Alle VW-Konzernmodelle Teil 2: Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche Die Schnellen und Edlen

07.06.2010

Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht? VW als Herrscher über eine Reihe der feinsten Automarken der Welt. Wir stellen die Modelle der edlen Konzernmarken vor: Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche

Mitte der Neunziger machte sich VW auf den Weg nach ganz oben. Die gefühlte Qualität der Modelle wurde stark verbessert, der Golf IV zum Beispiel fühlte sich an wie ein Mittelklasseauto. Schon das Design von Passat und Golf suggerierte Solidität, der Innenraum glänzte mit Details wie Softlack und silikongedämpften Haltegriffen.

Die Welt der Massenautos war jedoch nicht genug. Image-Lokomotiven sollten her, der Konzern wollte in das automobile Oberhaus. Und weil es eben so ist, dass ruhmreiche Hersteller feiner Automobile recht häufig vom Gerichtsvollzieher bedroht sind, steht immer wieder ein großer Name zum Verkauf. Bei VW standen Bentley, Bugatti und Lamborghini auf dem Einkaufszettel, 1998 waren alle Verträge unterschrieben.

Und das war sicher ein Glück für Marken, die schon viele Investoren gesehen hatten. Lamborghini hatte von 1972 bis 1998 vier Eigentümer, den Gründer Ferrucio Lamborghini nicht mitgerechnet. Ähnlich wie ein Gebrauchtwagen aus fünfter Hand, war Lamborghini ein wenig verlebt und verlottert, als die Marke zu Audi kam. Die Ingolstädter kümmerten sich prompt: Gemeinsam mit den Ingenieuren in Sant’Agata wurde 2001 der Murcielago als Diablo-Nachfolger auf die Straße gebracht und 2003 das neue Einstiegsmodell Lamborghini Gallardo Superleggera im Fahrbericht entwickelt. 2007 lieferte Lamborghini über 2400 Fahrzeuge aus und bilanzierte zum ersten Mal einen Gewinn.

Bentley hingegen hatte ein relativ ruhiges Leben als Schwestermarke von Rolls-Royce. Das technische Genie des Gründers W.O. Bentley hatte für faszinierende Autos und einen sehr guten Ruf der Marke gesorgt. Dass Bentley sich mit dem Bau von immer neuen Meisterwerken nicht zurückhielt, sorgte in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise Anfang der Dreißiger Jahre zum Übernahmekandidaten wurde. Konkurrent Rolls-Royce kaufte den Laden und unternahm zunächst recht wenig. Statt neuer Modelle gab es ab den Fünfziger Jahren Rolls-Royce mit Bentley-Logo, dessen Anteil bis auf fünf Prozent sank. Mit dem 300 PS starken Turbomotor des neuen Mulsanne gewann Bentley nach 30 Jahren stiefmütterlicher Behandlung wieder an Profil. Seit 2003 ist der Einstiegs-Bentley Continental auf dem Markt, den es in immer neuen Varianten gibt. Ein Erfolgsmodell, bis 2008 die Wirtschaftskrise kam und der Absatz von Luxusautos einbrach.

Hohe Absatzzahlen waren nie das Ziel der Marke Bugatti. Am Stammsitz der Marke und Familie Bugatti sollte schlicht ein Superlativ entstehen. Wie früher, als Ettore Bugatti den Royale mit 13-Liter-Motor entwarf. Der Veyron geriet deutlich kompakter. Auf zwei mal 4,46 Meter brachten die Ingenieure einen Achtliter-W16-Zylinder mit vier Turboladern unter, der seine Kraft über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf alle vier Räder überträgt. Zwischen Vorderachse und Motor ist Platz für zwei Passagiere, die sich entscheiden können, ob sie das teuerste fahrende Soundsystem der Welt einschalten oder den 1001 PS bei der Arbeit zuhören. Die werden meist nicht groß gefordert, es sein denn, der Fahrer steht an der Ampel und möchte in 2,5 Sekunden 100 km/h erreichen. Oder er steckt einen zweiten Schlüssel in ein Schloss am Seitenschweller und schaltet damit den Ritt bis 407 km/h frei. Mindestens 1,16 Millionen Euro netto kostet ein Veyron, der von 45 Mitarbeitern gebaut wird.

Spannend wurde es, als Porsche 2008 genug Geld zusammenhatte, um auf VW spekulieren zu können. David hatte die Schleuder schon gespannt, als die Finanzkrise kam. Der Stein, der nun fiel, kostete Porsche die Unabhängigkeit, den Vorstandvorsitzenden Wendelin Wiedeking seinen Job und VW hat nun das Sagen bei dem Sportwagenhersteller. Abgesehen davon baut Porsche weiterhin erfolgreich Autos, von denen Jungs träumen.
Andreas Of

Hier geht es zum ersten Teil: Alle Modelle von Audi
Hier geht es zum dritten Teil: Alle Modelle von Seat und Skoda
Hier geht es zum vierten Teil: Alle Volkswagen-Modelle

Die neueste Übernahme: VW kauft Italdesign

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