Vergleich: Skoda Fabia Combi 1.2 TSI gegen Rapid 1.2 TSI

16.01.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Bei Skoda gibt es viel Auto fürs Geld, mit dem neuen Rapid sogar einen Kompakten zum Preis eines Kleinwagens. Ein interner Vergleich mit dem Fabia Combi

Mit dem neuen Skoda Rapid bekommt der Fabia Combi Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Der Novize vertraut auf die bekannte Technik aus dem Fabia, sein Blechkleid streckt sich allerdings auf stattliche 4,48 Meter und sprengt somit das übliche Maß der Kleinwagen. Für rund 15.000 Euro steckt unter der Motorhaube der beiden Tschechen ein 1,2 Liter großer Turbobenziner, der 86 PS leistet. Welcher der beiden Pragmatiker mehr Auto fürs Geld bietet, klärt der Vergleichstest.

 

Karosserie

Der neue Skoda Rapid trägt die verlängerte Fabia-Plattform unterm Blech. Somit übertrifft er den Kombi in der Länge um 24  Zentimeter, auch die Achsen rücken mit 2,59 Metern fast 14 Zentimeter weiter auseinander. Kein Wunder also, dass die Limousine vor allem im Fond spürbar und messbar mehr Platz bietet. Hier genießen die Passagiere so viel Beinfreiheit, dass sie sich ohne Weiteres in einer Mittelklasse-Limousine wähnen.

Einzig bei der Kopffreiheit in der zweiten Reihe hat der Fabia dank seines geraden Dachverlaufs hier einen Vorteil. Wer denkt, dass der Combi zumindest beim Ladevolumen den Rapid ausstechen kann, sieht sich ebenfalls getäuscht. Im Normalzustand passen sagenhafte 550 Liter in dessen Gepäckabteil (zum Vergleich: Mercedes S-Klasse 560 l), und auch bei umgelegten Rücksitzlehnen kann er es mit 1490 Litern sogar mit Mittelklasse-Kombis vom Schlage eines BMW 3er Touring (1500 l) aufnehmen. Allerdings finden sperrige Gegenstände unter der schrägen Heckklappe nicht so leicht Platz wie unter dem Fabia-Steilheck. Ärgerlich: Eine asymmetrisch klappbare Rückbank kostet für beide jeweils 140 Euro Aufpreis.

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In puncto Sicherheitsausstattung beschränken sich die Skoda auf das im Kleinwagensegment Übliche. Unterschiede gibt es dennoch: Während Kopfairbags im Fabia-Basismodell mit 250 Euro zu Buche schlagen, ist für den Rapid auch gegen Aufpreis kein Kurvenlicht erhältlich.

KarosserieMax. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Raumangebot vorn1006862
Raumangebot hinten1006245
Übersichtlichkeit704245
Bedienung/ Funktion1008585
Kofferraumvolumen1005651
Variabilität1001928
Zuladung/ Anhängelast802728
Sicherheit1504548
Qualität/ Verarbeitung200134128
Kapitelbewertung1000538520

 

Fahrkomfort

Wer im großen Rapid das komfortablere Auto vermutet, sieht sich bereits nach den ersten Metern getäuscht. Bei der  Federungsabstimmung ist Skoda - wohl mit Blick auf den Hauptabsatzmarkt Osteuropa - übers Ziel hinausgeschossen. Die spürbar zu straff abgestimmte Hinterachse gibt die meisten Bodenunebenheiten nahezu ungefiltert weiter, erst bei groben Verwerfungen und unter höherer Zuladung kommen die Federelemente richtig ans Arbeiten. Auch beim Fabia bessert sich das Ansprechverhalten unter zunehmendem Gewicht, allerdings federt er bereits im Normalzustand bekömmlicher.

Im Gegenzug kann die Limousine mit der angenehmeren Sitzposition punkten, im Fabia sitzt man beinahe schon Van-artig hoch. Wer in den beiden Tschechen auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren möchte, muss in der Basisausstattung Active rund 1000 Euro Aufpreis bezahlen. Auch bei der Geräuschdämmung zeigen sich beide wenig spendabel. Solange Wind- und Abrollgeräusche noch nicht die Oberhand haben, ist der Benziner im Stadtverkehr unter Last deutlich zu vernehmen.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Sitzkomfort vorn150121115
Sitzkomfort hinten1005052
Ergonomie150130124
Innengeräusche504747
Geräuscheindruck1005456
Klimatisierung501818
Federung leer200120126
Federung beladen200125130
Kapitelbewertung1000665668

 

Motor und Getriebe

Auch wenn 86 PS aus gerade einmal 1197 cm³ Hubraum nicht gerade viel versprechend klingen, hat der TSI-Motor mit den rund 1150 Kilogramm schweren Wagen erstaunlich leichtes Spiel. Dank Turboaufladung entwickelt der Zweiventiler 160 Nm, die bereits ab 1500 Umdrehungen parat stehen. Damit lässt es sich im Stadtverkehr und auch Überland durchaus leben, und selbst auf der Autobahn halten beide (Fabia: 178 km/h; Rapid: 183 km/h) auf der linken Spur ordentlich mit.

