Skoda Superb/BMW 430i/Audi A5: Test Echt schräge Nummer

von Michael Godde 01.09.2017
Inhalt
  1. Test: Skoda Superb punktet mit der Karosserie
  2. Fahrkomfort bei Audi straff, bei BMW harmonischer
  3. Der stärkste Motor im Test sitzt im Skoda Superb
  4. Fahrdynamik: Skoda Superb schwach im Slalom
  5. Kosten – Der Skoda Superb ist am günstigsten
  6. Unser Testfazit

Mit dem Audi A5 Sportback wollen die Ingolstädter auch bei den stylischen Schräghecklimousinen die Führung übernehmen. Erster Test mit BMW 4er Gran Coupé und Skoda Superb.

Schräghecklimousinen erleben derzeit durch die Interpretation als viertürige Coupés ihre Renaissance – auch der neue Audi A5 Sportback und das BMW 4er Gran Coupé definieren sich mit ihrer flach verlaufenden Dachlinie und rahmenlosen Seitenscheiben als Vertreter der eleganten Coupé-Fraktion. Skoda wiederum vertritt mit dem Superb nüchtern die praktische Schrägheck-Klientel. Einigkeit herrscht nur bei der weit aufschwingenden Heckklappe. Welches Konzept ist nun insgesamt das bessere? Im Test treten der neue Audi A5 Sportback 2.0 TFSI quattro mit 252 PS und der gleich starke BMW 430i gegen den Skoda Superb an, der als 2.0 TSI 4x4 mit 280 PS seine Sachlichkeit mit reichlich Dynamik anreichert.

Der Audi A5 im Video:

 
 

Test: Skoda Superb punktet mit der Karosserie

Flaches Dach, schmale Türen: Der Einstieg in A5 und 4er ist beengt. Der Superb empfängt seine Gäste hingegen mit großen, weit öffnenden Türen. Ohnehin bietet der längere, höhere und breitere Skoda eine optimale Raumökonomie. Sein etwas größerer Radstand und der im Gegensatz zu den längs eingebauten Vierzylindern von A5 und 4er platzsparend quer installierte Motor schaffen einen großzügigen Innenraum. Während die flache Dachlinie der beiden Bayern den Fondpassagieren auf den Scheitel drückt und deren Beine zudem mit den Vordersitzen Kontakt aufnehmen, herrscht im Tschechen vorn wie hinten üppige Bewegungsfreiheit auf Oberklasseniveau. Zudem bietet der Superb ein Ladevolumen von 625 Litern – 480 Liter sind es bei seinen Rivalen – und eine Anhängelast von 2200 Kilogramm (Audi 1900 kg; BMW 1600 kg). Das sorgt für weitere Zähler auf dem Punktekonto. Eine serienmäßige dreigeteilt vorklappbare Fondlehne offeriert allerdings nur der A5, beim 4er kostet sie Aufpreis. Ansonsten belassen es der BMW und der Skoda bei einer asymmetrisch vorklappbaren Lehne im Fond. Der Münchner schiebt sich dafür bei der Bedienung ins Rampenlicht. Er gefällt mit einer vor- bildlichen Menüstruktur und der einfachen wie intuitiven Steuerung über den iDrive-Controller auf der Mittelkonsole. Nicht ganz so einfach lassen sich die komplexen und im Vergleich zum BMW-System verzweigteren Menüpfade des Audi erkunden. Der Skoda ist hier einfacher strukturiert und stellt seinen Fahrer so vor keine unlösbaren Aufgaben. Lediglich die Bedienung über den Touchscreen verlangt besonders auf holprigen Strecken mehr Konzentration. Der A5 übernimmt aber spätestens bei der Sicherheitsausstattung die Führungsrolle. Er erkennt beim Ausparken den Querverkehr, folgt im Stau auf Wunsch autonom seinem Vordermann und reduziert bei eingeschaltetem Abstandsregeltempomaten selbstständig bei Tempolimits die Geschwindigkeit. Das kann die Konkurrenz noch nicht bieten. Allerdings sind diese Features – wie auch die Fondairbags oder die Spur-Assistenten – nur gegen teure Aufpreise erhältlich. Doch darin unterscheidet sich der Ingolstädter kaum von seinen Konkurrenten. Serienmäßig ist beim Audi hingegen die penible Verarbeitung. Dem 4er fehlt das liebevolle Finish und dem Superb schlicht die Materialgüte des A5. Dennoch sichert sich der Skoda dankt seiner deutlich geräumigeren Karosserie das erste Kapitel.

