AMG laufen mit ihren Lifestyle-Schrägheck-Boliden zur Bestform auf. Markenvergleich, Teil 4

Ganz schön schräge Mischung: Platz und Laderaum satt, auffällig, aber stilsicher verpackt in eleganten Fließheckkarossen und dazu ein Biturbo-V8 unter der Haube, der näher bei 600 als bei 500 PS liegt. Da haben Audi und Mercedes vielleicht die gleiche Idee gehabt, deren Umsetzung aber könnte unterschiedlicher kaum sein. Die Topversion der Audi A7-Baureihe steuern die sportbegeisterten Kollegen der quattro GmbH bei, die dem neuen 4,0-Liter-V8-Biturbo satte 560 PS entlocken.

Zumindest auf dem Papier reicht das zunächst nur für den zweiten Platz, denn in der höchsten Ausbaustufe holen die AMG-Techniker aus Affalterbach satte 585 PS aus ihrem 5,5-Liter-V8, die sich im CLS 63 AMG S 4Matic tummeln. Aber Papier ist ja geduldig, und so ist es auf der Piste der Audi, der sowohl vom subjektiven Gefühl her als auch in den gemessenen Fahrleistungen die Nase vorn hat. Der mit einer Achtstufen-Wandlerautomatik kombinierte 4.0 V8 hängt besonders von unten heraus etwas spontaner am Gas als der hubraumstärkere Achtzylinder im CLS.

Der wandelt seine Kraft über eine Siebenstufen-Automatik, die allerdings statt des hydrodynamischen Wandlers eine nahezu schlupffrei arbeitende nasse Anfahrkupplung bemüht. Damit ist auch der herrlich dumpf bollernde Mercedes-Antrieb gut gerüstet, und so lässt der CLS AMG die 100-km/h-Marke nach aberwitzigen 3,8 Sekunden hinter sich, Tempo 200 steht nach gut zwölf Sekunden an. Obwohl der Audi ein paar Zehntelsekunden schneller ist, kann er dem Mercedes nicht davonfahren.

 

SPORTLICH EXTREM BEGABTE ZWEITONNER

Die nackten Fahrleistungen lassen nur erahnen, welche Kurvendynamik der Audi beherrscht. Selten lässt sich ein Zweitonner so leichtfüßig, spontan einlenkend und neutral bewegen wie der quattro-getriebene Audi RS 7. Daran haben auch moderne Hilfen ihren Anteil wie das hintere Sportdifferenzial und die variable Dynamiklenkung (Dynamikpaket, 3500 Euro).

Der etwas stärker untersteuernde und mit größeren Lenkwinkeln arbeitende Allrad-Shooting Brake kann da nicht ganz mithalten, obwohl seine Lenkung mehr Gefühl und Präzision vermittelt als die etwas synthetisch wirkende Sportlenkung des Audi. Die Abstimmung der voll variablen Luftfederfahrwerke fällt bei beiden Boliden selbst im Komfort-Modus straff aus, wobei der Mercedes den etwas besseren Federungskomfort bietet, der Audi dafür leiser und sanfter abrollt.

Im Alltag überzeugt der Audi RS 7 vorn mit dem luftigeren Platzangebot, der CLS hingegen mit dem größeren und besser nutzbaren Laderaum. Die mit vielen Dynamik- und Sicherheits-Extras aufgerüsteten Athleten verursachen immense Kosten, was auch am Verbrauch (jeweils gut 15 Liter) liegt. Beide, besonders der Mercedes, erfordern zudem ein gut sechsstellig belastbares Bankkonto.

 

FAZIT & ZWISCHENSTAND

Eine Extraportion Dynamik sowie eine unschlagbare Qualitätsanmutung bringen den RS 7 nach vorn. Zudem kostet der Audi im Vergleich deutlich weniger als der CLS AMG

Der AMG ist nicht ganz so bissig wie der Audi, er setzt auf etwas mehr Komfort und Nutzwert. Dennoch ist er ein hochdynamisches, edles Auto und sieht blendend aus

Audi vs. Mercedes: 3:1

Markenvergleich - 1. Teil: Kompaktklasse
Markenvergleich - 2. Teil: Cabrios
Markenvergleich - 3. Teil: Obere Mittelklasse

TECHNIK
   

AUDI RS 7 SPORTBACK
MERCEDES CLS 63 AMG SHOOTING BRAKE S 4MATIC
Motor V8-Zyl., 4-Ventiler, Biturbo, Direkteinspr., Zylinderabschaltung V8-Zyl., 4-Ventiler, Bi-turbo, Direkteinspr.
Hubraum 3993 cm³ 5461 cm³
Leistung 412 kW / 560 PS bei 5700-6600 /min 430 kW / 585 PS bei 5500 /min
Max. Drehmoment 700 Nm bei 1750-5500 /min 800 Nm bei 1750 – 5000 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik; Allradantrieb 7-Stufen-Automatik; Allradantrieb
Fahrwerk v.: Fünflenkerachse; h.: Mehr-
fachlenkerachse; rundum: adapt. Luftfederung/Dämpfer, hydr. Wank- und Nickausgleich (DRC), Stabi.; ESC (ESP)
v.: McPherson-Federbeine, Dreifachlenker; h.: Mehrfachlenkerachse; rundum: adaptive Luftfederung/Dämpfer, Stabi.; ESP 
Bremsen innenbel. Karbon-Keramik-Scheiben (opt.); ABS; Bremsass. innenbel., gelochte Scheiben (opt.); ABS; Bremsass.
Bereifung 275/30 ZR 21 Y (opt.); Pirelli P Zero v.: 255/35 R 19 Y; h.: 285/30 R 19 Y; Conti SportContact 5
L/B/H 5012/1911/1419 mm  4956/1881/1416 mm
Radstand 2915 mm 2874 mm
Leergewicht / Zuladung 2019 kg / 486 kg 2067 kg / 493 kg
Kofferraumvolumen 535 – 1390 l 590 – 1550 l
Abgasnorm Euro 5  Euro 5
Typenklasse HP 22/VK 30/TK 30 HP 22/VK 32/TK 32
MESSWERTE    
0-100/200 km/h 3,5/11,7 s 3,8/12,3 s
Höchstgeschwindigkeit1 305 km/h2 280 km/h2
Bremsweg 100-0 km/h kalt/warm 34,9/33,9 m 100-0 km/h kalt/warm 35,9/34,5 m
Verbrauch 15,3 l SP/100 km 15,5 l SP/100 km 
EU-Verbrauch1 9,8 l SP/100 km 10,6 l SP/100 km
CO2-Ausstoß1 229 g/km 248 g/km1
Grundpreis 113.000 Euro 132.983 Euro
 
  1 Werksangaben; 2 optional im Dynamikpaket plus (11.400 Euro inklusive Dynamiklenkung, Karbon-Keramik-Bremse, Sportfahrwerk, Sportdifferenzial)  ¹ Werksangaben; 2 optional im AMG-Driver’s Package (3213 Euro inkl. Fahrerlehrgang)

Jürgen Voigt

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