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Vergleich City-Cars: Opel Adam, VW Up, Fiat 500 und Ford Ka

Stadtrundfahrt

Fiat 500, Ford Ka und VW Up! sind die Hits im Segment der City-Autos. Doch jetzt kommt der schick gestylte Opel Adam, um ihnen das Leben schwer zu machen. Vergleichstest

Bunte Bilder mit jungen Hipstern in schrägen Klamotten und peinlichen Posen. Was so aussieht wie eine Kollage von Party-Schnappschüssen auf Facebook, ist Teil des Opel Adam-Produktkatalogs. Viele Fotos, unzählige Farben, kaum Text. Opel will cool sein mit einem Kleinstwagen auf Corsa-Basis und das angestaubte Image loswerden. Der Kleine ist benannt nach dem Firmengründer Adam Opel, wird aber Ädäm ausgesprochen. Klingt gleich viel internationaler und richtig trendy.

Keine Frage, der Adam ist ein Hingucker, doch wie sieht’s mit seinen Eigenschaften aus? Wie schlägt er sich mit dem 87 PS starken 1,4-Liter-Benziner? Zum Test haben wir die Spitzenreiter des XXS-Auto-Segments eingeladen: VW Up 1.0 BlueMotion Technology (Dreizylinder, 75 PS) und Fiat 500 0.9 TwinAir (Zweizylinder, 86 PS). Die Plattform des Italieners – sie basiert auf der des Panda – nutzt auch der Ford Ka 1.2 mit vier Zylindern und 69 PS.

Karosserie

Dass unter dem Opel Adam ein Corsa steckt, merkt man vor allem auf den vorderen Sitzen mit ausreichend Platz nach allen Seiten. Selbst Personen über 1,90 Meter finden hier genug Raum – nicht zuletzt dank der guten Kopffreiheit und des vertikal sowie axial einstellbaren Volants. Diese Möglichkeit fehlt Fiat, Ford und VW. Auch die Fußräume der drei etablierten Stadt-Autos sind enger als der des Opel. Fiat 500 und Ford Ka mangelt es zudem an Ellenbogenfreiheit vorn – und hinten, genau wie im Adam, dessen Radstand 20 Zentimeter kürzer ist als der des Corsa. Ausreichend Kopffreiheit für Erwachsene im Fond und einen halbwegs angenehmen Einstieg durch die Lücke zwischen geklappter vorderer Sitzlehne und B-Säule bietet nur der Up (vier Türen: 480 Euro). Das Entern der Fonds von Fiat, Ford und Opel ist spürbar anstrengender.

Fensterflächen und Spiegel des Wolfsburgers sind groß, sodass man auch in den engsten Gassen und Parkhäusern souverän unterwegs ist – selbst ohne die im Testwagen installierte Einparkhilfe (im Paket für 595 Euro). Auch die Bedienung von Radio und Klimaanlage ist VW-typisch konservativ, aber übersichtlich und benutzerfreundlich gestaltet. Nur dass man den Tankdeckel allein mit dem Schlüssel öffnen kann und der Mini-Motorhaubenaufsteller etwas versteckt liegt, stört im Alltag.

Die Bedienung im Adam gelingt ebenfalls intuitiv, und das IntelliLink genannte Radio mit Sieben-Zoll-Touchscreen (300 Euro) ist eine Empfehlung wert. In Fiat und Ford stören unter anderem die zum Teil klein geratenen Tasten und Knöpfe.

Wenn es ums Laden geht, ist der Up einsame Spitze: 251 Liter Standardvolumen schluckt der kleinste VW. Legt man die Rücksitzlehnen um, sind sogar 951 Liter möglich. Da können Ka (224 bis 710 Liter) und 500 (185 bis 610 Liter) nicht mithalten – der Fiat darf jedoch die meisten Kilos mit an Bord nehmen und sogar noch einen bis zu 800 Kilo schweren Hänger ziehen. Adam-Fahrer müssen mit 170 bis 663 Liter Volumen auskommen und ihr Gepäck über die 85 Zentimeter hohe Ladekante auf den wiederum 30 Zentimeter unter dieser liegenden Ladeboden hieven. Praktisch geht anders. Übrigens: Bei umgeklappten Rücksitzlehnen erfreut keiner der Testwagen mit einer ebenen Ladefläche.

Dass der Adam ein sehr moderner Kleinwagen ist, merkt man auch an seiner im Vergleich umfangreichen Sicherheitsausstattung. Reifendruckkontrolle, Einparkassistent sowie Licht- und Regensensor bietet – wenn auch gegen Aufpreis – in diesem Segment nur Opel an. Einen Notbremsassistenten (automatische Vollbremsung unter 30 km/h; 595 Euro) gibt’s allerdings lediglich für den Up. Sicher keine schlechte Investition in ein Auto, dass in der Stadt zu Hause ist.

Materialien und Verarbeitungsqualität sind im Opel auf Vergleichsweise hohem Niveau. Weich geschäumte Verkleidungen, im Testwagen auch Leder (1000 Euro) und Klavierlack (100 Euro), muten hochwertig an, und die Spaltmaße im Innenraum passen ebenfalls. Das ist nicht üblich in diesem Segment, wie Fiat 500 und Ford Ka beweisen. Allerdings ist auch der Opel-Testwagen nicht frei von Fehlern. Knarzgeräusche im Armaturenbrett des straff gefederten Adam (Sportfahrwerk, 17-Zoll-Räder) und die nicht sauber eingepasste Beifahrertür trüben den ansonsten tadellosen Eindruck etwas. Zwar findet man im Cockpit des Up vor allem Hartplastik, doch die Verarbeitung ist sauber und solide.

KarosserieMax. PunkteVW Up! 1.0 BlueMotion TechnologyOpel Adam 1.4 ecoFLEXFord Ka 1.2Fiat 500 0.9 TwinAir
Raumangebot vorn10057605454
Raumangebot hinten10038323028
Übersichtlichkeit7047454042
Bedienung/ Funktion10074726870
Kofferraumvolumen10014294
Variabilität10016181818
Zuladung/ Anhängelast801012724
Sicherheit15040502534
Qualität/ Verarbeitung200125126120120
Kapitelbewertung1000421417371394
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Up! 1.0 BlueMotion Technology

PS/KW 75/55

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 171 km/h

Preis 11.590,00 €

Opel Adam 1.4 ecoFLEX

PS/KW 88/65

0-100 km/h in 11.50s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 176 km/h

Preis 14.955,00 €

Ford Ka 1.2

PS/KW 69/51

0-100 km/h in 13.00s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 159 km/h

Preis 11.100,00 €

Fiat 500 0.9 TwinAir

PS/KW 117/86

0-100 km/h in 12.20s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 173 km/h

Preis 15.200,00 €