Peugeot 108 vs. Skoda Citigo & Hyundai i10: Kleinwagen-Vergleich Trio im Sonderangebot?

21.08.2014
Inhalt
  1. KAROSSERIE
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Ab 8890 Euro lautet die Kampfansage für den neuen 108. Der Peugeot gehört damit zu den günstigsten unter den City-Cars. doch auch Skoda Citigo und Hyundai i10 gehen als Sonderangebote durch – welches ist das beste?

Autos für weniger als 10.000 Euro sind keine Erfindung der Neuzeit. Doch so attraktiv wie die jüngste Generation war die automobile Einstiegsklasse selten. Moderne Winzlinge sind schick gestylt, in fröhlichen Farben lackiert und fühlen sich innen gar nicht winzig an.

Das gilt nicht nur für Skoda Citigo oder Hyundai i10, sondern ab sofort auch für den nur 3,47 Meter kurzen Peugeot 108. Der wirbt mit einem verlockenden Einstiegspreis von 8890 Euro und einem Normverbrauch von 3,8 Litern (mit Start-Stopp-System). Ob sich der kleinste Löwe mit klassenüblichem Dreizylinder-Benziner in seinem neuen Umfeld durchbeißen kann, soll dieser Vergleichstest zeigen.

 

KAROSSERIE

Mit 3,67 Metern ist der i10 der Längste im Trio

Sind es auch nur ein paar Zentimeter, die Hyundai i10 und Peugeot 108 äußerlich zu ihren Vorgängern zugelegt haben, so ist der Unterschied im Innenraum doch deutlich zu spüren. Auf den vorderen Sitzplätzen können selbst Zwei-Meter-Männer problemlos sitzen, auch wenn die Einstellbereiche nicht überall so großzügig wie im Skoda ausfallen. Hinten allerdings gibt es klare Unterschiede. Im neuen 108 sollte man Erwachsenen die stark angewinkelten Beine und die geringe Kniefreiheit nicht zu lange zumuten.

Zudem stoßen größere Insassen schnell mit dem Hinterkopf an den Dachhimmel. Dagegen hat der Fond des i10 ein sehr anständiges Format, das ihn sogar – wie auch die große Zuladung von 429 Kilogramm – als einzigen im Test zum echten Fünfsitzer macht. Passend dazu präsentiert sich das Kofferraumvolumen (252 bis 1046 Liter).

Zum Vergleich: Beim Peugeot sind es bescheidene 196 bis 780 Liter. Obendrein bietet der Koreaner als einziger versenkbare Scheiben in der zweiten Reihe. Bei der Konkurrenz lassen sich die hinteren Fenster nur ausstellen. Immerhin kann man im Skoda Citigo auch zwei Erwachsene locker auf der Rückbank mitnehmen. Überhaupt hinterlässt der Tscheche einen sehr unkomplizierten
Eindruck.

Übersichtlichkeit und Bedienung sind mustergültig – ein Blick in das auf wenige Schalter und Knöpfe reduzierte Cockpit genügt. Da stellen einen die poppig gestalteten Armaturen des 108 öfter vor Rätsel. Ablesbarkeit und Logik sollten gerade in dieser Klasse besser gelingen. Der große Touchscreen lässt sich zwar nicht zum Navigationssystem aufwerten, bietet aber die Smartphone-Bedienoberfläche Mirror Link.

Bei der Sicherheitsausstattung sammelt der Peugeot durch den serienmäßigen Notbremsassistenten, die optionale Rückfahrkamera (555 Euro, ab Allure) und den Lichtsensor (300 Euro, ab Allure) viele Punkte. Skoda bietet für faire 150 Euro extra ebenfalls einen Notbremsassistenten an.

Peugeot 108 e-VTi 68
Stop&Start
Skoda Citigo
1.0 Green tec
Hyundai i10 1.0
69 PS 75 PS 67 PS
0-100 km/h in 14,0 s 0-100 km/h in 15,0 s 0-100 km/h in 14,6 s
Vorderradantrieb Vorderradandtrieb Vorderradandtrieb
Spitze 160 km/h Spitze 160 km/h Spitze 155 km/h
Grundpreis: 11.900 Euro
* Fünftürer erst ab Active-Ausstattung
Grundpreis: 11.110 Euro
* Fünftürer erst ab Active-Ausstattung

Grundpreis: 9950 Euro

 


FAHRKOMFORT

i10 und Citigo federn gut, etwas Unruhe im Peugeot

Schon der erste Blick auf die Sitze genügt, und der Hyundai distanziert sich erneut von der Konkurrenz. Nur hier gibt es separat einstellbare Kopfstützen, die Konkurrenz setzt auf eine einteilige Rückenlehne. Doch auch die Sitze in Skoda und Peugeot sind ausreichend üppig geschnitten, um allen Körpergrößen gerecht zu werden.

Die Polster im Franzosen erweisen sich für echten Langstreckenkomfort als etwas zu weich und bieten in Kurven am wenigsten Halt. Eine Mittelarmlehne vermisst man übrigens überall, dafür gibt es hier wie da eine Sitzheizung für die vorderen Passagiere. Hyundai bietet sogar ein beheizbares Lenkrad an (Serie ab Trend-Ausstattung).

