Sportwagen: Audi RS 5 gegen Nissan GT-R im Vergleichstest Audi RS 5 und Nissan GT-R

26.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Beide Sportler bringen ihre Kraft mit allen Rädern auf den Asphalt . Sonstige Gemeinsamkeiten? Keine. Der Audi RS 5 mimt den kraftstrotzenden Bodybuilder, der Nissan GT-R den blitzschnellen Ninja

Was für ein Tag: zwei vollgetankte Sportwagen mit frischen Reifen und eine freie Rennstrecke. In der einen Ecke steht der neue Audi RS 5. Seine Waffen: ein 4,2-Liter-V8-Saugmotor mit Direkteinspritzung und 450 PS, Doppelkupplungsgetriebe (S tronic) sowie Allradantrieb. In der anderen Ecke lauert Japans schneller Export, der Nissan GT-R. Er greift mit einem 3,8-Liter- Sechszylinder an, der mit Hilfe zweier Turbolader 486 Pferdestärken leistet und diese Kraft ebenfalls über ein Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder leitet. Schluss mit der Theorie. Schranke hoch und rauf auf den Rundkurs.

 

Karosserie

455 Liter Volumen fasst das Audi RS 5 Coupe-Gepäckabteil, dem 315 Liter im Nissan GT-R entgegen stehen. Allerdings ist die GT-R-Kofferraumöffnung ungünstig schmal geraten. Dass die Audi-Rückbank umklappbar ist, dürfte nur wenige potenzielle Käufer interssieren. Dass aber das Raumangebot vorn und hinten sowie die Qualität im RS 5 besser ausfallen hingegen schon.

KarosserieMax. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Raumangebot vorn1007267
Raumangebot hinten1002821
Übersichtlichkeit703730
Bedienung/ Funktion1009085
Kofferraumvolumen1003619
Variabilität100250
Zuladung/ Anhängelast802020
Sicherheit1509788
Qualität/ Verarbeitung200188180
Kapitelbewertung1000593510

 

Fahrkomfort

In den Audi-Sportsitzen (Serie) hält man es auch auf langen Autobahnetappen gut aus – zudem bieten sie genug Seitenhalt für gelegentliche Abstecher auf die Rennstrecke. Die Nissan 370Z entwerfen und gewinnen!-Bestuhlung ist etwas knapper geschnitten, aber ebenfalls nicht nur aufs Kurvenräubern ausgelegt. Auf der Autobahn und geflickten Fahrbahnoberflächen macht der Hockenheim 2: Zwei Audi-Piloten ganz obendie bessere Figur in diesem Vergleich.

Sein Sportfahrwerk ist zwar straff ausgelegt, kommt aber auch mit groben Unebenheiten zurecht, anstatt sie trocken an die Insassen weiterzugeben. Hier kann der GT-R – trotz adaptiver Dämpfer – nicht ganz überzeugen. Besonders über Querfugen poltert er etwas plump hinweg. Obwohl der Audi vom Geräuscheindruck her lauter ist als sein Rivale, sprechen die realen Messwerte eine andere Sprache. Aber nur, solange man im Komfortmodus bleibt.

FahrkomfortMax. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Sitzkomfort vorn150142135
Sitzkomfort hinten1002815
Ergonomie150130126
Innengeräusche503011
Geräuscheindruck1007276
Klimatisierung504138
Federung leer200120111
Federung beladen200122111
Kapitelbewertung1000685623

 

Motor und Getriebe

ESP aus, Dynamikmodus ein, linken Fuß auf die Bremse – Vollgas. Die Drehzahlnadel pendelt sich bei gut 6.000 Umdrehungen ein, der linke Fuß schnellt vom Pedal, und ab geht die Post. Die Startautomatik im RS 5 fordert die Antriebswellen heraus. Mit einem Ruck geht es los, schon nach 4,5 Sekunden schnellt die rote Tachonadel in den dreistelligen Bereich, 200 km/h liegen nach 15,5 Sekunden an. Weil der Nissan Micra 1.2 ohne Launch-Control auskommen muss, nimmt ihm der Audi A3 1.2 TFSI beim Anfahrwert auf 40 km/h zwei Zehntel ab.

Aber dann setzt die Kraft der zwei Turbolader ein. Mit aller Gewalt geht es vorwärts. 100 km/h sind nach 3,8 Sekunden erreicht, die 200er- Marke fällt nach nur 12,5 Sekunden – und die Beschleunigung will einfach nicht enden. Erst bei Tempo 310 ist Schluss. Der RS 5 ist bei 250 km/h abgeregelt, doch für 1.500 Euro Aufpreis hebt Audi das Limit auf 280 km/h an. Angesichts dieser Fahrleistungen gehen Verbräuche von 13,9 (Audi) und 14,3 Liter Super Plus pro 100 km in Ordnung, die Tanks der beiden Sportler sind mit 64 und 74 Litern allerdings viel zu klein.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Beschleunigung150143148
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit150102135
Getriebeabstufung1009598
Kraftentfaltung504850
Laufkultur1009293
Verbrauch325117110
Reichweite2578
Kapitelbewertung1000604642

