BMW gegen Mercedes: 35 neue Modelle in allen Klassen im Vergleich Neue Runde

15.05.2012

Das Duell zwischen BMW und Mercedes wird schärfer – die Sternmarke will wieder nach vorn. Chancen-Check in allen Klassen: Wer plant die besten Neuheiten?

Der schwäbische Automobilkonzern war mal klar die Nummer eins der Luxuswelt, da war von Audi noch gar nicht die Rede. Inzwischen fährt BMW beim weltweiten Absatz vorn, und Mercedes lag 2011 hinter Audi nur auf Platz drei. Selbst die Renditen könnten besser sein. Doch das wird sich wieder ändern, glaubt Mercedes-Konzernchef Dieter Zetsche („Bei uns herrscht Kampfgeist“) und bläst zur rasanten Aufholjagd: Bis spätestens 2020, so seine Ansage, soll die Marke mit dem Stern in der Premium-Liga wieder vorn spielen.

Natürlich mit einer Modelloffensive – allein bis 2015 sollen zehn komplett neue Modelle auf den Markt kommen. Und hierbei soll auch das neue Bündnis mit Renault-Nissan helfen. Kann Mercedes tatsächlich BMW überholen? Wir machen den Chancen-Check über alle Klassen und Modelle – noch geheime Neuheiten inklusive.

NEUE 1er-FAMILIE GEGEN DIE A-KLASSE-ANGREIFER
Spannend wird es speziell in der Golf-Klasse. BMW hat hier die neue, stark aufgewertete 1er-Reihe mit dem jetzt 4,32 Meter langen Fünftürer (Ladevolumen: 360 bis 1.200 Liter) schon am Start, im September ergänzt der schnittigere Dreitürer das Programm. Exakt ein Jahr später folgt das 2+2-sitzige 1er Coupé, das künftig 2er heißt, im Frühjahr 2014 das dazugehörige klassische Stoffdach-Cabrio der 1er-Baureihe.

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Und noch in diesem Sommer lassen die Münchner mit dem dreitürigen M135i einen ganz scharfen Beißer von der Leine. Das neue M Performance-Modell nutzt nämlich einen Reihensechszylinder, der mit Turbodruck rund 320 PS offeriert. Der Sprint auf Tempo 100 soll in gut fünf Sekunden erledigt sein. Ein Kombi ist beim 1er nicht geplant – aber der erste geräumige Kompaktvan von BMW, der September 2015 startet.

Ein Fronttriebler, später auch mit Allradantrieb zu haben. Und ein typischer BMW: kein braver Hochdachkasten, sondern was Sportliches für den Familien-Anschluss. Rund 4,30 Meter lang mit Platz für Fünf und ordentlich Gepäck. Basis ist die neue Frontantriebsarchitektur des Konzerns, die ab 2014 auch die nächste Mini-Generation nutzt. Und Mercedes?

Setzt im Golf-Revier voll auf die neue 4,29 Meter lange Mercdes A-Klasse, die im September zunächst als Fünftürer startet. Über eine dreitürige Coupéversion beraten die Daimler-Strategen noch. In diesem Fall soll auch ein viersitziges Stoffdach-Cabrio folgen. Alles ist anders als bisher beim Baby-Benz: Statt des bei älteren Semestern beliebten Hochdachmobils gibt es nun einen sportlichen Kompakten.

Die Höhe der Karosse sinkt heftig von 1,59 auf 1,43 Meter, und die A-Familie wächst fast so fix wie die Münchner Kompakten: Auf der Automesse in Peking debütiert ein Vorabmodell des künftigen Mercedes CLC. Dieses für Mitte nächsten Jahres geplante viertürige, im Stil des großen CLS gezeichnete Coupé wird mit einer Länge von 4,60 m an die heutige C-Klasse heranrücken und soll mit einem rekordverdächtigen cW-Wert von 0,22 neue Maßstäbe setzen.

Ein Jahr später folgt eine sportliche Shooting Brake-Version. Ergo: Wenn ihre scharfe Designlinie ankommt, könnte die neue A-Klasse fix zum 1er aufschließen. Die Van-Rolle bei den Kompakten mit Stern übernimmt die neue B-Klasse. Das 4,36-Meter-Hochdachauto ist wegen der erhabenen Sitzposition auch für Fans der alten A-Klasse interessant. Zwar ist ihr Preis mit wenigstens 26.000 Euro klar höher, aber der BMW-Van kommt ja erst 2015.

