Gut aufpassen beim Ölwechsel Die richtige Wahl

19.03.2007

Jedes dritte Auto ist nach einer Studie von Öl-Hersteller Castrol mit zu wenig Motorenöl unterwegs. Das kann teuer werden: Denn reißt der Schmierfilm zwischen den metallischen Reibpaarungen im Motor, dann steigen Temperatur, Verschleiß und die Gefahr, dass das Triebwerk zerstört wird.

Nur wenige Autos bieten eine elektronische Pegelmessung mit Ölstandsmeldung und rechtzeitigem Warnsignal im Cockpit. Deshalb ist bei den meisten Modellen eine regelmäßige Peilstab-Kontrolle nötig. "Die sollte mindestens alle 500 Kilometer erfolgen", empfiehlt Klaus Lutz, Kfz-Sachverständiger von der Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ). Bei Autos mit alten, ölfressenden Triebwerken oder gar Wankelmotoren ist die Ölkontrolle sogar noch öfter fällig - da lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Die Vielzahl unterschiedlichster Sorten und Qualitäten macht den Kauf des richtigen Motorenöls kompliziert. Zumal die Verkäufer an Tankstellen und in Autoteileläden mit einer kompetenten Fachberatung häufig überfordert sind.
Castrol-Chefentwickler Martin Redzanowski rät: "Im Zweifelsfall lieber irgendein Öl mittlerer Qualität kaufen, als mit zu wenig Öl weiterzufahren." Solange nur kleine Mengen - maximal ein Liter - nachgefüllt werden müssen, erleidet der Motor dadurch keinen Schaden. Im Klartext: Alle Viertakt-Öle, also auch mineralische, teil- und vollsynthetische, sind untereinander mischbar.

Sinnvoll ist es jedoch, beim Kauf des Nachfüllöls auf das ACEA-Qualitätssiegel zu achten. Dieses bescheinigt dem Öl, dass es die Mindestanforderungen der Hersteller sicher erfüllt.
Die Zugabe von Frischöl darf allerdings nicht als Alibi für das Hinauszögern des Wechsel-Intervalls herhalten. Denn die Qualität der Ölfüllung pendelt sich stets auf dem Niveau der schlechteren oder älteren Sorte ein, und die Additive des neuen Öls werden dann ziemlich rasch wirkungslos.

Steht ein regulärer, kompletter Ölwechsel an, dann sollte unbedingt eine Öl-Qualität mit der vom Hersteller vorgeschriebenen Spezifikation gewählt werden. Die findet man in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs oder in Internet-Öl-Portalen. Die kleingedruckten, mehrstelligen Zahlenkombinationen müssen sich also unbedingt in der Flaschen-Beschriftung befinden. Denn eine falsche Öl-Qualität kann zu Motorschäden führen.

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Die Autohersteller schreiben nicht nur die Viskosität - also die Zähigkeit - vor, sondern fordern vom Öl spezielle Eigenschaften. Die können bei einem Pumpe-Düse-Diesel ganz andere als beim Benziner oder gar Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung sein. Redzanowski weiß: "Motorenöle sind bei einem modernen Motor nicht einfach nur Schmiermittel, sondern ein Konstruktions-Bestandteil." Ergo: Das Öl muss auf genau jene Flächenpressungen, Grenztemperaturen und Scherspannungen ausgelegt sein, die im Motor auch auftreten. Fahrzeuge mit verlängerten Wartungsintervallen benötigen so genannte Long-Life-Öle, die spezielle Chemikalien für Reinigung und Schmutzbindung enthalten.

Auch wichtig: Die herkömmlichen Rezepturen sind Asche-bildend und deshalb für Dieselmotoren mit Partikelfilter weniger geeignet. Neue Öle mit Additiven auf organischer Basis - Low-Ash-Öle (wenig Asche) - belasten den Rußfilter weniger, erreichen jedoch nicht die langen Wechselfristen her-kömmlicher Long-Life-Öle, die immerhin bis zu 50000 Kilometer gefahren werden können.

    Richtig kontrollieren
  • Regelmäßig messen: am betriebswarmen Motor, der bereits fünf Minuten abgestellt ist; Peilstab abwischen und erneut ins Öl tauchen

  • Korrekter Ölstand: Das Öl sollte zwischen Maximum- und Minimum-Markierung haften; aber niemals über Maximum, denn das schadet Umwelt, Motordichtungen, Katalysator und Partikelfilter

  • Nachfüllöl: Es empfiehlt sich eine Liter-Flasche mit vorgeschriebener Spezifikation im Auto mitzuführen

  • Ölzusätze: unnötige Geldausgabe, können dem Motor schaden

FAZIT

Moderne Triebwerke erfordern spezielle Öle. Aber nicht immer sind die Teuren auch die Besseren. Wichtig ist, dass die für den Motor geforderte Spezifikation eingehalten wird. Geht es allerdings nur um das Nachfüllen kleiner Mengen (maximal ein Liter), dann kann jedes Viertaktöl mit ACEA-Qualitätssiegel verwendet werden. Wer auf ein Leichtlauföl umsteigt, kann - zumindest im Stadtverkehr mit vielen Kaltstarts - Sprit sparen. Nach ADAC-Untersuchungen lassen sich so bei verhaltener Fahrweise zwei bis drei Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Die von den Autoherstellern vorgeschriebenen Wechsel-Intervalle dürfen jedoch nicht hinausgezögert werden. Für Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfilter ist es ratsam, ein so genanntes Low-Ash-Öl (wenig Asche) zu wählen, damit das teure Zusatzteil im Abgastrakt nicht frühzeitig ausfällt.

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