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Fahrkomfort bei Audi straff, bei BMW harmonischer

Audi und BMW verkörpern auch mit ihren Fahrwerksabstimmungen ihre dynamische Orientierung. Vor allem der Ingolstädter präsentiert sich sportlich straff und informiert seine Insassen am deutlichsten über den Fahrbahnuntergrund. Besonders im Komfortmodus ist seine Karosserie deutlich mehr in Bewegung als die des harmonischer abgestimmten Münchners. Der Skoda kann es jedoch noch besser. Er hält deutlich mehr Stöße von seinen Insassen fern als die beiden viertürigen Coupés. Lediglich bei langsamer Fahrt bringen ihn hervorstehende Kanten hier und da aus dem Tritt. Während Audi und BMW in allen Dämpferkonfigurationen mit sportlicher Note unterwegs sind, fällt die Spreizung der einzelnen Fahrmodi beim langen Tschechen größer aus. Lediglich die lauten Abroll- und Fahrwerksgeräusche passen da nicht so recht ins Bild. Selbst der nicht sonderlich leise durch den Wind schlüpfende BMW gibt sich bei hohen Geschwindigkeiten zurückhaltender. Der Audi schirmt seine Insassen allerdings noch etwas besser ab. Nur im Fond stören die hörbaren Verwirbelungen an der Heckklappe. Bei den Sitzen sind die Unterschiede geringer. Die A5-Sportsitze sind etwas breiter geschnitten als die gut anliegenden, aber dennoch komfortablen Pendants des BMW. Den bequemen und ordentlich Seitenhalt bietenden Fauteuils des Skoda fehlen nur die ausziehbaren Beinauflagen, die Audi und BMW bieten.

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Der stärkste Motor im Test sitzt im Skoda Superb

Vierzylinder, Turbo, zwei Liter Hubraum: Hier sind sich die Hersteller einig. Lediglich bei Drehmoment und Leistung gibt es Differenzen. Dass ausgerechnet der Superb in diesem Trio das Kräftemessen mit 280 PS für sich entscheidet, überrascht. Bis Tempo 100 hat er bereits seine 252 PS starken Rivalen abgehängt. Bis 200 km/h summiert sich der Vorsprung gegenüber dem A5 auf knapp eine Sekunde. Der BMW fährt da bereits drei Sekunden hinterher. Und das liegt nicht nur daran, dass der heckgetriebene 430i nicht so gut vom Start wegkommt wie die Allrad-Konkurrenz. Der Skoda breitet seine 350 Nm überdies deutlich weiter aus und dreht engagierter über 6500 Touren. Der temperamentvolle Antrieb ist serienmäßig an ein Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Schon die EU-Verbrauchsangabe von 7,1 Litern auf 100 km dokumentiert, dass die sechste Stufe nicht auf Effizienz ausgelegt ist. Der Testverbrauch liegt sogar bei 10,1 Litern. Die S tronic im Audi hat sieben Gänge – der A5 kommt mit 9,6 Litern aus. Beiden Getrieben fehlt aber nicht nur die achte Fahrstufe der BMW-Automatik, die dem 430i einen Verbrauch von 8,7 Litern beschert, sondern vor allem deren Souveränität. Sie reagiert sanfter, arbeitet schneller und findet zielsicher das passende Übersetzungsverhältnis zur anliegenden Drehzahl – da fehlt den Doppelkuppungsgetrieben der Feinschliff.