Unterhalb der A-Klasse muss Mercedes aufholen. Während BMW hier mit der wachsenden Mini-Familie – gerade ist der Roadster gestartet und das SUV-Coupé Paceman ist für Anfang 2013 angesagt – von Erfolg zu Erfolg fährt, ist der Smart, den es derzeit nur als Coupéund Cabrio-Zweisitzer gibt, immer noch kein Verkaufshit. Eine neue viertürige Variante, die auf einer gemeinsam mit Renault entwickelten Basis entsteht, und auch der neue zweisitzige Fortwo erscheinen erst 2014.

SPANNENDE 3er-ABLEGER UND EIN PRAKTISCHER C-KLASSE-VAN
In der Mittelklasse hat BMW zunächst den Vorteil des Newcomers. Die neue 3er-Reihe fährt seit Mitte Februar – mit Motoren von 163 bis 306 PS und neuen elektronischen Helfern, inklusive Headup-Display oder Verkehrszeichenanzeige. Im September kommt die stylische Kombiversion Touring, im Sommer 2013 folgt das zweitürige Coupé mit den rahmenlosen Fensterscheiben, im Frühjahr 2014 das neue Cabrio – erneut mit Blech-Klappdach.

Davor gibt es aber noch eine schöne Überraschung namens „F35“. Dahinter verbirgt sich ein BMW 3er GT, der kleine Kollege des erfolgreichen 5er GT. Also eine etwas höhere, sehr komfortable Version des 3er mit vier Türen, flottem Schrägheck, variablem Kofferraum und großer (hier einteiliger) Heckklappe. Der Verkauf des Autos beginnt schon Anfang 2013.

Und BMW bringt noch eine Mittelklasse-News. Sie heißt Erlkönige: BMW 4er Cabrio und Coupé, weil das mehr hermacht, kommt 2014 und ist bei Licht besehen eine drei Zentimeter flachere, rund fünf Zentimeter längere, viertürige (!) Coupéversion des 3er – auch mit Allradantrieb zu haben. Fehlt etwas? Ja, der Überflieger M3, dessen Erbe schon Ende 2013 auf solvente Dompteure lauert. Erstmals wieder mit Reihensechszylinder: drei Liter Hubraum, 430 PS – zehn mehr als bisher. Tempo 100? In gut 4,5 Sekunden.

Der Mercedes-Rivale ist die C-Klasse, die ab 2014 in neuer Form auf Gegenkurs geht. Weil mit dem A-Klasse-basierten CLC und dessen Shooting Brake-Version gleich zwei stramme, 4,60 Meter lange Fronttriebler von unten ins angestammte C-Klasse-Revier drängen, wird der mit Hinter- und Allradantrieb geplante Nachfolger des heutigen Modells mit gut 4,70 Metern rund zehn Zentimeter länger und auch repräsentativer.

Die Qualität der im Innenraum verbauten Materialien soll spürbar steigen. Neben der klassischen Limousine wird es wieder ein T-Modell (Ende 2014) geben. Bereits im Jahr der Markteinführung soll die C-Klasse als C 300 BlueTEC HYBRID (204 PS-Diesel plus 20 kW-Elektromotor) erhältlich sein. Im Jahr darauf wird eine neue Hochdachvariante die Tugenden der B-Klasse eine Etage aufwärts tragen. Im Lastenheft des ersten CKlasse-Vans stehen: bequemer Einstieg, erhöhte Sitzposition, luftiger Innenraum. Ebenfalls noch im Jahr 2015, spätestens Anfang 2016 sollen das neue Coupé und ein viersitziges Cabriolet folgen.

DIE SCHICKE 5er-REIHE LAUERT JETZT AUF DIE NEUE E-KLASSE
In der Oberklasse fahren bei BMW erfolgreich die ansehnlichen 5er Modelle – Limousine und Touring. Aktuelle News: Gerade am Start sind der M550d mit 381 PS (dreifach aufgeladener Reihensechszylinder) und der Benzin-Vollhybrid (ActiveHybrid 5) mit 340 PS Systemleistung, der bis zu Tempo 60 elektrisch fahren kann.

Der höhere 5er Gran Turismo (GT) mit Heckklappe wird jedoch erst 2015 erneuert, zuvor gibt es im nächsten Jahr ein Facelift. Mercedes setzt ab Frühjahr 2013 die überarbeitete E-Klasse dagegen. An der Front fallen neue Scheinwerfer und der stärker dreidimensional geprägte Grill ins Auge. Der kritisierte Hüftschwung über den hinteren Radhäusern verschwindet. Neu im Programm ist der jüngst in der C-Klasse vorgestellte 1,6-Liter-Turbobenziner (156 PS).

