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Verbot von Benzin-/Dieselautos bis 2030 (Update!)

Ende von Verbrennungsmotoren könnte Tausende Jobs kosten

Die Pläne für ein Verbot von Benzin- und Dieselautos bis 2030 könnten für den Arbeitsmarkt weitreichende Folgen haben. Die IG Metall warnt vor dem Verlust Tausender Jobs durch den Schwenk zur Elektromobilität.

Im Zuge des ab 2030 drohenden Verbots für Benzin- und Dieselautos und den dadurch angetriebenen Fortschritt im Bereich Elektromobilität, bangt die IG Metall um Tausende Jobs in Deutschland. Aufgrund zunehmender Elektrifizierung und den rasenden Fortschritt in Asien in der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sei man in Sorge, die deutsche Industrie könne abgehängt werden. "Die hiesige Automobilindustrie darf nicht als Bremser auftreten, sondern muss sich an die Spitze der technologischen Entwicklung setzen", forderte der bayerische Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Auch VW-Betriebsratschef Osterloh warnte bereits vor den Konsequenzen des Endes für Benzin- und Dieselautos schon ab dem Jahr 2030 – 20 Jahre früher, als von der Bundesregierung bereits indirekt beschlossen (Beitritt ZEV-Allianz). Ihmzufolge seien in den kommenden zehn Jahren rund 25.000 Stellen betroffen, die durch den Schwenk zu Elektroautos wegfallen würden. Laut einem Bericht von "Spiegel Online" Anfang Oktober soll im Bundesrat ein Beschluss gefasst worden sein, der Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2030 verbietet. Die EU-Kommission werde darin aufgefordert, "die bisherigen Steuer- und Abgabenpraktiken der Mitgliedstaaten auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung emissionsfreier Mobilität auszuwerten ..., damit spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreier Pkw zugleassen werden". Im Bundesrat sah man wohl handlungsbedarf, da der Umstieg auf Elektroautos trotz Prämie nur sehr schleppend vorankommt. Um das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 zu erfüllen, müsste Deutschland seine CO2-Emissionen um bis zu 95 Prozent senken. Ein Ziel, das womöglich nun durch einschneidende Maßnahmen in die entsprechende Bahnen gelenkt werden soll.

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Bundesländer fordern Benzin-/Diesel-Verbot bis 2030

Ein ähnliches Vorhaben äußerten vor einiger Zeit die Grünen. Der Bundesvorstand der Partei fordert dabei bereits ab 2030 keine Benzin- und Dieselfahrzeuge mehr zulassen zu wollen. Auf einem Bundesparteitag im November 2016 (in Münster) sollen die Parteimitglieder darüber abstimmen. Die Automobilwirtschaft hat nur dann eine Zukunft, wenn sie Fahrzeuge entwickelt, die sauber und leise sind und kein CO2 mehr verursachen", lautet eine Formulierung. Die deutschen Autohersteller hätten sich mit dem Festhalten am Verbrennungsmotor in eine Sackgasse manövriert. Bei der Herstellung von Elektromobilen hätten Autobauer aus China, Japan und den USA großen Vorsprung. Der Skandal um gefälschte Diesel-Abgaswerte müsse ein 'Weckruf' für die Industrie sein, schneller auf die Elektromobilität umzuschalten." Parteichefin Simone Peter hält eine grundlegende Erneuerung der Verkehrspolitik und eine Verlagerung des Güterverkehrs und des Luftverkehrs auf die Schiene für notwendig. Die LKW-Maut müsse auf das gesamte Straßennetz und auf Fernbusse ausgeweitet werden. Der Schienenverkehr sei das Rückgrat eines modernen Mobilitätssystems. Deshalb sei es ein Skandal, dass die Bundesregierung über Jahre den Verfall der Schieneninfrastruktur zugelassen habe.

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Deutschland tritt der ZEV-Allianz bei

Ein Beschluss im Rahmen der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (Paris 2015) sorgte zuvor nicht nur in der deutschen Automobilbranche für mächtig Aufruhr. Deutschland, Vorzeigeland in diesem wirtschaftlichen Sektor, trat der ZEV-Allianz (zero-emission vehicle) bei. Dieser Zusammenschluss setzt sich zum Ziel, spätestens im Jahr 2050 alle Fortbewegungsmittel, die nicht emissionsfrei fahren, von den Straßen zu verbannen. Autos mit Benzin- und Dieselaggregaten sollen bis dahin endgültig der Geschichte angehören. Bei der Vereinigung nehmen neben Deutschland bereits andere Länder teil: Großbritannien, Niederlande, Norwegen, acht US-Bundesstaaten (u. a. Kalifornien) sowie die kanadische Provinz Quebec sagen Verbrennungsmotoren den Kampf an und wollen diese innerhalb von 35 Jahren den Garaus machen. Ziel der Anstrengungen ist es, den weltweiten Schadstoffausstoß um bis zu 40 Prozent zu senken und dabei zu helfen, den Klimawandel zu unterbinden. Außerdem wird die Ersparnis durch den Verzicht von Benzin- und Dieselantrieben jährlich auf beträchtliche eine Milliarde Tonnen CO2-Emissionen geschätzt. Der Effekt für die Umwelt wäre den ambitionerten Teilnehmer-Ländern zufolge umfangreich – immerhin ist der stetige Klimawandel für gewichtige Missstände (mit-)verantwortlich: Langfristig sollen Meeresspiegel und Luft-Temperaturen auch mithilfe der von der ZEV-Allianz initiierten Maßnahmen nicht weiter ansteigen, extreme Wetter-Umschwünge könnten so eingedämmt werden. Auch die Luft würde sauberer werden, wodurch nicht nur die Lebensqualität steigt, sondern auch weniger Menschen aufgrund von Lungenkrankheiten ums Leben kommen.

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Dieselmotoren und Benzinmotoren sollen verboten werden

Während Mobilitätsformen wie Carsharing und der öffentliche Nahverkehr in zahlreichen Ländern der westlichen Welt bereits viele Anhänger findet, ist der weltweite Trend hingegen (weiter) ein anderer: Es fahren erwiesenermaßen immer mehr Autos über den Globus, so wurde im Jahr 2010 erstmals die Milliarden-Marke geknackt. Neben der Politik sind es auch die Autohersteller selbst, die immer mehr Maßnahmen zur Verringerung des Schadstoff-Austoßes ergreifen und zunehmend auf Benzinmotoren sowie Dieselmotoren verzichten: Toyota beispielsweise verkündete im Oktober dieses Jahres, ebenfalls bis 2050 endgültig auf herkömmliche Antriebsvarianten zu verzichten und in der Zukunft ausschließlich auf Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantrieb zu setzen.

Lena Reuß/Patrick Freiwah