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Fahrdynamik: Skoda Superb schwach im Slalom

Trotz der straffen Abstimmung im Sportmodus und seines Allradantriebs hat der Skoda auf dem Handlingparcours gegen die zwei Bayern keine Chance. Der Audi liegt wie das sprichwörtliche Brett auf dem Asphalt, und sein knackiges Set-up hält ihn sicher in der Spur. Die Dynamik-Lenkung beantwortet dabei jeden Richtungswunsch präzise und unmittelbar. Doch die variablen Sportlenkung des 430i gibt noch mehr Rückmeldung. Der BMW folgt noch genauer seinem Fahrer und profitiert von seinem neutralen Fahrverhalten. Den allradgetriebenen Audi kann der heckgetriebene 430i trotzdem nicht einholen. Ihm fehlt das Quäntchen Traktion, das den A5 schon frühzeitig aus Kurven stürmen lässt. Den ebenfalls mit Allrad antretenden Skoda hat er aber locker im Griff. Zwar verwöhnt der Superb mit einem bestechend leichtfüßigen Handling. Im Grenzbereich drückt er aber stärker über die Vorderachse als die beiden anderen. Vor allem schnelle Richtungswechsel wie etwa im Slalom bringen den Tschechen schneller an seine Grenzen. Auf einem ganz eigenen Level präsentiert sich der A5 bei der Bremswegmessung. Mit warmer Anlage verzögert der Sportback von 100 km/h bis zum Stillstand in nur 32,2 Metern. Der BMW (35,3 Meter) und der Skoda (34,8 Meter) benötigen hier deutlich mehr Strecke.

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Kosten – Der Skoda Superb ist am günstigsten

Die 280 PS starke Top-Benzinversion des Skoda Superb kostet 42.150 Euro – damit ist er schon im Basispreis fast 6000 Euro günstiger als der Audi A5 Sportback 2.0 TFSI quattro. Inklusive aller testrelevanten Extras summiert sich die Differenz auf über 7000 Euro und knapp 5000 Euro gegenüber dem BMW 430i. Einen weiteren positiven Einfluss auf die Kostenbilanz haben zudem der geringere Wertverlust, die mit DAB-Radio und hinteren Parksensoren bessere Serienausstattung und die günstigeren Versicherungseinstufungen. Audi und BMW liefern sich in puncto Kosten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem der BMW seinen Preisvorteil durch die schlechteren Garantie-Bedingungen wieder einbüßt. Zudem lassen sich derzeit für den Skoda die besten Rabatte erzielen.: Den Top- Superb gibt es auf www.meinauto.de mit einem Nachlass von über 20 Prozent.

 

Unser Testfazit

Der Skoda Superb 2.0 TSI 4x4 DSG entscheidet diesen Vergleichstest für sich – und das nicht nur, weil er deutlich günstiger ist als seine Konkurrenten. Der Triumph des Tschechen basiert zudem auf seiner geräumigen Karosserie, seinem guten Komfort und dem spritzigen Antrieb. Damit sichert er sich neben dem Gesamtsieg auch die Eigenschaftswertung vor dem neuen Audi A5 Sportback 2.0 TFSI S tronic quattro. Der Ingolstädter muss sich mit Rang zwei begnügen. Die beste Verarbeitung, das agile Handling und selbst die umfangreichste Sicherheitsausstattung können den Skoda nicht gefährden. Unter den viertürigen Coupés ist der A5 Sportback allerdings deutlich die Nummer eins. Dem BMW 430i bleibt Platz drei. Vor allem der fehlende Allradantrieb und die mäßige Brems-Performance werfen ihn trotz seines leichtfüßigen Handlings und des effizienten Antriebsstrangs zurück.

Technische DatenAudi A5 Sportback 2.0 TFSI quattro S tronicBMW 430i Gran CoupéSkoda Superb 2.0 TSI 4x4 DSG
MotorVierzylinder-TurboVierzylinder-TurboVierzylinder-Turbo
Hubraum1984 ccm1998 ccm1984 ccm
Leistung252 PS252 PS280 PS
Maximales Drehmoment370 Nm350 Nm350 Nm
Getriebe7-Gang, Doppelkupplung8-Stufen-Automatik (opt.)6-Gang, Doppelkupplung
AntriebAllradHinterradAllrad
Leergewicht1535 kg1540 kg1540 kg
L/B/H in mm4733/1843/13864638/1825/13894861/1864/1453
0-100 km/h5,4 s6,0 s5,2 s
Höchstgeschw.250 km/h250 km/h250 km/h
Testverbrauch9,6 l S/100 km8,7 l S/100 km10,1 l S/100 km
Grundpreis48.100 Euro43.300 Euro42.150 Euro
Testwagenpreis51.360 Euro48.600 Euro43.480 Euro
Platzierung231

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