Fahrbericht: Opel Adam 1.4 ecoFLEX Hoffnungsträger

20.11.2012

Der kleine Eisenacher ist das einzige City-Car, das in Deutschland montiert wird – und einer der Hoffnungsträger für Opel. Fahrbericht zum Adam 1.4 ecoFLEX

Über die Namensgebung für Autos kann man lange diskutieren. Opel hat in dieser Hinsicht zumindest Mut bewiesen und sich von sterilen Kunstworten wie Astra und Zafira verabschiedet. Mocca und Adam heißen die neuen Modelle der Rüsselsheimer. Wobei Adam laut offiziellem Marketingsprech eigentlich ein Ädam ist – aber was soll’s: Opels Kleiner wird in Eisenach gefertigt und ist somit – auch wenn viele Teile aus dem Werk im spanischen Saragossa kommen – ein waschechter Deutscher. Schließlich ist er auch in Rüsselsheim entwickelt und designt worden. Dabei hat man sich offensichtlich bemüht, einen eher rundlichen und gefälligen Kleinstwagen auf die Räder zu stellen: Ähnlichkeiten mit dem Fiat 500 dürften nicht zufällig sein.

Insgesamt ist der Opel zwar rund 14 Zentimeter länger als der Fiat, beim Radstand ist er mit 2,31 Metern aber nur um einen Zentimeter im Vorteil. Folge: Im Innenraum geht es nicht gerade üppig zu. Vorn reicht der Platz aus, doch die Sessel sind recht klein geraten.

 

Fahrbericht Opel Adam 2013: Im Fond fehlt Kopffreiheit

Der Zugang in den Fond des nur als Dreitürer gebauten Adam ist dank weit vorfahrbarer Vordersitze unproblematisch. Und selbst Erwachsene finden, wenn die Vornsitzenden kompromissbereit sind, genügend Raum für die Beine. Wegen der weit nach unten gezogenen Dachlinie fehlt es bei Menschen über 1,88 Meter Körpergröße allerdings an Kopffreiheit. Der Kofferraum fällt, wie nicht anders zu erwarten war, mit 170 bis 663 Liter Volumen recht klein aus. Die hohe Ladekante und eine Stufe bei umgeklappten Rücksitzlehnen schränken die Nutzung weiter ein. Mit sechs Airbags und dem Schleuderschutz ESP ist der Adam aber in puncto Sicherheit serienmäßig gut in Form. Optional gibt’s je nach Ausstattung noch eine Reifendruckkontrolle für 120 Euro.

Mehr Auswahl haben die Kunden bei Farben, Materialien und Accessoires. Wer bei der Zusammenstellung seiner Fantasie freien Lauf lässt und etwas Geld in die Hand nimmt, kann sich ein Unikat bestellen. Das fängt bei der Zweifarbenlackierung an und hört beim Color-Innenspiegel auf. Wobei die Verarbeitung und auch die Materialien des von uns gefahrenen Opel Adam einen sehr guten Eindruck hinterließen. Derart solide und mit sattem Klang schließende Türen sind im Kleinstwagensegment selten.

Der kleine Opel ist vorerst mit drei Benzinern mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum von 70 bis 100 PS zu haben. Für diesen Fahrbericht stand uns die mittlere Motorisierung mit 1,4 Litern und 87 PS zur Verfügung. Der Adam erschien zudem als ecoFLEX mit Start-Stopp-System und in der Top-Ausstattung Slam ab 15.495 Euro inklusive Klimaautomatik, 17-Zöllern und Sportfahrwerk. Die empfehlenswerte Lederausstattung mit Sitz- und Lenkradheizung kostet dann nur 850 Euro (sonst 1000 Euro) extra.

 

Opel Adam 1.4 ecoFlex: Motor verlangt nach Drehzahlen

Der aus Corsa und Astra bekannte Vierzylinder mobilisiert bis zu 130 Newtonmeter Drehmoment, verlangt dabei jedoch nach Drehzahlen. Unter 2000 Touren tut sich wenig, kurz darüber geht es dann aber doch temperamentvoll los. Wer will, kann mit dem Opel Adam 2013 auf kurvenreichen Landstraßen auch flink unterwegs sein und jede Menge Spaß haben. Auf unebenem Asphalt machen sich jedoch die großen Räder und das Sportfahrwerk unseres Testwagens sowie der relativ kurze Radstand durch straffes Abrollen bemerkbar.

Der fünfte Gang des manuell zu betätigenden Getriebes ist sehr lang übersetzt, sodass die Höchstgeschwindigkeit von 176 km/h nur mit viel Anlauf erreicht wird. Dabei bleibt der Motor aber sehr leise, und auch Windgeräusche machen sich kaum bemerkbar. Die Schaltung gefällt mit kurzen Wegen, die Sportlenkung durch gute Rückmeldung. Die Bedienung des kleinen Opel ist ebenfalls völlig unkompliziert.

An sinnvollen Extras empfehlen sich der automatische Parkassistent (580 Euro), der den Adam in Längs- und Querparklücken steuert, das FlexFix-System mit intergriertem Fahrradträger (590 Euro) und das Radio Intelli-Linksystem (300 Euro) mit Touchsreen samt Farbdisplay. Letzteres beinhaltet nicht nur Bluetooth-Telefonie, sondern auch die Möglichkeit, Musik vom Smartphone zu hören oder sich die Navigationsinfos des Telefons auf dem Display anzeigen zu lassen.

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Die Basisversion (Radio, elektr. Fensterheber, Stahlräder) des Adam mit 70 PS steht ab 11.500 Euro in der Preisliste. Die anderen Motorisierungen sind jedoch an teurere Ausstattungen gekoppelt und kosten dadurch mehr als 14.000 Euro. Das machen andere Hersteller aber nicht anders. Deren City-Cars werden allerdings nicht in Deutschland gebaut.
Klaus Uckrow

Fazit: Der Opel adam ist ein gelungener Kleinstwagen mit begrenztem Platzangebot. Verarbeitung und Materialien des testwagens hinterließen einen sehr guten Eindruck.

Was die Zukunft bringt, zeigt unsere Vorschau auf die Opel-Neuheiten bis 2016. Frischluft-Fans dürfen sich bereits auf ein Opel Adam Cabrio mit Rolldach freuen.

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