Der Diesel-Hybrid E 300 BlueTEC HYBRID ist auch dabei. Die wohl schönste Art, E-Klasse zu fahren, heißt weiterhin Mercedes CLS. Dem schicken Flachmann, mit dem der Begriff des viertürigen Coupés Einzug hielt, wird nun noch ein eleganter Sportkombi zur Seite gestellt: Der CLS Shooting Brake startet im kommenden November.

Auf den CLS waren sie bei BMW lange ziemlich neidisch. Das Gegenmittel startet am 1. Juni, und die Rede ist vom viertürigen BMW 6er Gran Coupé, das sich mit einer Länge von 5,01 m zwischen 5er und 7er platziert. Das nur 1,39 Meter hohe, viertürige Supercoupé erhält alle Features des 7er, bei den Motoren reicht die Palette vom 79.500 Euro teuren 640i mit 320 PS bis zum 650i (450 PS) für 92.600 Euro.

DAS NEUE 7er FLAGGSCHIFF KOMMT 2015, DIE S-KLASSE SCHON 2013
Bleibt das 7er-Flaggschiff, dessen Nachfolger BMW erst 2015 präsentiert – wie zeigen die erste Designidee. Im Juli gibt es noch eine optische Auffrischung und optimierte Motoren des aktuellen BMW 7er Facelift: Erlkönig am Ring. So wächst die Power des 4,4-Liter- V8 von 407 auf 450 PS, zudem kommt der neue sechszylindrige Tri-Turbodiesel mit 381 PS. Mercedes indes hat schon Anfang nächsten Jahres die neue S-Klasse parat. Sie soll dank fahrbahnerkennender Dämpferregelung (Magic Ride Control) sensationellen Federungskomfort bieten bei zugleich höchstmöglicher aktiver und passiver Sicherheit.

Und sie wird zur Modellfamilie ausgebaut – mit bis zu sechs Varianten: Standard-Limousine, lang, superlang (Pullman), Coupé (früher CL), Cabrio und dazu ein viertüriges Coupé. Bei den Offroadern, die sich zunehmend als Stadtindianer verkleiden, sind beide Marken gut aufgestellt. BMW hat gerade das Einstiegsmodell X1 geliftet. Das 4,45-Meter- SUV zeigt beim Verkaufsstart im Juli eine verschönerte Front, drinnen feinere Materialien und neue Fahrerassistenzsysteme.

Eine Klasse tiefer offeriert Mini das quirlige SUV Countryman: 4,10 Meter, 98 PS – ab 20.200 Euro. Gegen den X1 plant Stuttgart den Doppelschlag: Gleich zwei rustikale, auf der A-Klasse basierende Ableger, wahlweise mit und ohne Allradantrieb, sind in Sicht. Ende 2014 kommt ein im Coupé-Stil gezeichnetes Sport-SUV (Arbeitstitel: Mercedes GLC). Frühestens 2015 dürfte ein klassischer Offroader folgen – mit höherem Dach und steilem Heckabschluss.

Die Motoren stammen von der A-/B-Klasse, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gibt’s als Extra. Der größere Mercedes GLK übrigens wurde gerade überarbeitet, trägt nun neue Scheinwerfer, weichere Kanten, hat ein Rundum-Kamerasystem fürs Rangieren und dazu sparsamere Motoren (143 bis 306 PS) – alle mit Start-Stopp-System. Oberhalb des BMW X1 rangiert der 4,65 m lange Mittelklässler X3 (ab 37.800 Euro).

Auch er ist noch frisch – und GLK-Rivale, wenngleich etwas größer. Und demnächst bieten die Münchner noch eine Überraschung, denn zwischen X3 und X5 platzieren sie ein sportliches SUV-Coupé namens BMW X4. Das ist offiziell bestätigt, schnittig gezeichnet, knapp 4,60 m lang und fast ein Ami – es wird im US-Werk Spartanburg montiert. Die ersten Exemplare sollen im Frühjahr 2014 im Handel sein. Ganz oben gibt es bei BMW die Dickschiffe X5 und X6 – 4,86 und 4,88 m lang.