 

Fahrdynamik

Mit jeweils knapp 1,8 Tonnen Leergewicht sind Nissan GT-R und RS 5 keine schlanken Athleten, trotzdem zeigen sie sehr unterschiedliche querdynamische Qualitäten. Wo der Nissan noch wie auf Schienen um die Ecke fliegt, schiebt der Audi schon über die Vorderräder gen Kurvenausgang. Im Verhältnis zum hohen Gewicht, das auf seiner Vorderachse lastet (1.041 kg), ist er trotzdem erstaunlich agil. Dennoch: Gegen den GT-R ist in diesem Vergleich auf dem 3,8 Kilometer langen Handlingparcours kein Kraut gewachsen.

In 1:35,6 Minuten schießt er über das kurvige Asphaltband – ganze 5,6 Sekunden schneller als der Audi RS 5. Der Japaner profitiert zum einen von seiner Bauweise (Motor hinter der Vorderachse, Getriebe vor der Hinterachse), die eine ausgewogenere Gewichtsverteilung bewirkt, zum anderen von seiner variablen Kraftverteilung. Im normalen Fahrbetrieb werden an Vorder- und Hinterachse jeweils 50 Prozent der Kraft geleitet, im Extremfall muss die Hinterachse aber mit dem gesamten Antriebsmoment allein zurechtkommen.

Ein weiterer Helfer bei der Zeitenjagd sind die semislickartigen Reifen, die erlauben, dass man sehr früh wieder voll aufs Gas steigen kann. Man meint, die Gesetze der Physik gelten nicht mehr. Auch die Slalomdisziplin durcheilt der GT-R 2,1 km/h schneller als der Audi, in der beide Sportler übrigens mit abgeschalteten Fahrdynamikregelungen antreten müssen. Lastwechselreaktionen zeigen die Kontrahenten kaum. Erst wenn man den Audi RS 5 provoziert, übersteuert er, lässt sich aber spielend einfach im Drift halten – bis ihn der Allradantrieb wieder auf Kurs bringt. Der Nissan bleibt stur in seiner Spur, kleine Quersteher bügelt er von selbst aus.

Beim Bremsen liegen die Rivalen Kopf an Kopf: Mit kalten Karbon-Keramik-Scheiben (6.000 Euro) steht der Audi nach 33,9 Metern – und gut einen Meter vor dem Nissan. Dessen Stahlbremsen scheinen allerdings nach hohen Temperaturen zu lechzen und bringen den Japan-Renner warm schon nach 32,3 Metern zum Stehen (Audi: 32,8 Meter). Dieses Kapitel entscheidet der GT-R also klar für sich. Nur beim Geradeauslauf muss er Kritik einstecken, denn im normalen Straßenverkehr tanzt er nervös jeder Spurrille nach. Je schneller die Fahrt aber geht, desto ruhiger liegt die Nissan-Fahrmaschine.

FahrdynamikMax. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Handling150108129
Slalom1008495
Lenkung1009095
Geradeauslauf503530
Bremsdosierung302223
Bremsweg kalt15011199
Bremsweg warm150122127
Traktion1008588
Fahrsicherheit150140143
Wendekreis20104
Kapitelbewertung1000807833

 

Umwelt und Kosten

Wer sich einen 80.000 Euro teuren Sportwagen zulegt, für den spielen die Nebenkosten nur eine kleine Rolle. Tatsächlich liegen Audi A8 L 4.2 FSI quattro und Nissan Sportscars: 24-Stunden-Rennen 2010in diesem Kapitel auf einem Niveau. Der GT-R heimst viele Punkte mit seiner umfangreichen Serienausstattung ein, er muss aber alle 10.000 Kilometer/sechs Monate zum Ölwechsel. Der RS 5 profitiert von den deutlich günstigeren  Versicherungseinstufungen.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Bewerteter Preis6756659
Wertverlust5065
Ausstattung251725
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502833
Werkstattkosten2000
Steuer1076
Versicherung40208
Kraftstoff551917
Emissionswerte258185
Kapitelbewertung1000244238

 

Fazit

Zwei Sportgeräte, die beide auf ihre eigene Art faszinieren: der Audi RS 5 mit seinem bulligen und hochdrehenden V8, der Nissan mit seiner scheinbar unendlichen Turbo-Kraft. Doch der RS 5 ist das bessere Alltagsauto und gewinnt diesen Vergleich deshalb recht deutlich. Obwohl ebenfalls mit Navi, Leder und vielen anderen Annehmlichkeiten ausgestattet, ist der Nissan GT-R ein reinrassiger Rennwagen und der König auf dem Rundkurs.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi RS 5Nissan GT-R
Summe500029332846
Platzierung12

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