Welches Motoröl ist das richtige? So unterscheiden sich Mineralöl und Synthetiköl

von Lena Reuß
Mineral- oder Synthetiköl?
Welches Motoröl ist das richtige? Wir erklären die Unterschiede zwischen Mineral- und Synthetiköl! © Fotolia
Inhalt
  1. Welches Motoröl: Mineral- oder Synthetiköl
  2. Welche Vor- und Nachteile hat Synthetiklöl?
  3. Welche Vor- und Nachteile hat Mineralöl?
  4. Woher weiß ich welches Öl mein Motor verträgt?
  5. Woran erkenne ich "echtes" Synthetiköl?
  6. Was bedeuten die "Codes" auf den Ölflaschen?

Die vielen verschiedenen Bezeichnungen für Motoröle sorgen bei den meisten für Verwirrung. Wir erklären die Bedeutung, den Unterschied zwischen Mineral- und Synthetiköl und welches Motoröl das richtige ist.

Es ist wieder soweit, der Ölwechsel steht an. Und bei allen, die selbst Hand anlegen stellt sich irgendwann die Frage: Welches Motoröl ist das richtige für meinen Motor? Dabei gibt es gerade in der Qualität des Nachfüllöls viele Unterschiede. Das ganze fängt mit der Frage an, ob man nun zu Mineral- oder Synthetiköl greifen soll. Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt in der Herstellung des Öls. Mineralöl wird aus Rohöl gewonnen. Dabei wird es raffiniert und bestmöglich von Nebenprodukte und Verunreinigungen befreit. Im besten Fall bleiben möglichst viele gleichartige Ölmoleküle zurück, die das Mineralöl ergeben. Synthetiköl hingegen wird – wie der Name schon sagt – künstlich hergestellt. In der Produktion werden einzelne Molekülketten zusammengesetzt, die in ihren Eigenschaften den Anforderungen des Öls entsprechen. Da die Produktion von Synthetiköl wesentlich aufwendiger ist als die Gewinnung von Mineralöl, ist das synthetische Öl teurer, dafür aber wesentlich robuster: Es ist oft langlebiger und resistenter gegen extreme Temperaturen. Mineralölen werden daher sogenannte Additive zugegeben, die die Beschaffenheit verbessern. Mit der Zeit verlieren die Additive jedoch an Wirkung.

So findet man das richtige Motoröl (Video):

 
 

Welches Motoröl: Mineral- oder Synthetiköl

Unabhängig von Mineral- oder Synthetiköl spielen bei der Frage welches Motoröl das richtige ist weitere Komponenten eine tragende Rolle. Je nach dem ob es sich um einen Benzin- oder einen Dieselmotor handelt, muss das Öl andere Voraussetzungen erfüllen. Fahrzeuge mit verlängerten Wartungsintervallen benötigen sogenannte Long-Life-Öle, die spezielle Chemikalien für Reinigung und Schmutzbindung enthalten. Die herkömmlichen Rezepturen sind Asche-bildend und deshalb für Dieselmotoren mit Partikelfilter weniger geeignet. Neue Öle mit Additiven auf organischer Basis (Low-Ash-Öle) belasten den Rußfilter weniger, erreichen jedoch nicht die langen Wechselfristen herkömmlicher Long-Life-Öle, die immerhin bis zu 50.000 Kilometer gefahren werden können. Sogenannte Leichtlauföle können zudem den Spritverbrauch bei Kurzstreckenfahrten signifikant reduzieren. Wichtig ist, dass sich bei der Auswahl des Motoröls an den Herstellervorgaben orientiert wird, denn: Motoröle sind bei modernen Motoren nämlich nicht einfach nur Schmiermittel, sondern ein Konstruktions-Bestandteil. Das Öl muss also auf genau jene Flächenpressungen, Grenztemperaturen und Scherspannungen ausgelegt sein, die im jeweiligen Motor auftreten.

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Welche Vor- und Nachteile hat Synthetiklöl?

Synthetiköl ist Temperatur-Extremen gegenüber resistenter als Mineralöl. So ist der Motor bei einem Kaltstart im Winter schneller mit Motoröl versorgt und bei hohen Temperaturen besteht ein geringeres Risiko, dass der Ölfilm zu dünnflüssig wird oder schlimmstenfalls reißt. Durch den aufwändigeren Herstellungsprozess ist Synthetiköl allerdings teurer als Mineralöl.

 

Welche Vor- und Nachteile hat Mineralöl?

Mineralöl ist im Gegensatz zu Synthetiköl günstiger in der Herstellung und demnach auch im Kaufpreis. Mithilfe von Additiven kann Mineralöl ein ähnliches Fließverhalten und eine ähnliche Temperaturresistenz erreichen wie Synthetiköl. Die Wirkung der Additive kann sich jedoch mit der Zeit verschlechtern.

 

Woher weiß ich welches Öl mein Motor verträgt?

Eine Orientierung beim Kauf von Nachfüllöl bieten die ACEA und API-Spezifikationen. Diese bescheinigen dem Öl, dass sie die Mindestanforderungen der Hersteller sicher erfüllen. Die Spezifikationen für das jeweilige Auto befinden sich im Handbuch und/oder Fahrzeugschein. Viele Hersteller haben zudem eigene Prüfnormen eingeführt. Auf dem Etikett der Ölflasche befindet sich der Hinweis welchen Normen das Motoröl entspricht (z.B. WSS-M2C 913-A (Ford), BMW Longlife-98, VW 501 01). Wer die Unterlangen nicht zur Hand hat, kann Online-Ölberater der Hersteller nutzen (z.B. von Mobil oder Motul). Sicherer ist jedoch der Weg über die Gebrauchsanweisung oder im Zweifelsfall die Werkstatt des Vertrauens.

Ölwechsel selber machen (Video):

 
 

Woran erkenne ich "echtes" Synthetiköl?

Da weder der Begriff "Synthetik" noch "Synthese" geschützt ist, werden von vielen Herstellern Bezeichnungen wie "Syntec", "Synthese-Technologie" oder "HC-Synthese" verwendet, ohne dass es sich um reines Synthetiköl handelt. Eine recht zuverlässige Angabe ist der Begriff "vollsynthetisch". Diese Bezeichnung dürfen nur Motoröle führen, die mindestens 80 Prozent synthetisches Öl enthalten. Typisches Beispiel für ein vollsynthetisches Öl ist zum Beispiel die Viskosität 0W-30.

 

Was bedeuten die "Codes" auf den Ölflaschen?

Der "Code" auf der Ölflasche, z.B. 0W-30, steht für die SAE-Klasse des Motoröls und gibt Auskunft über die Viskosität. Die erste Zahl gibt die Kälteeigenschaften des Öls an. Das "W" steht für "wintergeeignet" und je kleiner die Zahl dahinter, desto besser ist das Fließverhalten des Öls bei Kälte (0 steht z.B. für eine Eignung bei Umgebungstemperaturen bis -40°C; 5 = bis -35°C, 10 = bis -30°C etc.). Die zweite Zahl gibt die minimale Viskosität bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius an. Je höher die Zahl, desto höher dürfen die Umgebungstemperaturen sein, für die das Schmiermittel geeignet ist (z.B. 30 = bis 30°C etc.).

Wichtig: Im Zweifelsfall lieber ein Öl mittlerer Qualität kaufen, als mit zu wenig Öl weiterzufahren. Solange nur kleine Mengen - maximal ein Liter - nachgefüllt werden müssen, erleidet der Motor dadurch keinen Schaden. Alle Viertaktöle, mineralische, teil- und vollsynthetische, sind untereinander mischbar.


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