Neuer Mini Cooper S E Countryman (2017) Countryman setzt Mini unter Strom

von Thomas Geiger 15.05.2017
Inhalt
  1. Erste Fahrt im neuen Mini S E Countryman (2017)
  2. Countryman mit Heckantrieb im E-Betrieb
  3. S E Countryman fährt spritzig, aber Sound fehlt

Auf der ersten Fahrt überzeugt der neue Mini Cooper S E Countryman (2017) mit spritzigen Fahrleistungen. Trotzdes Einklangs von Spaß und Vergnügen will der Plug-In-Hybrid aber nicht so recht zur Marke passen.

Frei nach dem Motto "die ersten werden die letzten sein" bittet Mini zur ersten Fahrt im neuen Mini Cooper S E Countryman (2017). Denn obwohl BMW den Akkuantrieb für i3 und Co. zuerst bei der Schwestermarke ausprobiert hat, ist die elektrische Revolution an den Briten bislang vorbei gefahren. Zu teuer war die Technik und zu wenig wollte die Idee von Vernunft und Nachhaltigkeit zu jenem Vergnügen passen, dass der Hipster der Spaßgesellschaft bislang versprochen hat. Doch mit dem zunehmenden Stimmungswandel in der Gesellschaft und dem wachsenden CO2-Druck auf die Hersteller steigt nun auch bei der coolen Tochter für die Großstadt die Spannung und Mini bekommt mit dem neuen Cooper S E Countryman (2017) sein erstes Elektroauto – na ja zumindest einen Plug-In-Hybriden: Wer dem Händler seines Vertrauens mindestens 35.900 Euro überweist, der kann deshalb ab Ende Juni im neuen Mini Cooper S E Countryman (2017) vom Hof fahren und dabei für bis zu 40 Kilometer nicht nur sein Gewissen beruhigen, sondern auch seine Nachbarschaft. Denn statt des halbstarken Röhrens der normalen Cooper S-Modelle hört man dann nur noch den Sound of Silence.

Neuer Mini Cooper S E Countryman (2017) im Video:

 
 

Erste Fahrt im neuen Mini S E Countryman (2017)

Für einen Aufpreis von exakt 4000 Euro auf den konventionellen Cooper S montiert Mini im neuen Cooper S E Countryman (2017) den gleichen Antrieb, wie man ihn vom BMW 2er Active Tourer kennt. Nicht umsonst teilen sich die beiden ungleichen Brüder eine gemeinsame Plattform: Hier wie dort bauen die Entwickler eine E-Maschine an die Hinterachse, die mit 88 PS und 165 Newtonmetern zu Werke geht, sowie einen Lithium-Ionen-Akku mit 7,6 kWh ein, der sich ohne nennenswerte Platzeinbußen unter den Kofferraumboden duckt und an der Haushaltssteckdose in gut drei Stunden geladen ist. Den Elektroantrieb spannen die Bayern zusammen mit einem bekannten 1,5 Liter-Dreizylinder im Bug, der es auf 136 PS bringt. Im Team erreichen die beiden Triebwerke eine Systemleistung von 224 PS und bis zu 385 Newtonmeter. Kein Wunder, dass Mini den Plug-In als Cooper S verkauft. Entsprechend flott geht es mit dem Doppelpack im neuen Mini Cooper S E Countryman (2017) zur Sache: Wenn man die Regie für das Zusammenspiel der Elektronik überlässt, beschleunigt der Countryman in imposanten 6,8 Sekunden von Null auf 100 km/, erreicht allerdings nur ein überraschend mageres Spitzentempo von 198 km/h. Dafür jedoch muss er sich auch vor einer Landpartie nicht fürchten: Weil die beide Motoren auf je eine Achse wirken, hat der Teilzeitstromer Allradantrieb und auch ohne Asphalt entsprechend viel Traktion. 

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Countryman mit Heckantrieb im E-Betrieb

Buchstäblich spannend ist der reine E-Betrieb: Zwar übernimmt der Stromer etwa im Stadtverkehr auch im Standard-Modus überraschend oft die Arbeit, lässt sich auch bei einem zügigen Ampelspurt nicht vom Verbrenner helfen und schleppt den Countryman im Ernstfall alleine auf bis zu 90 km/h. Doch wenn man ihm mit dem neuerdings gelben Starthebel in der nach wie vor überladenen Mittelkonsole die Alleinherrschaft einräumt, hat der neue Mini Cooper S E Countryman (2017) nicht nur reinen Heckantrieb und ist entsprechend wendig, sondern man könnte sich fast ein bisschen wie im Autoscooter fühlen, wenn man wieselflink und flüsterleise durch die Stadt surrt oder mit dann bis zu 125 km/h allein mit elektrischer Energie über die Autobahn schnellt – wenn dieser Mini nur nicht so maxi wäre. Zwar fährt der Mini sauber und schnell und selbst wenn die 2,1 Liter Normverbrauch natürlich nur ein Treppenwitz der Prüfstandstheorie sind, ist er auf der Testfahrt mit je einem Drittel Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr mit einem Verbrauch deutlich unter sechs Litern ausgesprochen vernünftig – zumal nach über 100 Kilometern Fahrt noch immer Strom für 15 elektrische Kilometer im Akku ist. 

 

S E Countryman fährt spritzig, aber Sound fehlt

Doch genau wie der Countryman mit seinem Maxi-Format kein so ganz richtiger Mini ist, will auch der Elektroantrieb zumindest in dieser Ausprägung nicht so ganz zur Marke passen. Spritziger Antritt hin und gutes Gewissen her: Zu nüchtern fährt sich der neue Mini Cooper S E Countryman (2017), zu schwer schlägt sich die zusätzliche Technik im Gewicht nieder. Und vor allem fehlt der kernige Sound, der einem den Mini sonst so munter erscheinen lässt. Wenn schon unter Strom, dann hätte es Mini gleich richtigmachen sollen, ein reines E-Mobil bauen und sich wie bei der Generalprobe für den i3 auf den Dreitürer beschränken oder gleich ein eigenes, noch kleineres Modell dafür entwickeln sollen. Dann wären die letzten doch wieder die ersten gewesen.

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