Volvo-Vergleich: XC90, XC60 und V70 Cross Country Sonnentag am Meer

20.07.2015

Die Cross Country-Modelle von Volvo meistern seit 1997 Familie, Outdoor und Reiselust. Ein Generationentreffen und Vergleich der aktuellen Modelle Volvo XC60 und XC90 mit ihrem Urahn V70 Cross Country

Die Cross Country-Idee ist natürlich typisch schwedisch. Und das ging so: Nördlich der Achse Vänern-See–Stockholm sind die skandinavischen Winter zunehmend dunkel, schneereich und ungemütlich, die Straßen werden wild und rau. Selbst im Sommer geht es hier über Stock und Stein. Dazu kommt die fortgeschrittene Begeisterung unserer nördlichen Nachbarn für Familie und Wildnis – als Stubenhocker zu Hause sitzen mag kein Schwede. Das Lastenheft für ein Auto, das diesem Lebensstil Rechnung trägt, ist ohne langwieriges Rätselraten und epische Kundenbefragungsexzesse innerhalb von wenigen Sekunden notiert: robust, durchsetzungsfreudig, geräumig, funktional, unerschrocken. Basta!

 

Volvo XC90: Vergleich mit Urahn und kleinem Bruder XC60

Mitte der 1990er-Jahre haben sich Volvo-Entwickler mit einem Stück Papier, auf dem diese Thesen vermerkt waren, hingesetzt und ein paar Minuten scharf überlegt. Am Ende hatten sie sich den Cross Country ausgedacht – einen allradigen, abenteuerlustigen Ableger des Volvo-Standard-Kombis V70: Platz und Funktion plus Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit. Kratzschützer außen und robuste Materialien innen sorgten darüber hinaus für erhöhte Patina-Resistenz. Funktionalität gleich Schönheit, Pragmatismus gleich Emotion. Ein geniales Konzept, das schnell Freunde fand.

Während Volvo diese Idee des Outdoor- und Trekking-Kombis mit den folgenden V70-Generationen souverän weiterführte, zündeten die Schweden 2002 eine radikale Neuinterpretation des Labels Cross Country: Mit dem XC90 legte man ein ausgewachsenes SUV vor, das für Volvo-Verhältnisse unüblich wuchtig schien, die verblüffte Kundschaft beim zweiten Blick aber doch wieder ins Schweden-Lager zog.

Die sieben Sitze waren ein klares Familien-Statement (man weiß ja: Ein Kind kommt selten allein …), die sinnvoll arrangierte Motorenpalette musste sich nie dem Vorwurf der ökologisch unsensiblen Leistungsprotzerei stellen, und das Design sagte zwar: „Groß, wertvoll, erfolgreich“, nutzte dafür aber einen so sympathisch schwedischen Dialekt, dass alles nach „Tack, Köttbullar, Småland“ klang. Hundert Punkte! Und: der Beginn einer mittlerweile 18-jährigen Erfolgsgeschichte.

Angebereien sind ja nicht wirklich Volvo-Stil, aber der Vollständigkeit halber muss nun natürlich auch der XC60 erwähnt werden: Seit 2008 bereichert er die Volvo-Modellpalette, vertritt seitdem ganz besonders überzeugend das  freundlich-zeitgemäße Gesicht der Marke und hat es mit seiner fast coupéhaften Linie sowie der Option, einen XC-Volvo auch nur mit Frontantrieb genießen zu können, zum meistverkauften Premium-SUV Europas gebracht.

Volvo XC60 und XC90: Bestseller der schwedischen Marke

Ganz nebenbei repräsentiert er auch intern den Erfolg der 1997 geborenen XC-Idee: Als erfolgreichster Volvo aller Zeiten hat er still und heimlich die Rolle der Marken-Ikone von den nutzwertigen Mittelklasse-Kombis übernommen. Wir hätten also ein harmonisches Cross Country-Familienfoto am Nordsee-Strand schießen können  – wenn nicht die XC-Welt bei Volvo wieder einmal in Bewegung gekommen wäre: Seit Anfang des Jahres macht sich ein vollständig neuer Volvo XC90 auf zu den Kunden, und der imposante Schwede ist auf dem besten Weg, für die Marke neue Spielregeln zu definieren.

Hier wird eine starke, coole Designsprache etabliert, die Messlatte in Sachen Interieur-Anmutung noch eine weitere Stufe höher gelegt und Infotainment überragend frisch interpretiert – der XC90 weist also der gesamten Marke die Richtung. Darüber hinaus hat der neue große XC90 aber auch das Zeug, den Erfolg des XC60 eine Klasse höher zu wiederholen: Seine kühle Eleganz vermeidet trotz mächtiger Statur jedes Überholprestigegehabe; die Entscheidung, konsequent auf sparsame, aber muskelbepackte Turbo-Vierzylindermotoren und eine Plug In-Hybrid-Option zu setzen, ist ebenso mutig wie logisch; darüber hinaus weiß sich der XC90 bei ersten Testfahrten  bestechend  komfortabel, stark und kompetent in Szene zu setzen.

