Hochdach-Kombis Hallenturnier

19.01.2017
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit Laderäumen so groß wie Möbelhallen und üppigem Raumangebot punkten Ford Tourneo Connect, Renault Kangoo, VW Caddy Life und Peugeot Partner Tepee bei Familien mit reichlich Platzbedarf. Kann sich der neue Tepee im ersten Vergleichstest an die Spitze des Quartetts setzen? 


Jedes Jahr zur Urlaubszeit das gleiche Problem: Neben dem wichtigsten Gepäck sollen auch Spielzeug und Strandeimer der kleinsten Familienmitglieder die Auto-Reise in sonnige Gefilde antreten. Da das Raumangebot bei herkömmlichen Fahrzeugen jedoch ziemlich begrenzt ist, müssen sich die Familienoberhäupter im Rationieren üben.

Abhilfe verspricht hier nur ein Gefährt, das diesen und anderen ungewöhnlichen Aufgaben des Alltags auch wirklich gewachsen ist. Ford, Renault und VW haben solche Familientransporter im Programm, die neben reichlich Platz zudem auch mit vielen pfiffigen Details wie den praktischen hinteren Schiebetüren aufwarten.

Und nicht zu vergessen Peugeot. Die Franzosen schicken gerade die zweite Generation des Partner ins Rennen – entweder als herkömmliches Nutzfahrzeug (Kastenwagen) oder als funktionalen Familien-Kombi, der bei Peugeot neuerdings Tepee heißt. Im Vergleich zum Vorgänger ist er deutlich gewachsen. So ist der aktuelle Partner mit rund 4,38 Metern fast 25 Zentimeter länger und in der Breite um zehn Zentimeter gewachsen.

Das trifft sich gut, denn auch die zweite Generation des Erzrivalen Renault Kangoo hat ebenfalls in der Länge und vor allem in der Breite ordentlich zugelegt. Ein weiterer Konkurrent in diesem Vergleich ist der VW Caddy Life. Ähnlichkeiten mit dem VW Touran sind nicht von der Hand zu weisen. So teilt er sich mit ihm zum Teil die Technik – jedoch nur bis zur A-Säule, wie beispielsweise die zwei serienmäßigen Schiebetüren beim Caddy Life beweisen.

Auch der Vierte im Bunde, der Ford Tourneo Connect, profitiert natürlich von den in engen Parklücken äußerst praktischen Seiten-Pforten. Er ist seit mittlerweile sechs Jahren auf dem Markt und hat sich einen festen Platz im Segment erkämpft. Die Konkurrenz ist also gut aufgestellt. Welcher der vier Hochdach-Kombis am Ende die Nase vorn hat, klärt der Vergleichstest.

 

Karosserie


Über Platzmangel lässt sich in keinem der vier Hochdach-Kombis klagen. Vorn geht es so luftig zu, dass man sie auch bequem mit einem Zylinder auf dem Kopf chauffieren könnte. Am meisten überzeugt jedoch der ultrabreite Renault Kangoo. Er verwöhnt seine Insassen sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe mit der üppigsten Bewegungsfreiheit im Kopf- und Schulterbereich. Kaum schlechter steht der Peugeot Partner Tepee da, der in der zweiten Sitzreihe sogar die größte Kniefreiheit offeriert, dicht gefolgt vom Caddy Life. Der Ford hat hingegen we-gen seiner schlankeren Innenbreite das Nachsehen.

Verzichtserklärungen bei der Urlaubsreise dürften im VW Caddy kein Thema sein. Er ist optional als Siebensitzer erhältlich (583 Euro Aufpreis), und sein Kofferraum bietet mit 750 Litern das größte Ladevolumen. Bei umgeklappter Rückbank fasst der Caddy bis zu 2850 Liter. Hier zeigt sich nur der Peugeot mit seinen optional herausnehmbaren Einzelsitzen (180 Euro) noch großzügiger, er schluckt 3000 Liter. Bei voller Bestuhlung hat er jedoch mit 505 Litern das geringste Ladevolumen.

Der Kangoo-Kofferraum nimmt 660 Liter auf und lässt sich durch Umlegen der Rückbank auf 2688 Liter erweitern. Wie beim Partner Tepee gibt es beim Kangoo zudem einen umklappbaren Beifahrersitz – so  können auch lange Gegenstände problemlos transportiert werden.

