Kaufberatung Classic Cars: Land Rover Defender 110 TDI

Abenteurer gesucht

Der Landy ist der Verteidiger des Empires, ein Urvater der Offroader. Doch unter dem Alublech kann es schlimm aussehen. Kaufberatung

Winston Churchill ist Land Rover gefahren, ganze Armeen vertrauten auf den Offroader – manche tun es bis heute. 1948 betrat der erste Land Rover die Weltbühne des Automobils. Und er hat sie noch nicht verlassen. Erst baute Rover ihn, dann BMC, dann BMW, dann Ford – heute Tata. Doch der Landy ist immer er selbst geblieben. Nur wenig modernisiert durchquert er die Kontinente der Welt und braucht dafür keine Straßen.

Die allerersten Land Rover-Prototypen entstanden in nur wenigen Wochen auf alten Willy’s Jeep-Fahrgestellen mit der Technik des Rover P3 plus Allradantrieb mit Freilaufeinrichtung. Es gab nur wenige grobe Zeichnungen. Im Wesentlichen schnitt man Aluminium zu und nahm am entstehenden Auto Maß. Von der Idee bis zum fertigen Land Rover verging ein knappes Jahr. Treibende Kraft hinter dem Projekt war Maurice Wilks, technischer Leiter bei Rover, der kurz nach dem Krieg die so wichtige Marktlücke für das auf finanziell wackligen Beinen stehende Unternehmen fand.

Der Landy wurde Farmers Freund mit einem vergleichbaren Einsatzgebiet wie der deutsche Unimog. Schnell entwickelte er sich zum Exportschlager. Schon 1951 rollte der 50.000ste Land Rover vom Band. Bis 1958 stellte man das immer weiter verbesserte Urmodell her (Series I). Es folgten die Serien II (1958 bis ’61, IIA bis ’68 und IIB bis ’71) und III (’71 bis ’85). 1983 brachte man bereits den Nachfolge-Typ 90/110 (später auch Defender genannt) mit Schrauben- statt Blattfederung heraus. Die Zahlen 90 und 110 beziehen sich übrigens nicht auf die Motorleistung, sondern auf den Radstand in Inch.

2015 WIRD NACH 67 JAHREN SCHLUSS SEIN

Der Land Rover Defender 110 Tdi Station auf diesen Seiten kam Mitte der 90er auf den deutschen Markt – nachdem der Landy-Import 1989 schon einmal eingestellt worden war. Er galt als Klassiker vom Fließband und folgte auch nach Jahrzehnten noch ausschließlich praktischen Erfordernissen. Dieselmotoren gab es bereits eine ganze Weile im Landy, neben dem inzwischen auch andere Modelle wie etwa der Discovery gebaut wurden. Dieser Lifestyle-Ableger spendete auch das 2,5-Liter-Tdi-Triebwerk, das für den antiquierten Defender sparsame Verbauchswerte ermöglichte. Akustisch ist so ein ungedämmter Offroader keine Ohrenweide, und ein Reisetempo über 100 km/h wird schnell zur Qual. Doch im Gelände spielt der Defender seine Stärken aus wie kaum ein anderer. Der 110 Tdi ist noch recht günstig zu haben und sicherlich kein schlechter Einstieg in das Abenteuer Land Rover.

>> Teil 2 und technische Daten

Thorsten Elbrigmann