Volvos Cross Country-Modelle: Teil 2

Auch bei unserem Generationentreffen am Strand der Nordsee übernimmt der XC90 ganz selbstverständlich die führende Rolle, seine Ausstrahlung ist beeindruckend und gewinnend. Letzte Zweifel, ob ein SUV dieser Schuhgröße tatsächlich von einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel standesgemäß angetrieben werden kann, wischt der 225 PS und 470 Newtonmeter starke D5-Diesel lässig beiseite.

 

Volvo XC90: Vierzylinder mit Wikinger-Bizeps

Mit seidiger Laufkultur und kaum wahrnehmbarem Motorgeräusch schubst er den XC90 runter zum Strand, beim Kickdown zwischen den Dünen wandelt sich das eben noch so zivilisierte Auftreten dann in zupackende Gewalt: unerbittliche Traktion trotz weich rieselnder Unterlage – der Vierzylinder spannt einen gewaltigen Wikinger-Bizeps, mit souveräner Wucht geht es voran. Dazu serviert die Achtstufen-Automatik die jeweils passende Fahrstufe so willig, wohldosiert und mit kaum merklichen Schaltvorgängen, dass letzte Zweifel an diesem Motorenkonzept restlos mit einer steifen Brise auf den Atlantik hinauswehen.

Der mitgereiste Volvo XC60 scheint über diese Erkenntnis wissend zu schmunzeln, schließlich setzt der Bestseller schon seit einiger Zeit auf maßvoll dimensionierte, effiziente und gut im Futter stehende Vierzylinder-Motoren. Der 245 PS starke Turbo-Benziner unseres weißen XC60 T5 marschiert überlegen, mit Kraft und Spritzigkeit, gleichzeitig ist seine Laufkultur erstaunlich: ein absoluter Sahne-Motor!

Der 1998er-V70 XC streunt zuerst wacker durch die Dünen, watet unerschrocken durch jeden Ebbe tümpel und segelt ausgelassen über den Strand. Am Ende kann er dem Kräftemessen seiner Nachfahren aber nur noch verwundert zusehen: Auch wenn seine kernige Fünfzylinder-Maschine immer noch mit großem Charisma, schönem Leistungspotenzial und gutturalem Timbre glänzt, zeigt der Urahn deutlich, was in den vergangenen 17 Jahren Automobiltechnik passiert ist.

Und das gilt nicht nur für die FastRevolution in Sachen Motoreffizienz, sondern ist bereits im ersten Moment im Cockpit wahrzunehmen. Während der V70 noch für typisch quadratschädligen Funktionscharme steht, der die Volvo-Modelle früherer Jahrzehnte so anziehend machte, hat sich bei den jüngeren Generationen das Bild vollkommen gewandelt: Der XC60 lebt im Interieur von Übersichtlichkeit und Klarheit.

XC90: Maritimer Wind im Innenraum des Mittelklasse-SUV

Gleichzeitig repräsentieren ganz eigene Elemente wie die „schwebende“ Mittelkonsole den modernistischen Designanspruch. Das Mittelklasse-SUV wirkt sportlich, elegant, ausgesprochen hochwertig. Alle Bedienelemente sitzen genau da, wo man sie intuitiv erwartet, gleichzeitig weht stilistisch aber ein frischer maritimer Wind. Der Sprung zum XC90 ist dann aber trotzdem noch einmal gewaltig: Komfortable Ledersitze, vielfältig einstell- und anpassbar, umfassen im großen Oberklasse-SUV den Fahrer regelrecht; das Interieur ist edel und geräumig, die Materialanmutung beinahe schon luxuriös.

Dabei sind es erneut die kleinen Details, die den Volvo XC90 2015 aus der automobilen Masse herausstechen lassen: Eine schwedische Minifahne, aufgenommen in eine Naht des Sitzbezugs,weist mit augenzwinkerndem Patriotismus auf die Herkunft des großen Volvo hin; beim Griff zum Start-Knopf auf der Mittelkonsole oder beim Dreh an der kleinen Drive Mode-Walze direkt dahinter sorgt eine Andeutung von Diamantschliff für Griffigkeit und Noblesse – in früheren Volvo-Generationen hätte das etwas deplatziert gewirkt, doch im neuen, sinnlichen Ambiente des XC90 sorgen solche Ideen für glamouröse Akzente.

Alter Schwede! Das entfährt einem garantiert auch bei der ersten Inaugenscheinnahme des hochformatigen Touchscreen-Monitors und der Instrumente in Displayform: Stilvolle Grafiken,  hochauflösende Darstellung, mächtige Individualisierungstiefe, vor allem aber die beeindruckend intuitive Bedienung, die nicht etwa traditionelle Analogfunktionalitäten zu ersetzen versucht, sondern sich wischend und tippend auf das iPad-Zeitalter einlässt – das ist beinahe schon Volvo 3.0. Die überzeugende Neuerfindung einer Marke.

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