Ford-Fahrer finden für die Fahrt in den Familienurlaub nicht ganz so viel Gepäckraum vor. Die 610 Liter Ladevolumen des Kölners lassen sich bei Bedarf auf 2260 Liter erweitern. Dafür gibt es den Tourneo in der Lang- und Hochdachversion LX (21890 Euro), die sich gegen Aufpreis sogar mit bis zu acht Sitzplätzen aufrüsten lässt, Kostenpunkt: 620 Euro.

Vorreiter in Sachen Sicherheit ist der Peugeot. Als einziger Testkandidat hat der neue Franzose serienmäßig ESP an Bord. Bei Ford ist der elektronische Sicherheitsanker auch gegen Aufpreis nicht erhältlich. Kopfairbags sucht man sowohl im Tourneo als auch im Caddy vergeblich, während diese im Peugeot serienmäßig und im Renault gegen Aufpreis (380 Euro) erhältlich sind.

Der Ford landet beim Thema Sicherheit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Die unsaubere Verarbeitung und die billige Materialanmutung im Innenraum kosten ihn weitere wichtige Punkte. Auch der Caddy bekleckert sich bei der Verarbeitungsqualität nicht gerade mit Ruhm. Der Wolfsburger präsentiert sich im Hartplastik-Outfit und mit nachlässiger Passgenauigkeit. Zudem gibt es ab der zweiten Reihe viel blankes Blech zu sehen.


KarosserieMax. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Raumangebot vorn10068727965
Raumangebot hinten10069677466
Übersichtlichkeit7046454846
Bedienung/ Funktion100809078 
Kofferraumvolumen10070968473
Variabilität10048454348
Zuladung/ Anhängelast8034443125
Sicherheit15070435322
Qualität/ Verarbeitung200138136140128
Kapitelbewertung1000623638630473
 

Fahrkomfort


Für die Urlaubsfahrt gilt: Schlafende Kinder soll man nicht wecken. Der VW Caddy erweist sich hier als besonders hilfreicher Begleiter. Trotz seiner hinteren Starrachse bügelt er Unebenheiten am besten weg. Dabei kommen ihm seine großen Federwege zugute. Querfugen und Kanaldeckel filtert er besser als die Konkurrenten. Der Ford hingegen kann seine Blattfedern an der Hinterachse nicht kaschieren. Fahrbahnunebenheiten quittiert der Tourneo Connect mit stuckerigem Ansprechverhalten an der Hinterachse und leichtem Versatz.

Bei den beiden Franzosen kommen Verbundlenkerachsen zum Einsatz. Trotzdem erweist sich der Tepee als ähnlich hölzern wie der Ford Tourneo, denn auch er zeigt auf Kanaldeckeln und Querfugen eine Stucker-Tendenz. Weitaus besser löst diese Aufgabe der Kangoo. Sein Fahrwerk verarbeitet Unebenheiten sehr harmonisch. Kanaldeckel reicht es jedoch trocken an die Insassen weiter.

Peugeot Tepee und Renault Kangoo punkten mit ergonomisch günstig platzierten Schalthebeln. Der Renault gefällt zudem mit seinen zahlreichen Ablagemöglichkeiten. Als einziger bietet er in der Topausstattung auch im Fond verschließbare Dachablagen. Insgesamt kann der funktionale VW jedoch das Komfort-Kapitel für sich entscheiden.


FahrkomfortMax. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Sitzkomfort vorn15086868280
Sitzkomfort hinten10060615856
Ergonomie150115120110105
Innengeräusche5025312421
Geräuscheindruck10062646058
Klimatisierung5023232318
Federung leer200118126123118
Federung beladen200115124118115
Kapitelbewertung1000604635598571
 

Motor und Getriebe


Mit einer Leistung zwischen 103 (Renault) bis hin zu 110 PS (Ford) sind alle ausreichend motorisiert. Immerhin bringt es jeder der Kandidaten auf gut 1,5 Tonnen Lebendgewicht. Bei den deutschen Herstellern gibt es allerdings noch Nachholbedarf in Sachen Umwelt. Denn die fordern für den obligatorischen Dieselpartikelfilter einen saftigen Aufpreis: VW will beim Caddy Life für den Saubermann im Abgasstrang nochmals 601 Euro extra vom Kunden sehen. Ford nimmt sogar 720 Euro, während der Filter bei Peugeot und Renault serienmäßig an Bord ist.