Auch mit dem großen Mittelfach samt Extra-Klappe punktet der i10 im Alltag. Schließlich verstecken sich hier die USB- und AUX-Anschlüsse. Der iPod kann also von außen unsichtbar im Auto bleiben. Ausreichend Ablagen und Fächer gibt es bei allen drei Kleinstwagen, der Peugeot versteckt sogar einen extra Dosenhalter im Handschuhfach.

Beim Fahrkomfort hat der 108 aber das Nachsehen. Vor allem die Windgeräusche machen sich hier deutlicher bemerkbar als bei der Konkurrenz. Ein Tribut an die eingesparten Dichtungsgummis, die bei den Mitstreitern die Türen zum Teil doppelt abdichten. Selbst wenn man von den Winzlingen keinen Oberklassekomfort erwarten kann, mit schlechten Straßen kommen alle drei Fahrwerke erstaunlich gut zurecht. Den besten Eindruck hinterlässt hier erneut der Hyundai, der auf kleinen 14-Zoll-Rädern rollt.

 

MOTOR/GETRIEBE

108: flott im Sprint auf 100 km/h, geringster Verbrauch

Weil der Peugeot mit 909 Kilogramm der leichteste in diesem Trio ist, kann sich sein 69 PS starker Einliter-Dreizylinder auch am besten in Szene setzen. In 14 Sekunden sprintet der kleine Löwe auf Tempo 100 – eine Sekunde schneller als der sechs PS stärkere Skoda. Allerdings trüben die etwas ungehobelte Leistungsentfaltung und die leicht knorpelige Schaltung des klassenüblichen Fünfgang-Getriebes den Fahrspaß.

Niedrige Drehzahlen mag der Langhuber gar nicht, dafür genügen ihm im Schnitt 5,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern. Von der Laufkultur her wirken die Rivalen da viel erwachsener. Im Skoda klingt der Dreizylinder regelrecht kernig und sportlich, im Hyundai hört man vom Motor kaum etwas. Hier stört nur der etwas zu große Sprung vom zweiten in den dritten Gang. Das Triebwerk glänzt dafür mit der besten Elastizität.

 

FAHRDYNAMIK

Als kleine Stadtflitzer taugen alle drei Minis

Weil Lenkung und Schaltung im Skoda sehr gut abgestimmt sind und auch der Wendekreis winzig ist, bringt der Tscheche den meisten Fahrspaß. Seine strengen ESP-Fesseln lassen sich aber nicht ablegen, was etwas Zeit auf dem Handlingparcours kostet. Dennoch umrundet er den Handlingkurs am zackigsten. Ähnlich schnell ist der Peugeot, der bei deaktiviertem ESP gern sanft, aber unkritisch mit dem Heck mitlenkt.

Schade, dass er sich trotz des geringsten Gewichts und der breitesten Reifen nicht auch bei den Bremswerten besser in Szene setzen kann (37,4 m). Hier glänzt ausgerechnet der Schwerste im Test mit den schmalsten Reifen: Dem i10 reichen für eine Vollbremsung aus Tempo 100 bis zum Stand rund 36 m.

 

UMWELT/KOSTEN

Der Hyundai i10 ist unterm Strich am günstigsten

Nur wer mit drei Türen auskommt, darf sich bei Peugeot (8890 Euro) und Skoda (10.230 Euro) über niedrige Einstiegspreis freuen. Mit fünf Türen verlangen beide Hersteller den Aufpreis für die teurere Active-Ausstattung, womit der Peugeot gleich 11.900 Euro und der Skoda 11.110 Euro kostet (beide inklusive Start-Stopp-System). Fairerweise sei erwähnt, dass Peugeot den 108 dann schon mit USB-Audioanlage, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, elektrischen Fensterhebern und Funk-Zentralverriegelung ausstattet.

Den neuen Hyundai i10 gibt es derzeit nur als Fünftürer, was seinen Einstiegspreis von 9950 Euro verbindlich macht – wohlgemerkt inklusive der Fünfjahres-Garantie. Auch hier lohnt der Blick zur teureren Trend-Ausstattung (11.620 Euro), die schon die meisten Komfortextras wie elektrische Fensterheber vorn und hinten, CD-Radio, Lenkradheizung oder Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung beinhaltet.

 

FAZIT

Im Vergleich zum Vorgänger 107 hat der neue Peugeot 108 einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Das Design gefällt jetzt ebenso wie das Platzangebot auf den vorderen Sitzen. Und auf den sparsamsten Antrieb im Testfeld darf er sich sogar etwas einbilden. Dass er im direkten Vergleich mit den Besten der Klasse leicht im Nachteil ist, merkt man zuerst auf der Rückbank.

Hier bieten Skoda Citigo und Hyundai i10 deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Raumausnutzung, Federungskomfort und der Feinschliff am Antrieb sind bei den Kontrahenten aus Tschechien und Korea einfach besser gelungen. Mag der Skoda auch das Motor-Getriebe-Kapitel gewinnen, als Allrounder hat er gegen den neuen i10 keine Chance.

Obwohl der Hyundai gerade zehn Zentimeter länger ist, wirkt er doch wegen seiner ausgefeilten Ergonomie eine Klasse größer. Weil er obendrein auch das Kostenkapitel beherrscht, gewinnt er diesen Vergleichstest souverän.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Markus Schönfeld

Tags:
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