Zum 100. Geburtstag von Ferdinand „Ferry“ Anton Ernst Porsche Der Traum vom eigenen Sportwagen

31.08.2009

Porsche war schon einmal in eine finanzielle Schieflage geraten. Da lebte Ferry Porsche noch. Doch Anfang der 1990er-Jahre konnte Wendelin Wiedeking das Ruder noch einmal herumreißen und den weltberühmten Sportwagenbauer vor einer Übernahme retten

Jetzt ist es wohl endgültig vorbei mit der Eigenständigkeit der Zuffenhausener. Und es wäre wohl eine Schmach für Ferry, wenn er miterleben müsste, wie das Unternehmen, das er mit seinem Vater nach dem Krieg groß gemacht hatte, nun durch Machtspiele einiger weniger seine besondere Stellung auf dem Weltmarkt des Automobilbaus verliert. Doch blicken wir 100 Jahre zurück.

Mit zehn Jahren im eigenen Auto unterwegs
Am 19 September 1909 in Wiener Neustadt (nahe Wien) geboren, entwickelte Ferry, wie er von seinem Kindermädchen genannt wurde, schnell die Leidenschaft für Technik. Schuld daran war sein Vater Ferdinand, ein Automobilkonstrukteur, der für die Motorenschmiede Austro-Daimler, eine Tochterfirma der Daimler-Motorenwerke aus Bad Cannstatt, arbeitete.

Schon mit zehn Jahren fuhr Ferry im eigenen Auto durch die Gegend. Den Zweisitzer mit sechs PS hatte ihm sein Vater bauen lassen und zu Weihnachten 1919 geschenkt. Weil er in der Stadt ein angesehener Mann war, nahmen es die Ordnungshüter nicht so genau, wenn der junge Ferry mit bis zu 60 Stundenkilometer durch die Gegend brauste.

Die Familie folgte Vater Ferdinand 1923 nach Stuttgart, wo der einen Vorstandsposten bei den Daimler-Werken annahm und 1931 sein eigenes Konstruktionsbüro gründete. Ferry machte verschiedene Praktika, unter anderem bei Bosch, und stieg schließlich als Lehrling bei seinem Vater ein. Dort arbeitete er bei der Entwicklung des Auto Union-Rennwagens und später bei der Konstruktion des Volkswagens mit.

Mit dem 356 auf den Weltmarkt – der 911 wird der ultimative Sportwagen
Kurz nach dem Krieg, im Jahre 1947 entwickelte Ferry die Idee, einen Sportwagen ganz nach seinen Wünschen zu bauen. Es entstand der Prototyp des 356 mit Mittelmotor und schließlich das berühmte Auto mit Heckmotor. Der erste Porsche. Ein 35 PS starker Roadster, der es auf rund 135 km/h brachte. Im März 1950 wurde der erste Serien-356 gebaut, als Coupé und Cabriolet. Dass sich das windschnittige Sportcoupé 78000 verkaufen würde, ahnte da noch niemand. Vor allem der Absatz auf dem amerikanischen Markt lief gut. Prominente Käufer verhalfen der kleinen Automarke aus Deutschland zu Weltruhm.

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Mit der Präsentation des 911 im Jahre 1963 besiegelte Porsche seinen Erfolg endgültig. Der Heckmotor blieb, aber nun wurde erstmals ein Sechszylinder-Boxermotor installiert – was sich bis heute nicht geändert hat. Auch die Kooperation mit VW beim Bau des 914 war ein Erfolg, trotz vieler Kritiker, die das Design des kleinen Porsche verteufelten. Fast 120000 Stück des 914 wurden verkauft. Ein besonderes Exemplar mit einem 260 PS-Achtzylinder bekam Ferry Porsche zum 60. Geburtstag von seiner Belegschaft geschenkt.

Ferry Porsche – Unternehmer sein und dabei Mensch bleiben
Anfang der 1970er Jahre beschlossen die Eigentümerfamilien Porsche und Piech, Familienmitglieder aus der Geschäftsleitung abzuziehen und aus der Porsche KG eine Aktiengesellschaft zu machen. Ferry Porsche zog sich daraufhin in den Aufsichtsrat zurück, den er bis 1990 leitete. Doch auch ohne ihn führten die Porsche-Ingenieure seine Philosophie mit den Modellen 924, 944 und 928 fort. Der 1996 eingeführte Boxster ist – wie Ferry Porsches erster 356-Prototyp – ein Roadster mit zwei Sitzen und Mittelmotor.

Doch Ferry Porsche war nicht nur im Autobau ein Pionier, sondern auch als Unternehmer und Chef. Schon 1956 führte er eine betriebliche Altersversorgung ein, ab 1960 bekamen die Arbeiter monatlich ihr Geld, anstatt nach Stunden bezahlt zu werden. Auch die Zahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld führte Ferry Porsche weit früher als andere Firmen in Deutschland ein.

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Ganz nebenbei war Ferry auch noch Ehemann von Dorothea (1985 verstorben), die er bereits 1927 in Stuttgart kennen lernte und 1935 heiratete. Die vier gemeinsamen Söhne Ferdinand Alexander, Gerhard, Hans-Peter und Wolfgang sind bis heute Gesellschafter der Porsche AG.

Am 27. März 1998 starb Ferdinand Anton Ernst „Ferry“ Porsche in seiner österreichischen Residenz, in Zell am See. Paul Englert

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