Der unter anderem aus dem VW Golf bekannte 1,9-Liter-TDI ist auch im Caddy ziemlich munter. Sobald der 105 PS starke Turbodiesel mit Pumpe-Düse-Einspritzung die Leerlaufdrehzahl überschritten hat, legt er vehement los und setzt Gasbefehle lebhaft um. Ein ähn-lich spontanes Ansprechverhalten kann auch dem Ford Tourneo attestiert werden, dessen Fünfganggetriebe sich im Übrigen genauso präzise schalten lässt wie das des VW.

Allerdings plagt den 1,8-Liter-TDCi eine kleine Anfahrschwäche, gleiches gilt für den Motor des Renault Kangoo, dessen Kraft beim Anfahren ebenfalls verzögert einsetzt. Zwar spricht der 1,5-Liter-dCi nicht so druckvoll an, wartet dafür aber mit einer deutlich höheren Laufruhe auf als die knurrigen und brummigen Aggregate von VW und Ford.

Am besten gefällt jedoch der Antrieb im Peugeot Partner. Nicht nur, dass sich der 109 PS starke HDi meist akustisch dezent im Hintergrund hält, auch entfaltet er seine Kraft sehr harmonisch und über ein breit nutzbares Drehzahlband. Aus diesem Grund bleibt einem der Griff nach dem etwas knorpelig geführten Schalthebel öfter erspart, was die Verbrauchsbilanz positiv beeinflusst. So erweist sich der Peugeot mit im Schnitt 6,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer als der Sparsamste.

Nur geringfügig mehr nimmt der Ford (6,9 Liter), während der VW exakt 7,5 Liter konsumiert. Dass der hohe und breit bauende Renault trotz des verbrauchsmindernden Sechsganggetriebes mit 7,6 Litern noch mehr schluckt, verwundert wenig. Hier fordert die große Stirnfläche ihren Tribut.


Motor und GetriebeMax. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Beschleunigung150114108107107
Elastizität100    
Höchstgeschwindigkeit15043364037
Getriebeabstufung10075788278
Kraftentfaltung5024222220
Laufkultur10056505548
Verbrauch325205194193201
Reichweite2518151517
Kapitelbewertung1000535503514508
 

Fahrdynamik


Nur beim Peugeot gibt es ESP ohne Aufpreis. Bei Renault kostet der im Testwagen installierte elektronische Rettungsanker 300 Euro mehr, VW nimmt dafür 428 Euro, und Ford bietet es für den Tourneo Connect unverständlicherweise gar nicht erst an. Das sorgt für kräftigen Punktabzug. Zwar fährt sich der Kölner insgesamt recht handlich und folgt auch zielgenau dem auferlegten Kurs, doch bei schnell aufeinanderfolgenden Richtungswechseln im Grenzbereich zeigt der Tourneo leichte Lastwechselreaktionen.

Der VW hat die gleiche Tendenz und drängt mit dem Heck nach außen, aber nur, wenn das ESP vorher abgeschaltet wurde. Mit aktivierter Fahrdynamikregelung bleibt der Caddy dagegen lammfromm. Aus diesem Grund sollte das ESP beim Kauf auf jeden Fall gleich mitbestellt werden.

Gutmütig untersteuernd und mit stoischer Gelassenheit begegnet der Peugeot den fahrdynamischen Disziplinen. Sein ESP ist nur bis 50 km/h abschaltbar und hält den Partner Tepee bei höherem Kurventempo sicher auf Kurs. Ein gleiches Fahrverhalten legt im Prinzip der Renault an den Tag. Sein ESP gewährt sogar noch etwas mehr Freiheiten. Allerdings schiebt der Kangoo auf kurvigem Geläuf kräftiger mit den Vorderrädern nach außen, und seine komfortbetonte Fahrwerksabstimmung sorgt zudem für deutliche Wankbewegungen, was letztendlich die Agilität hemmt.

