Gebrauchtwagen kaufen: Darauf achten (Update) Gebrauchtwagen sicher kaufen

von Lena Reuß 22.11.2017
Inhalt
  1. Worauf ist beim Gebrauchtwagenkauf zu achten
  2. Gebrauchtwagen kaufen: Schäden aufdecken
  3. Papiere und Kaufvertrag geben Hinweise

Gerade beim Thema Gebrauchtwagen-Kauf gibt es häufig schwarze Schafe, die dafür sorgen, dass sich der Traumwagen später als Alptraumwagen entpuppt. Wir geben Tipps worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen.

Wenn das Bedürfnis nach einem Auto groß, aber das Budget eher klein ist, ist die beste Lösung meistens, einen Gebrauchtwagen zu kaufen. Aber gerade Laien wissen oft nicht worauf beim Kauf zu achten ist, damit der Traum vom Hingucker-Roadster nicht zum Albtraum von einer Fremdschäm-Blechbüchse wird. Jeder hat schließlich schon mal von den schwarzen Schafen unter den Gebrauchtwagen-Verkäufern gehört, die versuchen eine uralte, rostige Blechschüssel mit ein bisschen Lack und Tachomanipulation als Spitzen-Jahreswagen mit Sonderlackierung zu verkaufen. Ob die Händler versuchen, Sie als ihre Kunden, die einen Gebrauchtwagen kaufen wollen, über’s Ohr zu hauen, erkennen Sie glücklicherweise an einigen Hinweisen. Wir geben Tipps worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen und wie Sie unseriöse Händler entlarven. Schon beim ersten Ansehen des Autos sollten Sie aufmerksam sein und die Erscheinung des Fahrzeugs mit den Angaben des Verkäufers abgleichen. Soll das Auto zum Beispiel nur 40.000 Kilometer auf der Uhr haben, aber die Türen durchhängen, die Scheinwerfer schon trüb oder die Sitze durchgesessen sein, hat der ehemalige Fahrer darauf vermutlich schon wesentlich mehr Kilometer verbracht.

Gebrauchtwagen-Check im Video:

 
 

Worauf ist beim Gebrauchtwagenkauf zu achten

Achten Sie, bevor Sie den Gebrauchtwagen zur Probe fahren und kaufen, genau auf das äußere Erscheinungsbild: Unebenheiten oder Farbunterschiede im Lack deuten darauf hin, dass Macken überlackiert wurden und vielleicht ein Schadensfall vertuscht wird. Ein Lackdichteprüfgerät kann dabei helfen herauszufinden, ob an einigen Stellen gespachtelt oder nachlackiert wurde. Auch wenn die Spaltmaße unterschiedlich sind oder Sie Rückstände von Schleifpaste entdecken, könnte der Händler Ihnen etwas verheimlichen. Genauso bieten Schrauben an Bauteilen von Kofferraum und Motorhaube Hinweise: Wenn sie schon gedreht wurden, sind sie nicht mehr vollständig in Wagenfarbe lackiert. Checken Sie vor der Probefahrt Motoröl sowie Brems- und Kühlflüssigkeit auf ihren Füllstand und eventuelle Austrittsstellen. Bestehen Sie vor Fahrantritt darauf, dass der Motor kalt ist und nicht bereits zuvor auf Betriebstemperatur gefahren wurde. Ein kurzer Stopp auf einem Parkplatz gibt die Gelegenheit das Auto ohne den prüfenden Blick des Händlers im Nacken nochmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollten Sie die Funktion der gesamten Elektronik – von den Außenspiegeln über die Klimaanlage und die Scheibenwischer bis zu den Scheinwerfern – überprüfen. Achten Sie im Innenraum auf eventuelle nasse Stellen, die auf undichte Fenster oder Türen hinweisen und kontrollieren Sie alle Scheiben auf mögliche Steinschläge. Penibel-sein zahlt sich hier aus, denn wenn Sie den Gebrauchtwagen kaufen wollen, spart die Fehlersuche im Zweifelsfall eine Menge Geld. Versierte Laien sind durchaus in der Lage die Feinheiten zu erkennen,doch wer auf Nummer sicher gehen will, lässt den Wagen von Fachleuten untersuchen. Eine Gebrauchtwagenuntersuchung bieten manche Werkstätten, Prüforganisationen oder Automobilclubs an. Die Kosten dafür liegen bei etwa 100 Euro, können sich aber lohnen, wenn dafür Ärger mit dem Gebrauchten erspart bleibt.

