Schneller Van mit Turbo und 240 PS - Opel Zafira OPC Papas Liebling

30.11.2006

240 PS und sieben Sitze - der Opel Zafira OPC verbindet sehr sportlichen Auftritt mit praktischem Nutzen. Ob dieser Renner mit Familiensinn im Alltag voll überzeugt?

Eckdaten
PS-kW241 PS (177 kW)
AntriebFrontantrieb, 6 Gang manuell
0-100 km/h7.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit231 km/h
Preis32.500,00€

Was drei Buchstaben doch bewirken können: Was woanders GTI heißt und seit Jahrzehnten die Wandlung des braven Alltagsautos zum Jedermann-Sportwagen symbolisiert, rollt in Rüsselsheim mit dem weniger bekannten Kürzel OPC vom Band. Opel Performance Center lautet der volle Name - Opel-Leistungszentrum - und bedeutet so viel wie AMG für Mercedes oder die M GmbH für BMW: Mehr geht ab Werk nicht. Noch einmal zur Verdeutlichung: 240 PS packt Opel in den stärksten Zafira aller Zeiten, ein Auto, das sich in seiner zivilen Version morgens brav in den Stau zur Arbeit oder zum Kindergarten einreiht oder am Wochenende die Großgebinde Latex-Farbe beim Baumarkt einlädt. So kennt und so schätzt das Publikum den Zafira überaus, so wurde bereits der Vorgänger zum Verkaufsschlager. Apropos Vorgänger: Gab es da nicht bereits einen OPC-Ableger? Richtig, der hatte immerhin 192 Turbo-PS, lief 220 km/h schnell und spurtete in 8,2 Sekunden auf Tempo 100. Und auch den konnte man in der auffälligen Blau-Metalliclackierung ordern. Verkaufen ließ sich OPC 1 aber nur schlecht, und so war die Produktionszahl weltweit von vornherein auf 5000 Exemplare begrenzt. Sport-Zafira Nummer zwei muss sich heute wie damals die Frage gefallen lassen, ob ein Kühlschrank oder eine Großfamilie in 7,8 Sekunden auf 100 km/h katapultiert werden muss. Müssen sie natürlich nicht, aber die Versuchung flammt bei jeder Fahrt auf. Denn wenn Papi sich für ein Auto entscheidet, das nicht nur dank hervorragender Variabilität jedem Familienanspruch gerecht wird, sondern scheinbar wie von selbst zum Nürburgring findet, dann steht irgendwann auch ein Opel Zafira OPC auf dem Zettel der möglichen Kandidaten. Damit ist die Intention des OPC-Fahrers entlarvt: Wenn das Familienoberhaupt die bis zu sechs Kinder abgeliefert und die Laminatpaneele ausgeladen hat, gibt':s kein Halten mehr. Die nochmals leistungsgesteigerte Variante des Zwei-Liter-Turbomotors aus dem Astra produziert ein Drehmoment von 320 Nm bereits bei 2400/min. Trotz des Leergewichts von rund 1,6 Tonnen und eines merklichen Anfahrruckelns, das sich nur mit einer Mischung aus feinfühlig dosiertem Gas- und Kupplungseinsatz kaschieren lässt, prescht das Opel-Renntaxi eindrucksvoll aus dem Stand nach vorn. Ab mittleren Drehzahlen packt der großvolumige Turbolader alter Schule erst verzögert, dann gnadenlos zu und beschert dem OPC-Piloten absolut sportwagentaugliche Beschleunigungserlebnisse. Apropos Erlebnisse: Bei vollem Leistungseinsatz (zu dem man sich bei diesem Auto unvernünftigerweise permanent animiert fühlt und den andere Verkehrsteilnehmer auch irgendwie erwarten) verbannt dieser Zafira das Wort Geradeauslauf vorübergehend ins Reich der Wunder. So sehr zieht und zerrt, ja schlägt die Lenkung, dass es tatsächlich kräftiger Männerhände bedarf, um den Super-Zafira im Zaum und vor allem auf Kurs zu halten. Auf unebenen, buckligen Straßen tritt dieser Wilde-Reiter-Effekt besonders stark hervor. Dann meldet auch die ans serienmäßige ESP gekoppelte Antriebsschlupfregelung (ASR) Vollbeschäftigung, weil die Reifen trotz des üppigen Formats 225/40 R 18 (Serie: 225/45 R 17) sprichwörtlich durchdrehen. Zum Glück muss man aber auch dieses Auto nicht permanent beschleunigen. Man kann es zum Beispiel auch bremsen. Und dann zeigt sich, dass die Opel-Techniker ganze Arbeit geleistet haben: Mit Bremswegen von rund 35 Metern aus Tempo 100 reiht sich der Stoppmeister aus Rüsselsheim frech in die Reihe ausgewiesener Sportwagen ein. Das ist umso beachtlicher, weil der Van-typisch hohe Schwerpunkt die Hinterachse beim Bremsen entlastet. Überhaupt zeugt das IDS-Plus-Fahrwerk des Zafira von gelungener Abstimmung zwischen ausreichendem Restkomfort und noch erträglicher Härte. Wirkungsvoll unterdrücken die elektronisch geregelten Dämpfer übermäßige Wank- und Nickbewegungen. Kurven aller Art und Biegung lassen sich auch dank der hervorragenden Sportsitze schnell und sicher durcheilen. Leicht schieben die Vorderräder zum Kurvenaußenrand. Wer dann am Kurvenausgang vom Gas geht, sieht sich mit harmlosen Eindrehmanövern konfrontiert, die das nicht zu früh einsetzende ESP verpuffen lässt, wenn es der Fahrer mal wieder übertreibt. Reizt dieser das Potenzial des OPC fortwährend aus, wird er allerdings spätestens vom Tankwart eingebremst: Im Renntempo geht das Benzin runter wie Öl, der Bordcomputer weist Spitzenverbräuche von über 20 Litern auf 100 Kilometern aus. Im Mix aus Stadt-, Land- und Autobahnfahrt unserer Verbrauchsstrecke flossen durchschnittlich 11,9 Liter Super durch die Einspritzdüsen. Auch an den Boxenstopp muss sich Vati eben gewöhnen. Dirk Vincken

Technische Daten
Motor 
ZylinderR4
Hubraum1998
Leistung
kW/PS
1/Min

177/241
5600 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
320
2400 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebFrontantrieb
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 225/40 R 18
h: 225/40 R 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1610
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)231
Verbrauch 
Testverbrauch11.9l/100km (Super)
EU-Verbrauch9.6l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Tags:
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