Minivans von Citroën, Opel und Renault im Vergleichstest

Erholungsräume

Viel Platz auf vier Meter Länge und hohe Variabilität heißt das Rezept für komfortable Minivans. Kann der neue Citroën C3 Picasso da mithalten?

Es gibt sie noch, jene Zeitgenossen, für die ein Auto in erster Linie praktisch sein muss und für die der Nutzwert über dem Status liegt. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen derlei Gefährte, wie etwa in den 80er
Jahren, eher schmucklos daherkamen. Die seligen Renault R5 Rapid oder Citroën C15 Familiale lassen grüßen – Kleinwagen mit  Kastenaufbau, hinteren Seitenfenstern, simpler Rückbank, aber viel Platz. Das Handwerkerimage war serienmäßig, und der „Atomkraft? Nein Danke!“-Aufkleber am Heck signalisierte die politische Überzeugung.

Neuzeitliche Nutzwertmobile heißen Minivans, werden längst über alle Weltanschauungsgrenzen
hinweg genutzt und glänzen mit ansehnlichem Äußeren und hoher Variabilität. Diese Rolle erfüllt seit 2003 der Opel Meriva. Die Konkurrenz à la française bilden der frische Citroën C3 Picasso und der 2008 erschienene Renault Grand Modus. Türen und Klappen auf – wir wollen herausfinden, was dahinter steckt.

Karosserie

Üppige Abmessungen und die großzügige Verglasung lassen den Citroën eine ganze Klasse größer erscheinen. Das Platzangebot der Konkurrenz ist eindeutig geringer. Die bei Minivans üblicherweise sichtbehindernde schräge A-Säule wurde beim C3 Picasso kurzerhand zweigeteilt und steiler gestellt. So hat man einen besseren Blick in Kurven hinein. Auch sonst überzeugen pfiffige Lösungen – zum Beispiel die Rücksitzbank, die sich mit zwei Handgriffen umlegen, so in eine ebene Ladefläche verwandeln und das Ladevolumen auf bis zu üppige 1506 Liter wachsen lässt (Opel: 1410, Renault: 1454 Liter).

Auf Wunsch gibt es für den C3 eine Durchreiche in der Rücksitzlehne und eine klappbare Beifahrersitzlehne (Reisepaket, 350 Euro). Letztere kann der Kunde auch für den Opel ordern (Innovationspaket, 495 Euro). Zudem ist es möglich, den Rüsselsheimer dank seines FlexSpace-Systems für die Fondsitze mit wenigen Handgriffen von einem Fünf- in einen Viersitzer mit mehr Bewegungsfreiheit umzufunktionieren. Bei umgelegten Sitzen hat er aber keine vollständig ebene Ladefläche.

Mehr Tests & Fahrberichte: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Der Renault Grand Modus, der mit 4,03 Metern die Kurzversion um 16 Zentimeter überragt, bietet wie die Konkurrenz eine längs verschiebbare Rücksitzbank. Allerdings ist deren Sitzfläche nicht geteilt, sondern nur komplett nach vorn klappbar. Das schränkt die Transportkapazität ein, wenn im Fond noch jemand mitfahren soll.

Auch haben Renaults Rotstiftakrobaten den Einklemmschutz an den Fensterhebern eingespart. In der Aufpreisliste steht dafür ein Kurvenlicht. Dies lässt sich auch für den Meriva zusammen mit Abbiegelicht ordern. Zudem hat nur der Opel aktive Kopfstützen. Auch qualitativ wirkt der Meriva sehr ausgereift. Citroën hat sich erfreulicherweise vom Resopal- Charme früherer Modelle verabschiedet, der C3 Picasso wirkt nun deutlich hochwertiger. Im Vergleich zum Opel fällt die Anmutung im Renault etwas ab.

KarosserieMax. PunkteCitroën C3 PicassoOpel Meriva 1.6 Twinport EcotecRenault Grand Modus 1.2 16V TCE
Raumangebot vorn100787061
Raumangebot hinten100656055
Übersichtlichkeit70484348
Bedienung/ Funktion100888567
Kofferraumvolumen100503939
Variabilität100535133
Zuladung/ Anhängelast80293629
Sicherheit150667168
Qualität/ Verarbeitung200138140120
Kapitelbewertung1000615595520
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Citroën C3 Picasso VTi 120

Citroën C3 Picasso

PS/KW 120/88

0-100 km/h in 10.90s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 188 km/h

Preis 18.000,00 €

Opel Meriva 1.6 Twinport Ecotec

Opel Meriva 1.6 Twinport Ecotec

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 12.90s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 181 km/h

Preis 15.700,00 €

Renault Grand Modus 1.2 16V TCE

Renault Grand Modus 1.2 16V TCE

PS/KW 101/74

0-100 km/h in 11.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 15.700,00 €