Ford Mondeo Turnier gegen VW Passat Variant Lademeister

08.06.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Von Ford frisch auf den Tisch: Wie schlägt sich der neue Ford Mondeo Turnier gegen den etablierten Volkswagen Passat Variant? Test der Benziner mit 200 und 220 PS

Rund vier Millionen Mal verkaufte sich der Ford Mondeo weltweit, seit er 1993 den verheißungsvoll gestarteten, aber unglücklichen Sierra ablöste. Jetzt kommt eine völlig neu konstruierte Generation zu den Händlern, die auf der Plattform von S-MAX und Galaxy basiert. Doch auch der neue Mondeo hütet lieb gewordene Traditionen. So ist er, wie schon sein Vorgänger, in drei Karosserievarianten zu haben: als klassische Stufenheck-Limousine, mit Schrägheck und Heckklappe sowie als Kombi, der bei Ford schon Turnier hieß, als Adenauer noch Kanzler war. Die meisten Käufer werden wohl den Turnier wählen, auch das war beim Mondeo Nummer eins schon so. Dafür bricht der Neue mit einer anderen Ford-Tradition: Als Topmotorisierung gab es seit dem Knudsen-Taunus von 1971 immer einen Sechszylinder. Heute bedient man sich bei den Konzernkollegen von Volvo. Die liefern einen 2,5 Liter großen Fünfzylinder-Turbo, der im Mondeo 220 PS leistet und nur mit Sechsgangschaltgetriebe lieferbar ist. Mit dieser Motorisierung tritt er als Turnier gegen den ewigen Rivalen in der Mittelklasse an, den VW Passat Variant, der sich hier als 2.0 Turbo FSI mit 200 PS und Automatikgetriebe vorstellt.

 

Karosserie

Wenn es bei Tests Sympathiepunkte gäbe, müssten Mondeo Turnier und Passat Variant schon vor Beginn des Tests ein paar einheimsen. Beide sind Kombis der guten alten Art, die auch als Transportfahrzeuge eines Malergeschäfts oder einer Metzgerei dienen könnten und die nicht versuchen so auszusehen, als hätten sie nur zufällig keine Golfbags oder Gleitschirme im Ladeabteil. Sie sind völlig unlifestylig – auch wenn ihre Erbauer das womöglich gar nicht so gern hören –, sondern einfach nur Autos für Leute, die viel Platz brauchen. Im Übrigen herrscht, was das Raumangebot angeht, fast Gleichstand. Bei umgeklappter Rückbank sind es jeweils fast 1750 Liter Volumen in Passat und Mondeo. Und beide bieten im Fond fast so viel Bewegungsfreiheit wie große Luxuslimousinen. Ideale Familienautos also, auch weil bei voller Besetzung noch viel Stauraum für Urlaubsgepäck übrig bleibt: 603 Liter im VW, 554 Liter im Ford. Den Passat gibt es gegen Aufpreis (718 Euro) sogar mit zwei integrierten Kindersitzen im Fond. Gut zu wissen, dass sowohl der Ford als auch der VW mit einer ausgesprochen umfangreichen Sicherheitsausstattung lieferbar sind. Für beide gibt es optional sogar radargestützte Geschwindigkeitsregelanlagen, die im Falle des Mondeo mit Bremseingriff arbeitet. Doch auch im Serienumfang ist die Sicherheitsausstattung bei beiden erfreulich reichhaltig. Seinen knappen Sieg im Karosseriekapitel zementiert der Passat mit seinem etwas größeren Raumangebot und der besseren Verarbeitungs- und Detailqualität. Der Mondeo hat in dieser Disziplin zwar deutlich zugelegt, doch die verarbeiteten Kunststoffe erreichen nicht überall die Qualität des VW und sind nicht immer ganz sauber angepasst. Einen Hauch besser ist der Passat auch mit seiner übersichtlichen, sicheren Bedienung. Im Mondeo stören die kleinen Knöpfe am Multifunktionslenkrad, mit denen man nicht immer auf Anhieb die gewünschte Funktion aktiviert.

KarosserieMax. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Raumangebot vorn1007877
Raumangebot hinten1007476
Übersichtlichkeit706259
Bedienung/ Funktion1008286
Kofferraumvolumen1006065
Variabilität1004040
Zuladung/ Anhängelast804743
Sicherheit1508690
Qualität/ Verarbeitung200176182
Kapitelbewertung1000705718

 

Fahrkomfort

Beim Federungskomfort kann der VW den Ford ebenfalls leicht distanzieren. Der Passat profitiert hier auch von seiner Serienbereifung, die sich auf kleinen Wellen und Autobahnfugen schluckfreudiger zeigt als die sportlichen, aufpreispflichtigen 18-Zöller des Mondeo. Die 16-Zoll-Räder rollen zudem mustergültig leise und weich ab. Kleinere Stöße sind im Mondeo deutlicher spür- und hörbar. Lange Wellen nimmt der Kölner dafür gelassener, er reagiert aber etwas nervös auf einseitige Anregungen. Diese Neigung ist dem Wolfsburger völlig fremd, er gibt sich auch bei harten Stößen gelassen. Gerade bei Kombis ist es nicht ganz unwichtig, dass sie auch beladen so komfortabel und ruhig bleiben. Hier zählen beide zu den Musterknaben. Trotz der hohen Zuladung (Mondeo: 615 kg, Passat: 590 kg) zeigen sie sich unbeeindruckt. Sie federn sogar etwas geschmeidiger ein, wobei der Passat wieder etwas verbindlicher ist. Nur ein zartes Nachwippen des Hecks zeigt bei beiden an, dass die Fahrwerke sich ihren Grenzen nähern. Letztlich liegt der VW am Ende der Komfortwertung leicht vorn, auch weil der Fahrerplatz etwas ergonomischer eingerichtet ist. Im Ford etwa stören die dünn beschrifteten Knöpfe der Navi-Einheit, die sich sehr schlecht ablesen lassen.

