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Kraftstoff-Forschung: Entwicklung von neuem Sprit mit weniger Verbrauch

Sauberer Sprit

Offen ist zudem, wie man der Verödung der Böden begegnen kann und wie sich eine saubere Trennung von Produkten für die Nahrungskette realisieren lässt. Das Grundproblem bei vielen Biomassen liegt laut Sauermann im ungünstigen Verhältnis von großem Volumen und relativ geringem Energiegehalt. Deshalb müssen unterschiedliche Konzepte durchgespielt werden, auch mit dezentralen Strukturen. Fakt ist: So preiswert wie heutige Kraftstoffe lässt sich künftiger Bio-Sprit nicht verkaufen.

Sauermann rechnet vor: „Der derzeitige Kraftstoffpreis ist mit rund 60 Cent – ohne Steuern – günstiger als manche Flasche Tafelwasser.“ Und bei diesem Preis sind Förderung, Schiffstransport, Raffinierung, Lagerung und Transport zur Tankstelle bereits inklusive. Durch künftige Abgasnormen werden aber auch die Anforderungen an die Kraftstoffgüte höher. Sauermann: „Mit neuen Bio- Komponenten haben wir die Chance, einen Teil der fossilen Energie zu ersetzen.“

Das ist der direkte Weg, einen CO2-neutralen Energieträger einzuführen, der auch mit herkömmlicher Motorentechnik funktioniert. Derzeit sind der Otto-Kraftstoff E10 mit bis zu zehn Prozent Ethanol und der Dieselkraftstoff B7 mit bis zu sieben Prozent Biodiesel im Handel. Damit ist aus Sicht der Motorenentwickler erst mal die Grenze des Machbaren erreicht. Wichtig zu wissen: Nach dem Tanken von Biodiesel kann eine geringe Öl-Verdünnung eintreten.

Die dem Kraftstoff zugesetzten Bio-Anteile sind im Motorenöl nachweisbar, das Öl verschleißt schneller. Nach aktuellen Erkenntnissen müssen die Ölwechselfristen bei Dieselmotoren zwar nicht verkürzt, aber auf jeden Fall eingehalten werden. Sauermann beruhigt die Autofahrer jedoch: „Natürlich wurden die Auswirkungen auf die Lebensdauer der Motoren untersucht.“

Der Forscher ergänzt: „Eine Erhöhung der Bioanteile lässt sich mit den bisherigen Biokraftstoffen in den vorhandenen Fahrzeugen nicht ohne Weiteres erzielen.“ Vielmehr gehe es künftig darum, dem Kraftstoff möglichst hochwertige Beimischungen zuzusetzen. Damit meint Sauermann neue Bio-Produkte wie Bio-Butanol, die eine höhere CO2-Einsparung ermöglichen. So lassen sich größere Sparziele mit heutigen Beimischungsmengen erreichen.
Der neue Kraftstoff macht auch die Fortbewegung auf der See umweltfreundlicher. Der Traum vom Motorboot belastet dann kaum noch die Natur.
Holger Ippen