Dann verlangt der laufruhige  Turbobenziner allerdings auch nach einem Expresszuschlag, auf der AUTO ZEITUNG-Verbrauchsstrecke kommt das Downsizing- Aggregat jedoch mit guten 6,3 (Fabia) bzw. 6,6 l/100 km aus. Einen kleinen Vorteil kann der Rapid 2012 mit seinem Fünfgang-Getriebe verbuchen, da es im Gegensatz zur Fabia-Schaltbox straffer geführt ist und sich somit exakter bedienen lässt.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Beschleunigung1508686
Elastizität1006666
Höchstgeschwindigkeit1504037
Getriebeabstufung1007774
Kraftentfaltung502424
Laufkultur1006868
Verbrauch325256262
Reichweite251613
Kapitelbewertung1000633630

 

Fahrdynamik

Die beiden Tschechen sind weniger auf Fahrdynamik als auf Fahrsicherheit abgestimmt, was für Familienautos natürlich auch sinnvoll ist. In allzu flott angegangenen Kurven kommt das ESP zeitig zur Hilfe und bremst die Wagen sicher ein. Aufgrund der größeren Bereifung des Rapid, der geringeren Seitenneigung und der daraus resultierenden besseren Traktion in engen Kurven durcheilt er nicht nur den 180-Meter-Slalom hurtiger, auch auf dem Handlingkurs kann er den Fabia dank der höheren Kurvengeschwindigkeiten knapp distanzieren.

Zudem arbeitet die Lenkung, die im Fall des Rapid elektro-hydraulisch unterstützt ist, eine Spur gefühlsechter und spricht in der Mittellage direkter an. Da der Neuling auch noch bei der Bremsprüfung besser abschneidet, kann er das Fahrdynamikkapitel klar für sich entscheiden.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Handling1505250
Slalom1005950
Lenkung1007570
Geradeauslauf504038
Bremsdosierung302020
Bremsweg kalt1508481
Bremsweg warm15010088
Traktion1004036
Fahrsicherheit150125125
Wendekreis201215
Kapitelbewertung1000607573

 

Umwelt und Kosten

Mit 14.040 Euro ist der Fabia Combi 1070 Euro günstiger. Allerdings sind beide Autos in der Basisausstattung recht dürftig ausstaffiert, weshalb die Grundpreise für die meisten Kunden eher theoretischer Natur sind. Im Unterhalt trennt die zwei Skoda ebenfalls nicht viel. Unterm Strich ist der Rapid aber ein wenig teurer, da für ihn von den Versicherern etwas höhere Tarife aufgerufen werden, die regelmäßigen Inspektionen einen Tick kostspieliger ausfallen und der absolute Wertverlust nach vier Jahren ebenfalls höher ist. Die Garantieleistungen sind identisch, bei den Abgasemissionen sowie der Kfz-Steuer ergeben sich aus der identischen Motoriserung ebenfalls keine nennenswerten Unterschiede.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Bewerteter Preis675325342
Wertverlust503335
Ausstattung251513
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201515
Steuer101010
Versicherung403738
Kraftstoff554242
Emissionswerte252223
Kapitelbewertung1000527546

 

Fazit

Den Skoda-internen Wettstreit gegen den Fabia Combi kann der Rapid in unserem Vergleich mit knappem Vorsprung für sich entscheiden. Die Fließheck- Limousine bietet den Insassen mehr Platz, und ihr Kofferraum hat mit seinem überragenden Fassungsvermögen Kombi-Qualitäten. Was den Federungskomfort betrifft, sollte Skoda aber nochmals Hand anlegen, für den Alltag ist die Abstimmung schlicht zu straff geraten. Der kleine Turbobenziner gefällt als spritziger Alltagsmotor, bei hoher Zuladung stößt er jedoch an seine Grenzen. Für den Fabia Combi sprechen neben der besseren Variabilität der günstigere Preis sowie der angenehmere Komfort.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Rapid 1.2 TSISkoda Fabia Combi 1.2 TSI
Summe500029702937
Platzierung12

Tags:
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