FahrkomfortMax. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Sitzkomfort vorn1509590
Sitzkomfort hinten1006866
Ergonomie150112121
Innengeräusche503432
Geräuscheindruck1007274
Klimatisierung503433
Federung leer200132138
Federung beladen200134137
Kapitelbewertung1000681691

 

Motor und Getriebe

Dass der Ford Mondeo im Gegensatz zu der langen Reihe seiner Vorfahren nicht mit einem Sechszylindermotor lieferbar ist, lässt sich angesichts der Qualitäten des Fünfzylinders aus Schweden leicht verschmerzen. Schwerer wiegt da, dass es für den Fünfzylinder kein Automatikgetriebe gibt. Bei VW kann man den Zweiliter-FSI-Turbo mit einem Sechsgangschaltgetriebe oder gegen Aufpreis (1986 Euro) mit einer Sechsgangautomatik bestücken. Im Übrigen zeigen beide, dass auch im Zeitalter des Turbodiesels kräftige Benziner durchaus ihre Berechtigung haben. Sie sind ebenso kultiviert wie schnell, drehen freudig hoch, und der Verbrauch bleibt dennoch überschaubar. Zwar liegen die Testverbräuche mit 11,5 Liter Super (VW) und 11,8 Liter Super Plus (Ford) recht hoch, doch beide lassen sich auch mit deutlich unter zehn Litern pro 100 Kilometer bewegen. Der Mondeo gewinnt mit seinem Fünfzylinder das Kapitel, weil der Volvo-Motor leiser und kultivierter ist und die besseren Fahrleistungen liefert.

Motor und GetriebeMax. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Beschleunigung150155154
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15011097
Getriebeabstufung1008280
Kraftentfaltung503634
Laufkultur1007168
Verbrauch325140144
Reichweite251010
Kapitelbewertung1000604587

 

Fahrdynamik

Bei den dynamischen Übungen schlägt endgültig die Stunde des neuen Mondeo. Zwar ist er mit seiner aufpreispflichtigen 18-Zoll-Bereifung (1605 Euro) leicht im Vorteil, doch vermutlich würde er mit bescheideneren Reifen ebenfalls vorn liegen. Sowohl auf dem Handlingsparcours als auch beim Standardslalom liegt er vor dem trägeren VW Passat, der zudem stärker zu Lastwechselreaktionen neigt. Mustergültig fahrsicher sind beide Kombis, auch hier mit leichten Vorteilen für den Mondeo, der sich wirklich nur mutwillig und mit abgeschaltetem ESP aus der Ruhe bringen lässt. Eine Klasse für sich ist die Lenkung des Ford, die in puncto Direktheit, Zielgenauigkeit und Rückmeldung fast Sportwagenniveau erreicht. Allenfalls das etwas zu nervöse Ansprechen ist ihr anzulasten. Auf fast gleich hohem Niveau sind übrigens die sehr standfesten Bremsanlagen der beiden Kombis.

FahrdynamikMax. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Handling1506863
Slalom1006840
Lenkung1009182
Geradeauslauf504243
Bremsdosierung301816
Bremsweg kalt1508885
Bremsweg warm1509287
Traktion1004143
Fahrsicherheit150123120
Wendekreis20811
Kapitelbewertung1000639590

 

Umwelt und Kosten

Tradition beim ewigen Duell in der Mittelklasse ist auch, dass Ford stets das etwas preiswertere Angebot hat. Da macht auch der neue Mondeo keine Ausnahme. Selbst ohne Automatikgetriebe wäre der VW immer noch rund 1500 Euro teurer als der Ford. Immerhin muss der VW-Kunde für die AZ-Normausstattung weniger Geld auf den Tisch legen. Er kann sich auch an einem prozentual geringeren Wertverlust erfreuen. Allerdings verliert er wegen des höheren Grundpreises praktisch genauso viel Geld wie der Ford-Käufer. Viele Punkte sammelt der Passat mit den besseren Garantieleistungen des Hauses VW, Ford zeigt sich vor allem beim Mobilitätsversprechen nicht so generös. Annähernd gleich sind die sonstigen Betriebskosten. Der VW liegt am Ende des Kapitels ganz knapp vorn, auch weil für Werkstattaufenthalte und Treibstoff weniger Geld aufgebracht werden muss.

Kosten/UmweltMax. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Bewerteter Preis675191172
Wertverlust501919
Ausstattung25410
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501828
Werkstattkosten201416
Steuer1089
Versicherung403032
Kraftstoff552729
Emissionswerte258482
Kapitelbewertung1000395397

 

Fazit

Der neue Ford Mondeo legt einen echten Traumstart hin und besiegt in diesem ersten Vergleichstest den etablierten und beliebten VW Passat. Das Fahrwerk des neuen Ford ist dynamisch exzellent, ohne den Komfort zu vernachlässigen, die Lenkung ein Gedicht. Der Fünfzylinder gefällt durch ruhigen Lauf und gute Fahrleistungen. Zudem ist die Karosserie sehr geräumig und praxisgerecht eingerichtet. Der VW ist allerdings nicht abgeschlagen. Er ist immer noch der Platzhirsch in der Mittelklasse, an dem sich die Konkurrenz orientiert. » Wie schlägt sich der VW Passat 2.0 TDI gegen die Konkurrenz? Hier geht es zum Vergleichstest

Gesamtbewertung

Max. PunkteFord Mondeo Turnier 2.5 20VVW Passat Variant 2.0 TFSI
Summe500030242983
Platzierung12

Tags:
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