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VW Up gegen Fiat 500, Ford Ka und Peugeot 107 im Test

VW Up | Fiat 500 | Ford Ka | Peugeot 107

VW bringt mit dem Up endlich wieder ein echtes Volksauto für etwa 10.000 Euro auf den Markt. Zeit für die erste Begegnung mit drei etablierten Zwergen

Wenn die Wolfsburger eine Lücke in ihrem dichten Modellprogramm schließen, dann wollen sie das richtig tun. Erst recht, wenn es sich wie beim neuen VW Up um das künftig günstigste Auto der Marke handelt. Eines, das dem Volk wieder näher rückt und den Einstieg in die bunte VW-Welt für weniger als 10.000 Euro (60-PS-Version) ermöglicht. Um die Stückzahlen hoch- und die Kosten runterzutreiben, soll der komplett neue Kleinstwagen nicht nur die technische Basis für die Schwestermodelle von Skoda (Citigo) und Seat (Mii) bereitstellen, sondern auch das Fundament für etliche Familien-Ableger bilden.

So stehen für den Nachfolger des bis 2005 gebauten Lupo bekanntlich schon jetzt eine Elektro-Version, ein Buggy-ähnliches Cabrio, eine Erdgas-Variante und ein höhergelegter Mini-Crosser in der Planung. Die komplett neue Baureihe soll breit aufgestellt werden, damit sie sich am Ende auch rentiert. Schließlich teilen sich in diesem preissensiblen Segment auch die Konkurrenten gemeinsame Baugruppen.

Selbst der so knuffige Frauenliebling Fiat 500 nutzt die Technik des sachlichen Panda und des wendigen Ford Ka. Die laufen allesamt im polnischen Werk Tychy vom Band. Und der Peugeot 107 teilt sich eine gemeinsam entwickelte Plattform mit Toyota Aygo und Citroën C1 und rollt zusammen mit ihnen aus dem tschechischen Werk in Kolin. Wie viel Auto kann man bei so viel Kostendruck eigentlich noch erwarten? Eine ganze Menge, wie dieser Vergleichstest zeigt.

Karosserie

Schon bei der ersten Sitzprobe im neuen VW Up kann man ins Staunen geraten. Qualitativ wurden hier nur wenig Abstriche zu den größeren Wolfsburgern gemacht. Der Up gefällt mit VW-typischer Ordnung, pfiffiger Cockpitgestaltung und feinen Materialien. Besonders schön sind die in Wagenfarbe lackierten Flächen rund um die Armaturen. Das müssen selbst die ebenso makellos verarbeiteten Gegner Fiat 500 und Ford Ka einsehen, deren Knöpfe und Schalter etwas unübersichtlicher sortiert sind.

Auf zeitgemäße Qualitätsanmutung muss man nur im Peugeot 107 verzichten – billiges Plastik und scharfe Kanten sollten heutzutage nicht mehr sein, zumal der Franzose keinen Deut günstiger als die Mitstreiter angeboten wird. Zurück im VW beeindruckt auch das Platzangebot. Was die Wolfsburger aus den klassenüblich bescheidenen Abmessungen von 3,54 mal 1,64 Meter holen, ist beachtlich. Ein so großzügiges und luftiges Raumgefühl hat man in dieser Klasse bisher noch nicht erlebt.

Das liegt vor allem an den steilen Seiten, den niedrigen Fensterkanten und den großen Scheiben. Dabei wirkt der VW Up von außen nicht weniger dynamisch als die runden Konkurrenten. Obwohl der Ford Ka sogar fast zwei Zentimeter breiter ist, bietet der Up vorn wie hinten ganze neun Zentimeter mehr Platz für Ellenbogen und Schultern. Zudem schnüren die wuchtigen Mittelkonsolen von Ford und Fiat die Bewegungsfreiheit zusätzlich ein. In Peugeot und VW haben die Knie von Fahrer und Beifahrer mehr Bewegungsraum, bieten die Mittelkonsolen besser nutzbare Ablagen und tauglichere Getränkehalter.

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Und während die Rückbänke von Ford, Fiat und Peugeot nur Notunterkünfte sind, können sich im VW Up sogar Großgewachsene nicht beschweren. Durch die hohe Dachlinie und das steil abfallende Heck wird hier trotz Schiebedach eine vorbildliche Kopffreiheit geboten. Als wäre das nicht genug, brüskiert der geräumige Kofferraum des kleinsten Wolfsburgers die Konkurrenz zusätzlich. 251 bis maximal 951 Liter passen hinter die mit dunklem Glas verkleidete Heckklappe. Da können die anderen nur staunen, kommen sie doch mit umgeklappten Rücklehnen auf höchstens 750 Liter.

Im Up gefällt zudem der clever versenkbare Ladeboden (ab move up!, Aufpreis: 800 Euro), der für eine ebene Ladefläche und ein geräumiges Schmuggelfach sorgt. Als Gipfel der Alltagstauglichkeit dürfen die beiden Kleiderhaken an den B-Säulen gesehen werden, die so gar nicht klassenüblich sind. Auch wenn man im Peugeot auf den vorderen Plätzen genug Raum hat, bleiben im Heck bei aufgestellten Rücksitzen nur mickrige 130 Liter Kofferraum übrig. Dafür ist der Franzose der einzige im Test, den es für bequemen Fondzustieg wahlweise auch als Viertürer gibt (Aufpreis: 450 Euro). Allerdings hat auch VW schon einen Up mit vier Türen angekündigt.

KarosserieMax. PunkteVW Up 1.0Ford Ka 1.2Fiat 500 Twin AirPeugeot 107 70 Petit Filou 70
Raumangebot vorn10056545450
Raumangebot hinten10038302836
Übersichtlichkeit7042424040
Bedienung/ Funktion10072697070
Kofferraumvolumen10014840
Variabilität10020152015
Zuladung/ Anhängelast80117188
Sicherheit15067495953
Qualität/ Verarbeitung200124122122103
Kapitelbewertung1000444396415375
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Up 1.0

PS/KW 75/55

0-100 km/h in 13.60s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 171 km/h

Preis 10.450,00 €

Ford Ka 1.2

PS/KW 69/51

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 159 km/h

Preis 9.700,00 €

Fiat 500 Twin Air

PS/KW 86/63

0-100 km/h in 14.00s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 173 km/h

Preis 14.400,00 €

Peugeot 107 70 Petit Filou 70

PS/KW 68/50

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 157 km/h

Preis 10.090,00 €