AUTO ZEITUNG 12/2026: Das sind die Themen!
Der neue Mazda CX-5 im ersten Vergleichstest, die Ergebnisse der Auto Trophy Elektro und Hifi-Systeme im Test. Das und vieles mehr in der neuen AUTO ZEITUNG 12/2026!
Liebe Leserinnen und Leser,
unter Druck erstehen die erstaunlichsten Dinge. Diamanten zum Beispiel. Temperaturen zwischen 1200 und 1400 Grad und ordentlich Kompression verwandeln Kohlenstoff aus dem Erdmantel in das ebenso seltene wie begehrte Mineral. Allerdings sind dazu mindestens 50.000 bar nötig. Ganz so stark wird der Druck nicht sein, der auf Antonio Filosa lastet.
Doch der Chef des Auto-Konglomerats Stellantis hat gerade gut zu tun: Die Zahlen des vergangenen Jahres mahnen ein Umsteuern an. Mehr als 22,3 Milliarden Euro verlor die Gruppe im Vorjahr. Zur Erinnerung: Stellantis – der 14-Marken-Koloss und aktuell fünftgrößte Autokonzern der Welt – entstand Anfang 2021 aus der Fusion der französischen Groupe PSA (Citroën, DS, Peugeot, Opel / Vauxhall) und Fiat Chrysler Automobiles (Alfa Romeo, Autobianchi, Chrysler, Dodge / RAM, Fiat, Innocenti, Iveco, Jeep, Lancia und Maserati).
Nach dem Beispiel des VW-Konzerns formte der Gründungs-CEO Carlos Tavares einen Auto-Giganten, bei dem Produktivität an erster Stelle stand. Sehr zum Leidwesen vieler Zulieferer und Händler, denn Stellantis diktierte knallharte Bedingungen. Tavares musste Ende 2024 gehen – schon damals sanken die Erträge.
Jetzt will Filosa das Steuer herumreißen und durch eine weitgehende technische Vereinheitlichung die Produktions- und Entwicklungskosten massiv senken. Ganz ähnlich wie beim VW-Konzern, dessen Modelle markenunabhängig auf Basis verschiedener Baukästen produziert werden – für Verbrennungsmotoren mit Quer- oder Längseinbaulage sowie mit E-Antrieb –, sollen neue Stellantis-Autos auf nur noch einer Architektur statt bislang fünf Plattformen fußen.
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Stellantis vor Mammut-Umstrukturierung
Die sogenannte STLA One deckt in Europa demnach künftig den Bereich vom Kleinwagen bis zur Mittelklasse ab. Für größere Modelle wie zum Beispiel die auf dem US-Markt unverzichtbaren Pick-ups wird es spezielle Lösungen geben. Rund 30 frische Modelle sollen auf der neuen Superplattform basieren, darunter auch günstige E-Autos.
So ist bei Citroën ein neuer 2CV im Werden. Die neue „Ente“ soll weniger als 15.000 Euro kosten und sehr günstig im Unterhalt sein. Als Starttermin gilt das Jahr 2028 – also exakt 80 Jahre nach dem Debüt des le-gendären Vorfahren. Einen Vorgeschmack dürfte eine für den diesjährigen Pariser Autosalon angekündigte Studie geben.
Antonio Filosas als „FaSTLAne 2030“ angekündigtes Restrukturierungsprogramm soll mit Investitionen von 60 Milliarden Euro einhergehen, von denen 60 Prozent nach Nordamerika fließen. Dort sehen die Stellantis-Strategen noch Wachstumspotenzial. Weltweit sind sogar 60 Neuanläufe sowie 50 größere Facelifts geplant. Der Plan sieht zudem eine drastische Verkürzung von Entwicklungszyklen von bislang 40 auf nur noch 24 Monate vor.
Und auch die gelernte Markenpositionierung wird verändert. Künftig soll es vier global auftretende und fünf regionale Marken geben. Neben Jeep und RAM gehören Fiat und Peugeot zu den erstrangigen globalen Akteuren. Die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge und auch Opel sollen sich auf ihre jeweiligen Regionen beschränken. Demnach würde den Rüsselsheimern auf außereuropäischen Märkten der Zutritt verwehrt. Es gab einmal andere Pläne …
Ihr Stefan Miete