Der erste spielt den klassischen Offroader, der zweite im Coupé-Stil die Sportskanone. Wir zeigen schon den schärferen Nachfolger des X5, der im Herbst 2013 startet. Seine Länge bleibt fast gleich, der Radstand aber wächst um 1,5 Zentimeter auf rund 2,93 m, die Rückbank lässt sich nun im cleveren Verhältnis 40:20:40 umlegen. Als neuer Basisdiesel bringt sich hier der 218-PS-Vierzylinder aus dem 525d in Position, als Top-Triebwerk der V8-Doppelturbo mit nun 450 PS. Der neue BMW X6 folgt erst nach 2014.

Wichtigste Mercedes-Offerte bei den großen SUV ist die jüngst erneuerte Mercedes M-Klasse (204 bis 525 PS, ab 54.978 Euro). Der im US-Werk Tuscaloosa gebaute Offroader ist fahrdynamisch fitter denn je. Anfang 2014 wird ihm ein viertüriges Gelände-Coupé zur Seite stehen – der gegen den BMW X6 positionierte MLC. Und auf der New York Auto Show glänzt gerade der brandneue GL im Scheinwerferlicht. Der mit dem ML verwandte, 5,12 m lange und 2,14 m breite Luxusliner bietet ein Stauvolumen von bis zu 2.300 Litern.

Die Luftfederung Airmatic ist ebenso inklusive wie Systeme zur Müdigkeits- und Kollisionswarnung, ein Glasschiebedach oder der elektrische Heckklappenöffner. Erstmals gibt es die aktive Wankstabilisierung Active Curve System als Extra. Die beiden vorerst lieferbaren Motoren sollen um bis zu 20 Prozent sparsamer sein.

Diesel: GL 350 BlueTEC 4MATIC, 3,0-Liter-V6 (258 PS, 7,4 l D/100 km). Benziner: GL 500 4MATIC BlueEFFICIENCY, 4,7-Liter-V8 (408 PS, 11,3 l S/100 km. Und auch das klassische G-Modell wird jetzt aufgefrischt in die nächste Runde gehen. Das seit 1979 lebende Gelände-Urgestein erhält ein neues Cockpit samt Farbdisplay und das Multimedia-System Comand Online – Navi und Internet.

An Stelle des G 55 AMG treten der G 63 AMG (5,5-Liter-V8-Biturbo, 544 PS) und der G 65 AMG (6,0-Liter-V12-Biturbo, 612 PS). Die Preise reichen von 85.300 Euro für den G 350 BlueTEC (3,0-Liter-V6-Diesel, 211 PS) bis zu 264.180 Euro für den G 65 AMG. Kurzer Abstecher zu den Sportlern: Mercedes-Sportwagenfans dürfen sich auf den kleinen Bruder des Flügeltürers SLS AMG freuen.

Der neue heißt Mercedes SLC AMG, ist rund 4,40 Meter lang, kommt aus Kosten- und Gewichtsgründen ohne Flügeltüren aus und wird Anfang 2015 soweit sein. Der Motor? Wir tippen auf einen neuen, bis zu 500 PS starken 4,0-Liter-V8-Turbo, der sein Debüt in der neuen S-Klasse gibt. Der BMW-Supersportwagen (siehe Heft 5/2012) braucht noch das Okay des Vorstands.

NEUE BMW-KOHLEFASER-ÖKOS UND ELEKTRISCHE A- UND B-KLASSEN
Jetzt die Autos fürs gute Gewissen. Es hat sich herumgesprochen, dass BMW eine neue supersparsame Autogeneration plant. Den Anfang macht der BMW i3, der Ende 2013 startet – ein 170 PS starkes und 150 km/h schnelles Elektro-Kompaktauto (3,86 m) mit bis zu 160 km Reichweite. Der Preis? Noch offen. Auch ein Van und ein i3-Hybrid mit bis zu 400 km Reichweite sind geplant.

Den Sportler mimt der für Anfang 2014 geplante BMW i8, ein 2+2-sitziger, bis zu 250 km/h schneller Hybrid mit 354 PS Systemleistung (Dreizylinder-Benziner mit 223 PS plus E-Motor), der in fünf Sekunden 100 km/h erreicht und nur drei Liter Benzin schlucken soll. BMW zeigt jetzt sogar eine Spyder-Version. Und Mercedes? Die Marke bringt im Juni den neuesten Elektro-Smart, der per 75-PS-E-Motor 120 km/h erreicht und dank 17,6-kWh-Akku bis zu 140 km weit fährt. Ende 2014 dürfte die E-Version der A-Klasse startklar sein. Ist die Batterie erschöpft, lädt ein kleiner Dreizylinder- Benziner sie auf. Wir freuen uns auf erste Vergleichstests.
Wolfgang Eschment, Stefan Miete

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