Neuer Renault Mégane (2016): Erste Fahrt Neuer Mégane ist konkurrenzfähig

von Thomas Geiger 21.06.2017

In unserer ersten Fahr glänzt der neue Renault Mégane (2016) nicht nur mit französischen Tugenden, er überzeugt auch mit klassischen Kompaktklasse-Stärken.

Es ist ein Kampf auf verlorenem Posten, aber der neue Renault Mégane (2016) lässt sich den Schneid nicht abkaufen. Wenn der Franzose im März zu einem Grundpreis von 16.990 Euro an den Start geht, muss er sich zwar mit dem VW Golf messen. Doch statt sich in die technologische Übermacht des ewigen Bestsellers zu fügen und die Rolle als Außenseiter zu akzeptieren, bläst Renault zur Charmeoffensive in der Kompaktklasse und liefert einen überzeugenden Gegenentwurf zur gefühlskalten Technokratie des deutschen Dauerbrenners. Das beginnt beim Design, das sich eher am Scirocco als am Golf orientiert: Kräftig und knackig, muskulös und mit deutlichen Rundungen, lebt es von heißer Leidenschaft und nicht von scharfen Linien. Dazu kommt der neue Renault Mégane (2016) mit entschlossenem Blick mit markanten Lichtsignaturen vorn und 3D-Effekt hinten, properen Proportionen und Platzverhältnissen im Bereich des gehobenen Durchschnitts – schon hat man eine verführerische Alternative zur ebenso einfältigen wie erfolgreichen Einheitsware aus der niedersächsischen Tiefebene.

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Neuer Renault Mégane (2016) im Video:

 
 

Neuer Renault Mégane (2016) greift Golf an

Noch deutlicher werden die Unterschiede in dem bei 2,9 Zentimetern mehr Radstand und 6,5 Zentimetern mehr Länge ein wenig gewachsenen Innenraum – und zwar weniger, weil Materialauswahl und Verarbeitung im Golf eben doch eine Klasse besser sind als beim neuen Renault Mégane (2016), weil man im VW nicht lange suchen muss, bis man das Radio leiser stellt oder die Türen entriegelt und weil die Sitzposition am Ende irgendwie doch besser passt. Sondern viel mehr, weil der neue Mégane ganz bewusst seine eigenen Wege geht: Der große Touchscreen in der Mittelkonsole, den man schon von Espace oder Talisman kennt, liegt deshalb nicht quer im Cockpit, sondern steht senkrecht. Und statt unterschiedlicher Fahrmodi wie beim VW wählt man beim neuen Mégane verschiedene Sinneswelten. Klar, auch dieses Multi-Sense-System nimmt Einfluss auf Lenkcharakteristik, Motorsound, Getriebe-Strategie und Gasannahme. Aber wer in den Komfortmodus wechselt, der sieht eben auch gleich ein anderes Cockpit über das Digitaldisplay flimmern, der Innenraum schimmert plötzlich in warmen Farben und der Sitz startet wie von selbst mit einer sanften Massage. So gefühlvoll war in der Golf-Klasse bislang noch kein Auto.

 

Neuer Mégane bald mit Diesel-Hybrid

So viel Wert der neue Renault Mégane (2016) auf solche "Soft-Skills", solche weichen Faktoren legt, so viel Mühe haben sich die Franzosen auch bei der Hardware gegeben. Das gilt für Ausstattungsdetails wie die LED-Scheinwerfer, das Head-Up-Display oder die Assistenzsysteme von der Verkehrszeichenerkennung bis zum Notbremsradar. Das gilt für das spürbar gereifte Fahrwerk mit neuen Federn und mehr Spurweite. Und das gilt erst recht für den Antrieb, der ausschließlich auf kleinvolumige Turbo-Direkteinspritzer setzt. So reicht der Hubraum nur von 1,2 bis 1,6 Liter, es beginnt bei einem 90 PS-Diesel und einem Benziner mit 100 PS. Und weil den Franzosen 3,3 Liter für den sparsamsten Selbstzünder noch zu viel sind, bringen sie den Mégane 2017 erstmals als Diesel-Hybrid, der die Drei-Liter-Marke knacken soll. All das wirkt betont vernünftig. Und wer mit dem in der Verkaufsplanung weit vorne einsortierten 130 PS-Diesel unterwegs ist, wird auch das Fahrverhalten im positiven Sinne als "vernünftig" beschreiben. Denn selbst wenn er vielleicht nicht ganz an die Berechenbarkeit und Bestimmtheit eines Golfs und die Sportlichkeit eines Focus heran kommt, kann der neue Renault Mégane mit Astra & Co gut mithalten, wirkt lebendiger als die Japaner und erwachsener als Peugeot 308 oder Citroen C4.

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Renault macht dem Mégane Dampf

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