Neuer VW Tiguan Allspace (2017): Erste Testfahrt Im US-Tiguan wird alles größer

von Thomas Geiger 06.08.2017

Als Allspace wird der neue VW Tiguan (2017) vollends zur Familienpackung. Bei einer ersten Testfahrt im US-Modell zeigt sich allerdings, dass das SUV butterweich federt und den Motor deutlich um seine Kraft bringt. Doch für die Europäer gibt es ein anderes Set-Up.

Mit dem neuen VW Tiguan Allspace (2017) zollen Volkswagen dem amerikanischen Hang zur Größe Rechnung und ziehen das SUV um gute 20 Zentimeter in die Länge. Und weil es offenbar auch bei uns einen erhöhten Platzbedarf gibt und viele Kunden eine trendige Alternative zum braven Touran suchen, kommt dieser XL-Tiguan bei der ersten Testfahrt anders als sein ganz großer US-Bruder Atlas als Tiguan Allspace auch nach Europa. Ab November rundet er für 29.975 Euro die Baureihe nach oben ab. Für einen Aufschlag von 3400 Euro verlängert VW den Radstand um elf Zentimeter und den hinteren Überhang um weitere zehn Zentimeter, so dass sich der neue VW Tiguan Allspace (2017) nun auf 4,70 Meter streckt. Das reicht nicht nur für einen Kofferraum, der um 145 auf 760 bis 1770 Liter wächst, sondern auch für eine dritte Reihe aus dem Kofferraumboden. Während die Amerikaner ihr SUV allerdings tatsächlich in allen drei Reihen besetzen können, klappt das in Europa nur mit Kleinkindern. Und schon die müssen sich ziemlich dünne machen, bis sie durch die Tür und an der verschiebbaren zweiten Reihe vorbei in den Fond geklettert sind. Der Platzgewinn ist riesig, und wenn man die verschiebbare Bank in der zweiten Reihe nach hinten schiebt, wird der Allspace tatsächlich zum Helden der Hinterbänkler. Doch als Familienkutsche für Sieben ist dieses SUV eine Mogelpackung.

Neuer VW Tiguan (2017) im Crashtest (Video):

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW Tiguan Allspace (2017)

Während sich hinten also einiges beim neuen VW Tiguan Allspace (2017) ändert, bleibt vorne alles beim Alten: Auch den Tiguan XL gibt es zu Beginn mit dem 150 PS starken 1m4-Liter-Benziner und drei Dieseln von 150 bis 240 PS und natürlich auch mit Allradantrieb. Er verfügt über die gleichen Ausstattungsvarianten und –optionen und die Designänderungen sind so marginal, dass man dreimal hinschauen muss, wenn man einen Unterschied ausmachen will. Denn viel mehr als längeren Türen im Fond und die serienmäßige Dachreling gibt es nicht, woran man die Autos auseinander halten kann. Auch das Fahrverhalten dürfte sich nicht nennenswert ändern, außer dass der längere Radstand den neuen VW Tiguan Allspace (2017) bei hohem Tempo etwas beruhigen sollte. Die paar Kilo mehr Blech jedenfalls werden kaum ins Gewicht fallen. Es sei dann, man landet bei einem Urlaub in Kalifornien mal in einem US-Modell. Denn das ist so sehr auf den amerikanischen Geschmack getrimmt, dass der Wagen butterweich federt und die anstelle unserer Doppelkupplung eingebaute Achtgang-Automatik dem 2,0-Liter-Motor mindestens die Hälfte seiner 186 PS und seiner 300 Newtonmeter raubt. Weil der Vierzylinder zudem im so genannten B-Zyklus läuft und ein besonders effizientes Verbrennungsfahren nutzt, klingt er unter Anstrengung ziemlich rau und knurrig und beweist, dass doch nicht alles gut ist, was aus Amerika kommt. Nicht umsonst gibt es für die Europäer ein anderes Set-Up.

 

Allspace wird zur Gefahr für Caddy & Touran

Zwar ist der neue VW Tiguan Allspace (2017) das praktischste SUV in der VW-Familie und als halbwegs brauchbare Familienpackung zugleich eine ernsthafte Gefahr für die Siebensitzer von Caddy und Touran, doch weil es ja gerade beim SUV nicht immer nur Praxistauglichkeit, sondern oft genug auch um Prestige geht, wollen es die Niedersachsen dabei nicht belassen. Wer es wirklich groß will, der muss sich nur noch ein paar Monate gedulden – dann gibt es – mit noch mehr Status und Statur einen neuen Touareg. Nicht viel geräumiger und wieder nur mit fünf Sitzen, aber nochmal ein bisschen länger. Und wie wissen schon die Segler: Länge läuft!

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