Smart ForTwo 2014: Neuauflage des Citycars im Fahrbericht Reifeprüfung für Zwei

18.10.2014

Der Smart ForTwo erfindet sich in seiner dritten Generation komplett neu. Erster Fahrbericht vom neuen Citycars

Er sieht aus wie ein richtiges Auto“, urteilt ein Böblinger Passant schmunzelnd und ergänzt: „Jetzt sitzt er satt auf der Straße.“ Der Herr spricht vom neuen Smart ForTwo, der in dritter Modellgeneration vor allem in der Breite um satte 10 cm auf 1,66 Meter wuchs, während er mit 2,70 Metern noch immer vergleichsweise kurz baut. Wie kein anderes Auto der letzten eineinhalb Jahrzehnte hat der kompakte Zweisitzer die Autowelt in zwei Lager gespalten: Die einen lieben ihn wegen seiner funktionellen Vorteile im Stadtverkehr, die anderen kritisieren ihn wegen seiner eigenwilligen Fahreigenschaften. Doch gerade hier soll der in Kooperation mit Renault entwickelte Neue deutliche Fortschritte gemacht haben – das verspricht zumindest Chefentwickler Markus Riedel.

 

Smart ForTwo 2014: Fahrbericht des neuen Stadtflohs

Aber bei unserem Vorserienmodell müssen wir noch einige Abstriche machen: Die Software ist nicht auf dem letzten Stand. Deshalb wechselt das Getrag-Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) die Stufen  gelegentlich noch etwas rau. Und was wie das laute Abblasen des Überdrucks über ein Wastegate klingt, ist die Luftführung des Turboladers. Sie wird ebenfalls noch geändert. Darüber hinaus macht der Zweisitzer einen reifen Eindruck.

Vorbei das Karosserienicken während der Schaltpausen, die variable Servolenkung spricht im Stadtverkehr direkter an, der ForTwo lenkt erstaunlich zielsicher ein und untersteuert sehr viel später als bisher. Stabilisierende ESP-Eingriffe sind erst bei Kurvengeschwindigkeiten spürbar, die ein Smart niemals zuvor erreichen konnte. Zudem erfolgen diese sehr moderat. Wenn die gelbe Warnlampe im Display nicht blinken würde, man würde die Eingriffe nicht spüren.

Darüber hinaus schluckt das Fahrwerk des Stadtflohs jetzt Bodenwellen, statt sie als Schläge zur Wirbelsäule des Fahrers. Und die Bremsen packen wohldosiert zu. Ganz großes Theater bietet der neue Stadtfloh im Parkhaus, wenn der Fahrer eine Parkbucht zunächst übersehen hat und dann zurückkehren will: Selbst auf schmalen Fahrstreifen wechselt der Mini ohne zu rangieren – dank eines Wendekreises von nur 6,95 Meter (Werksangabe). Im von uns bewegten Zweisitzer arbeitet ein 90 PS starker Turbomotor.

Der Einliter-Dreizylinder von Renault entwickelt 135 Nm Drehmoment bei 2500 /min und erinnert im Klangbild an den Motor des Vorgängermodells. Serienmäßig portioniert eine Fünfgang-Handschaltung die Kraft. Das sechsstufige DCT-Getriebe ist in Verbindung mit allen drei Motoren aufpreispflichtig. Wobei ab Markteinführung zunächst nur der Sauger mit 71 PS und 92 Nm Drehmoment verfügbar sein wird. Mitte 2015 folgt eine auf 61 PS gedrosselte Einstiegsversion mit ebenfalls 92 Nm.

Wer mehr will, muss zu Brabus gehen: Geplant ist wenigstens eine Sportvariante mit mehr als 100 PS. Der Elektroantrieb des Smart fährt mindestens noch zwei Jahre lang im Kleid des Vorgängers vor. Einen Smart mit Dieselmotor wird es mangels Nachfrage nicht mehr geben. Der neue ForTwo möchte mit einzigartigen Media- und Konnektivitätsumfängen glänzen: Über zahlreiche Schnittstellen (Bluetooth, AUX, USB, SD Card) können Fotos und Filme auf einem freistehenden, sieben Zoll großen Multitouch Display gezeigt werden. Die Navigation arbeitet mit „real time“-Informationen und  Sprachersteuerung.

Über ein Smartphone (universelle Halterung ist vorhanden) mit spezieller App sind neben Fahrzeug-Informationen auch Tipps zum sparsamen Fahren und Auffinden freier Parkplätze verfügbar. Unentbehrlich ist ein leistungsstarkes Soundsystem. Der Smart wartet mit acht Lautsprechern auf, einschließlich eines herausnehmbaren (für mehr Stauraum) Tieftöners im Kofferabteil. Mit bis zu 240 Watt wird ein für den kleinen Innenraum erstaunlich voluminöses Klangbild erzeugt.

Unser Fazit

Aus dem Einkaufskörbchen ist ein kompaktes Stadtauto geworden. Der Zweisitzer bietet Fahrkomfort und Fahreigenschaften, die sich mit denen anderer Kleinwagen messen können. Allerdings hat der Smart etwas von seiner Originalität eingebüßt.

Jürgen Zöllter

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