Kaufberatung Classic Cars: Land Rover Defender 110 TDI Abenteurer gesucht

10.06.2013
Inhalt
  1. 2015 WIRD NACH 67 JAHREN SCHLUSS SEIN
  2. Karosserie
  3. Technik
  4. Ersatzteile
  5. Marktlage

Der Landy ist der Verteidiger des Empires, ein Urvater der Offroader. Doch unter dem Alublech kann es schlimm aussehen. Kaufberatung

Winston Churchill ist Land Rover gefahren, ganze Armeen vertrauten auf den Offroader – manche tun es bis heute. 1948 betrat der erste Land Rover die Weltbühne des Automobils. Und er hat sie noch nicht verlassen. Erst baute Rover ihn, dann BMC, dann BMW, dann Ford – heute Tata. Doch der Landy ist immer er selbst geblieben. Nur wenig modernisiert durchquert er die Kontinente der Welt und braucht dafür keine Straßen.

Die allerersten Land Rover-Prototypen entstanden in nur wenigen Wochen auf alten Willy’s Jeep-Fahrgestellen mit der Technik des Rover P3 plus Allradantrieb mit Freilaufeinrichtung. Es gab nur wenige grobe Zeichnungen. Im Wesentlichen schnitt man Aluminium zu und nahm am entstehenden Auto Maß. Von der Idee bis zum fertigen Land Rover verging ein knappes Jahr. Treibende Kraft hinter dem Projekt war Maurice Wilks, technischer Leiter bei Rover, der kurz nach dem Krieg die so wichtige Marktlücke für das auf finanziell wackligen Beinen stehende Unternehmen fand.

Der Landy wurde Farmers Freund mit einem vergleichbaren Einsatzgebiet wie der deutsche Unimog. Schnell entwickelte er sich zum Exportschlager. Schon 1951 rollte der 50.000ste Land Rover vom Band. Bis 1958 stellte man das immer weiter verbesserte Urmodell her (Series I). Es folgten die Serien II (1958 bis ’61, IIA bis ’68 und IIB bis ’71) und III (’71 bis ’85). 1983 brachte man bereits den Nachfolge-Typ 90/110 (später auch Defender genannt) mit Schrauben- statt Blattfederung heraus. Die Zahlen 90 und 110 beziehen sich übrigens nicht auf die Motorleistung, sondern auf den Radstand in Inch.

 

2015 WIRD NACH 67 JAHREN SCHLUSS SEIN

Der Land Rover Defender 110 Tdi Station auf diesen Seiten kam Mitte der 90er auf den deutschen Markt – nachdem der Landy-Import 1989 schon einmal eingestellt worden war. Er galt als Klassiker vom Fließband und folgte auch nach Jahrzehnten noch ausschließlich praktischen Erfordernissen. Dieselmotoren gab es bereits eine ganze Weile im Landy, neben dem inzwischen auch andere Modelle wie etwa der Discovery gebaut wurden. Dieser Lifestyle-Ableger spendete auch das 2,5-Liter-Tdi-Triebwerk, das für den antiquierten Defender sparsame Verbauchswerte ermöglichte. Akustisch ist so ein ungedämmter Offroader keine Ohrenweide, und ein Reisetempo über 100 km/h wird schnell zur Qual. Doch im Gelände spielt der Defender seine Stärken aus wie kaum ein anderer. Der 110 Tdi ist noch recht günstig zu haben und sicherlich kein schlechter Einstieg in das Abenteuer Land Rover.

Wenn im übernächsten Jahr die Serienproduktion des Defender aufgrund strengerer Crash-Bestimmungen ausläuft, dann bekommt „Landy“ endlich seine Rente mit 67. Er dürfte sich aber eher in einen Unruhestand verabschieden. Dafür werden seine Fans sorgen, denn für die bleibt er auf ewig ihr Abenteuerauto.

 

Karosserie

Er nimmt jedes Gelände, doch der Rost schafft ihn: Der Land Rover hat zwar angenietete Aluminiumbleche als Karosserie, die man gut ausbeulen oder ersetzen kann, doch der Rahmen und alle Stahlteile (Spritzwand zum Motorraum, Türgerippe, Hecktraverse etc.) sind praktisch nicht gegen Rost geschützt und zudem der Kontaktkorrosion mit dem Aluminium ausgesetzt. Die Rostprobleme am Land Rover Defender sind über den Produktionszeitraum eher noch schlimmer als besser geworden.

 

Technik

Robustheit ist das Markenzeichen eines Land Rovers. Da ein Defender oft eher als extravaganter Boulevard-Cruiser oder Zugwagen und selten im Gelände genutzt wurde, sieht die Technik meist noch gut aus. Typische Mängel: Ölverlust am Motor, Bremensdefekte. Unbedingt auf Wartungsstau achten! Während der Probefahrt: Machen die Servolenkung oder das Getriebe verdächtige Geräusche?

 

Ersatzteile

Da der Defender noch importiert wird, ist die Ersatzteillage grundsätzlich okay. Einige seltene Ausstattungsteile aber sind nicht mehr zu bekommen. Zubehör mit hohem Nutzwert (z. B. weltreisetaugliche Campingausrüstung) ist sehr teuer! Mögliche Ersatzteilquelle: www.landypoint.com

LAND ROVER DEFENDER 110 TDI: Technische Daten
Antrieb
R4-Zylinder, Turbodiesel, vorn längs eingebaut; 2-Ventiler; eine seitlich liegende Nockenwelle; Zahnriemenantrieb; Einspritzanlage, Direkteinspritzung; Bohrung x Hub: 90,5 x 97,0 mm; Hubraum: 2495 cm3; Verdichtung: 19,5:1; Leistung: 83 kW/113 PS bei 4000/min; max. Drehmoment: 265 Nm bei 1800/min; Fünfgang-Getriebe; Mittelschaltung; permanenter Allradantrieb mit sperrbarem Mittendifferential, Verteilergetriebe mit zwei Untersetzungen
Aufbau und Fahrwerk
Stahlkastenrahmen mit aufgenieteter Alublechkarosserie, vier Türen, seitl. schwenkb. Heckklappe; vorn: Längslenker; v./h: Starrachse, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabi.; Schneckenrollen-Lenkung (Servo); Bremsen: v./h. Scheiben; Reifen: 7.50 R 16, Räder: 5,5 x 16
Eckdaten
L/B/H: 4590/1790/2059 mm; Radstand: 2794 mm; Spurweite v./h.: 1511/1511 mm; Leergewicht: 2055 kg; Zuladung: 895 kg; Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 22,2 s; Höchstgeschwindigkeit: 129 km/h; Verbrauch: 12,2 l D/100km; Preis (1996): 47.950 Mark
¹ Messwerte aus AUTO ZEITUNG 22/1996

 

Marktlage

Zustand 2: 13.200 Euro
Zustand 3:    8900 Euro
Zustand 4:    5100 Euro
Wertentwicklung: fallend

Thorsten Elbrigmann

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