 
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Gebrauchtwagen kaufen: Schäden aufdecken

Spätestens wenn Sie den Gebrauchtwagen tatsächlich kaufen möchten, geht es an den Papierkram. Und auch dort lauert noch einiges, worauf Sie achten sollten. Besonders kritisch zu sehen sind Widersprüche in den Fahrzeugpapieren, denn die geben oft einen Hinweis auf Schummeleien. Daher untersuchen ie sorgfältig, ob die Angaben zu Hersteller, Fahrgestellnummer, Kennzeichen und Hauptuntersuchung in den Papieren mit den Angaben direkt am Fahrzeug übereinstimmen. Hat der Händler Ihnen gegenüber vielleicht sogar Ausstattungsmerkmale angepriesen, die sich im Vertrag oder in den Papieren nirgends finden lassen? Dann sollten Ihre Alarmglocken läuten! Die Fahrzeug-Identifikationsnummer kann hier zusätzlich Sicherheit bringen. Bei den meisten Autos weist die zehnte Stelle in Form von Buchstabe oder Ziffer auf das Modelljahr hin. Das kann bei den einzelnen Herstellern zwar unterschiedlich sein (z.B. von Juli bis Juli), gibt aber dennoch Aufschluss über das Alter des Wagens. Wer absolut auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch eine FIN-Abfrage beim Hersteller machen. Achten Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens außerdem auf das Scheckheft: Ist keines vorhanden, passen die Einträge nicht zum Fahrzeug oder sehen schlicht unglaubwürdig aus, weil sie z.B. alle mit dem gleichen Stift geschrieben wurden, sollten Sie misstrauisch werden. Ist alles soweit in Ordnung, achten Sie darauf, im Kaufvertrag die vollen zwölf Monate gesetzliche Gewährleistung zu erhalten – manche Händler versuchen mit Tricks (z.B. dem Verkauf im Namen eines Privatmanns) davon Abstand zu nehmen.

Wichtige TÜV-Tipps, die auch für den Gebrauchtwagen gelten:

 
 

Papiere und Kaufvertrag geben Hinweise

Der Kauf ist über den Tisch, Sie haben auf alles geachtet und trotzdem nur Pech mit Ihrem neuen Gebrauchten? Das ist trotzdem noch kein Grund die Ohren hängen zu lassen. Innerhalb des ersten halben Jahres nach dem Kauf geht die Rechtsprechung davon aus, dass eventuelle Mängel bereits vor dem Kauf bestanden haben. Der Händler ist berechtigt zweimal nachzubessern, danach haben Sie die Möglichkeit das Auto zurückzugeben. Sofort zurückgeben können Sie ein Auto, wenn es vor dem Verkauf eine sehr lange Standzeit hatte, über die erst im Nachhinein informiert wurde. Das funktioniert allerdings nur bei sehr neuen Wagen. So entschied erst vor kurzem der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass eine lange Standzeit als Rückgabegrund ebenfalls von der Anzahl der Vorbesitzer und dem Tachostand abhängig ist. Bei hochgradigen Mängeln stehen die Chancen jedoch sehr gut, dass der Gebrauchtwagen den Weg zurück zum Händler findet. Dazu zählen zum Beispiel verschwiegene Unfälle und Vorbesitzer oder Schäden, die sich nicht beheben lassen. Bei Käufen von Privatpersonen, die jegliche Sachmängelhaftung ausschließen, ist die Lage etwas schwieriger. Der einzige Grund, aus dem der Verkäufer den Wagen zurücknehmen muss, ist die arglistige Täuschung. Dafür muss der verprellte Käufer jedoch beweisen, dass der Unfallschaden vor dem Kauf vorlag und der Verkäufer davon wusste. Gerade bei Fahrzeugen mit mehreren Vorbesitzern kann das sehr schwierig werden. Letztlich ist das Kaufen eines Gebrauchtwagens immer Vertrauenssache, daher ist das Maßgebliche, worauf Sie achten sollten, zu allererst das Bauchgefühl.

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