Mini Cooper S Clubman im Fahrbericht Schwer geladen

21.09.2011

Hat der Lademeister unter den Minis, der Clubman, die sportlichen Talente des Cooper S behalten?

Eckdaten
PS-kW173 PS (127 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h7.5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit224 km/h
Preis23.900,00€

Das schlichte Grau des Testwagens hilft der Erinnerung ein wenig auf die Sprünge. Wenn man jetzt noch die Chromteile an der Außenhaut in Mattschwarz lackierte, sähe der Mini Cooper S Clubman noch viel mehr wie einer jener Mini-Dienstwagen der britischen Armee aus, die in den 70er und 80er Jahren durchs Rheinland kurvten. So gesehen ist die Operation Clubman geglückt. Die Proportionen stimmen beim Kombi ebenso wie beim konventionellen Mini, und man muss auch kein sonderlich begabter Prophet sein, um dem Clubman einen ähnlichen Markterfolg vorherzusagen.

Zumal die Kombi-Version nicht nur hübsch aussieht, sondern auch noch den ein oder anderen praktischen Vorzug gegenüber dem normalen Mini hat. Der Kofferraum ist immer noch minimäßig klein. Trotz acht Zentimeter mehr Radstand und 24 Zentimeter mehr Außenlänge passen gerade mal 260 Liter ins Clubman-Heck. Mit umgeklappten Rücklehnen wächst das Volumen aber auf ordentliche 930 Liter. Der wahre Vorteil des Clubman ist jedoch der üppigere Knieraum im Fond, der es auch ausgewachsenen Passagieren ermöglicht, hinten im Mini mitzureisen. Und: Durch die kleine Zusatztür, die sich wie beim ganz großen Konzernkollegen Rolls-Royce Phantom nach hinten öffnet, können etwa Kindersitze samt dazugehöriger Kinder wesentlich einfacher auf der Rückbank verstaut werden.

Da wir gerade bei den Vorzügen sind, sollten auch die Nachteile des Kombihecks nicht unerwähnt bleiben: Die Sicht nach hinten ist mäßig, und auf nasser Fahrbahn verschmutzt das steile Heck in rekordverdächtigem Tempo. Schon 100 Meter Fahrt auf nasser Fahrbahn reichen aus, um die Türen samt der Griffe mit Wasser und Straßenschmutz zu beschichten.

Nur unwesentlich gelitten haben dagegen die dynamischen Qualitäten des Cooper S. Der Mini Clubman ist, ungeachtet seiner kräftig gewachsenen Außenmaße, fast ebenso agil und kurvenfreudig. Der kleine Turbomotor feuert den Kombi vehement in die Ecken, sorgt aber auch dafür, dass die Vorderräder des Öfteren Contenance und Seitenführung verlieren. Wie der Cooper S ohne aufpreispflichtiges Sperrdifferenzial (160 Euro) fährt, mag man sich lieber nicht ausmalen.

Die Fahrleistungen können sich ebenfalls sehen lassen: 7,5 auf 100 km/h und 17,9 Sekunden auf 160, so schnell war kein Mini-Kombi der britischen Rheinarmee. Darob vergisst man auch gern, dass der Clubman ein reichlich schwerer Bock ist. Der Testwagen, mit Extras im Wert von knapp 8000 Euro beladen, brachte 1300 Kilo auf die Waage. Wenig verwunderlich, dass Verbrauchswerte unter acht Litern pro 100 Kilometer kaum realisierbar sind, trotz serienmäßiger Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung.

Fazit

Hübsche, schnelle Autos müssen nicht unpraktisch sein, das beweist der Mini Cooper S Clubman, der mit munteren Fahrleistungen und akzeptablem Raumangebot glänzt. Zudem bremst er sehr gut und geht äußerst behände ums Eck. So gar nicht Mini ist der Preis. Mit ein paar Extras kratzt er hart an der 30000-Euro-Grenze. Schwer ist der kleine Kombi obendrein. 1300 Kilogramm sind schon heftig für einen Mini. Ein anderer sportlicher Kombi, der Lamborghini Espada, wog nur rund 200 Kilo mehr, samt Vierliter-Zwölfzylinder und 350 PS.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbolader
Hubraum1598
Leistung
kW/PS
1/Min

127/173
5500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
240
1600 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 195/55 R 16
h: 195/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1300
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)224
Verbrauch 
Testverbrauch8.9l/100km (Super)
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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