Dass der Peugeot am Ende als Kapitelsieger dasteht, verdankt er nicht nur seinen sicheren Fahreigenschaften, sondern auch den guten Bremsen. Er kommt mit kalter wie warmer Bremsanlage schon nach guten 36,1 Metern aus Tempo 100 zum Stillstand. Der Renault benötigt mindestens zwei Meter mehr. Bei Ford und VW ist es im Vergleich zum Partner sogar eine ganze Wagenlänge me


FahrdynamikMax. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Handling1508648
Slalom10025253233
Lenkung10062735480
Geradeauslauf5038403740
Bremsdosierung3016171518
Bremsweg kalt15089365932
Bremsweg warm15089356630
Traktion10058303025
Fahrsicherheit150110829076
Wendekreis2011151111
Kapitelbewertung1000506359398353
 

Umwelt und Kosten


Wer viel Platz für Kinder, Einkäufe und Urlaubsgepäck benötigt, muss mindestens 18400 Euro entbehren können. Dann steht mit dem Renault Kangoo der günstigste der vier Familientransporter in der heimischen Garage. Extras wie ESP, Klimaanlage und Leichtmetallfelgen schlagen jedoch zusätzlich zu Buche. In der AZ-Normausstattung summiert sich damit der Preis des Kangoo auf 21200 Euro.

Sein französischer Rivale, der neue Peugeot Partner Tepee, kostet in der Tendance-Ausstattung 19850 Euro. Für Klimaanlage, Alu-Räder und Metalliclack sind zusätzlich 2100 Euro zu entrichten. Rechenfüchse greifen daher besser gleich zur Ausstattungslinie Escapade (21850 Euro). Diese beinhaltet bereits eine Klimaanlage, was am Ende einen Preisvorteil von 100 Euro ausmacht.

Wie bereits im Motor-/Getriebe-Kapitel erwähnt, ist der Dieselpartikelfilter nur bei Peugeot und Renault serienmäßig. Will man bei der deutschen Konkurrenz die Rußpartikel auf ein Minimum reduzieren, sind Zuzahlungen fällig. Dabei ist der Rußfilter nicht nur unter Umweltaspekten, sondern auch im Hinblick auf den späteren Wiederverkaufswert des Fahrzeugs eine fast schon zwingende Investition.

Der Ford Tourneo Connect steht mit dem 1,8-Liter-TDCi-Triebwerk für 18570 Euro (mit Partikelfilter) in der Preisliste. Allerdings kosten alle Extras wie elektrische Fensterheber, Klimaanlage, CD-Radio und höheneinstellbarer Fahrersitz Aufpreis. ESP ist für den Tourneo überhaupt nicht lieferbar. In der AZ-Normausstattung summiert sich der Preis des Kölners so schnell auf 21880 Euro. Wer zur GLX-Variante greift, spart hier 455 Euro. Der VW Caddy Life ist mit einem Grundpreis von 20653 Euro (inklusive Partikelfilter) der Teuerste. Und auch beim Wolfsburger kosten Klimaanlage, Alu-Räder und sogar ESP Aufpreis. Macht insgesamt 23467 Euro.

Dafür glänzt er, zusammen mit dem Renault, mit einer unbegrenzten Mobilitätsgarantie. So entscheidet am Ende der Renault Kangoo das Kapitel für sich. Sein niedriger Grundpreis, der geringere Wertverlust und die umfassenden Garantien bringen ihm hier den Sieg vor dem Partner Tepee.


Kosten/UmweltMax. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Bewerteter Preis675260253276274
Wertverlust5027262928
Ausstattung254   
Multimedia50    
Garantie/Gewährleistung5019282817
Werkstattkosten2014161413
Steuer108787
Versicherung4033343333
Kraftstoff5545434244
Emissionswerte258382  
Kapitelbewertung1000493489430416
 

Fazit


Ihren Beitrag zum entspannten Reisen leisten alle Kandidaten mit viel Raum für Gepäck und Passagiere. Der neue Peugeot Tepee punktet mit seinem durchzugsstarken und laufruhigen Motor und der geräumigen Karosserie und seiner Variabilität. Deshalb gewinnt er auch diesen Vergleichstest. Platz zwei geht an den Renault Kangoo, der das Kostenkapitel für sich entscheiden kann. Der VW Caddy landet auf Rang drei. Seine Stärken liegen bei Fahrkomfort und Raumangebot. Wegen der dürftigen Sicherheitsausstattung und dem geringeren Platzangebot bleibt für den Ford nur der vierte Platz.




Gesamtbewertung


 Max. PunktePeugeot Partner TepeeVW Caddy Life TDIRenault KangooFord Tourneo Connect
Summe50002761262425702321
Platzierung 1234

Tags:
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