Neuer Fisker Karma (2011): Erste Fahrt So fährt sich der Fisker Karma

von Markus Schönfeld 24.05.2017
Inhalt
  1. Erste Fahrt im neuen Fisker Karma (2011)
  2. Fisker Karma (2011) 2,5 Tonnen schwer
  3. Karma (2011) in 5,9 Sekunden auf Tempo 100
  4. Eckdaten
  5. Technische Daten

Als erster ausgewachsener Sportwagen mit Elektro-Antrieb und Range Extender läutet der neue Fisker Karma (2011) die Geburtsstunde eines neuen Autoherstellers ein. So verlief die erste Fahr!

Wo beginnt man, wenn man ein völlig neues Auto konstruieren will? Am besten beim Design. Und davon versteht Henrik Fisker eine Menge. Der gebürtige Däne kann auf eine produktive Karriere zurückblicken, war unter anderem bei BMW für die Form des Z8 und bei Aston Martin für den DB9 verantwortlich. Das erste Auto, das nun seinen Namen trägt, sollte aber mehr als nur ein Design-Objekt sein. Der neue Fisker Karma (2011) treibt seine Hinterräder ausschließlich elektrisch an, versteckt eine Lithium-Ionen-Batterie tief in der Fahrzeugmitte und einen potenten Benzinmotor samt Generator für die Stromerzeugung unter der Fronthaube. Doch das Interessanteste: Ab September kann man den Fisker Karma kaufen – schon jetzt gibt es acht zertifizierte Händler in Deutschland. Für 101.800 Euro ist er die grüne, voll ausgestattete Antithese zu Porsche Panamera und Mercedes CLS.

Neuheiten Karma Revero (2016)
Karma Revero (2016): Neuauflage des Fisker Karma  

Karma kommt als Revero wieder

 

Erste Fahrt im neuen Fisker Karma (2011)

"Form vor Funktion" heißt das Credo vom neuen Fisker Karma (2011), Großgewachsene schon beim ersten Kennenlernen feststellen. Sitzt man auf den vorderen, gut einstellbaren und superedlen Sitzen noch sehr bequem mit viel Bewegungsfreiraum, wird es auf den zwei von einer Mittelkonsole getrennten Rücksitzen eng. Wer größer als 1,85 Meter ist, muss den Kopf einziehen. Auch praktische Ablagen sucht man vergebens, und das Ladevolumen liegt mit 195 Litern weit unter Limousinen-Niveau. Wegen der Liebe zum Design sollten bei Fisker andere Maßstäbe angelegt werden. Denn welches Auto steht sonst schon serienmäßig auf 22-Zöllern? Die Fahrwerksingenieure müssen fleißig experimentiert haben, denn bereits auf den ersten Metern überrascht das fünf Meter lange Dickschiff mit ausgewogenem Komfort. Sicher könnten kurze Impulse wie Autobahnfugen noch sanfter geschluckt werden, doch angesichts der gewaltigen Raddimensionen und fehlender adaptiver Dämpfer geht der straffe Federungskomfort absolut in Ordnung. Geradeauslauf und Spurtreue zeigen sich dank des ultralangen Radstands von 3,16 Metern absolut souverän. Das gilt auch für die Verarbeitung der Aluminium-Karosserie des neuen Fisker Karma (2011), die während der gesamten Testfahrt kein Geräusch von sich gibt.

Fisker-Nachfolger Karma Revero (2016) im Video:

 
 

Fisker Karma (2011) 2,5 Tonnen schwer

Im  neuen Fisker Karma (2011) stehen zwei Fahrprogramme zur Auswahl, die über Schaltpaddel hinter dem Lenkrad aktiviert werden. Im Stealth-Modus wird ausschließlich die Energie aus dem 20-Kilowattstunden-Akku genutzt, der nach fünfeinhalb Stunden an einer 230-Volt-Haushaltssteckdose vollgeladen ist. Zusätzliche Energie wird beim Bremsen zurückgewonnen und durch das Solardach ins System gespeist. So rollt man zwar ohne Emissionen durch Stadt und Land, allerdings nicht ganz geräuschlos. Denn im Gegensatz zu anderen Elektrofahrzeugen warnt der Karma Passanten dezent mit einem futuristischen Batmobil-Sound, der aus kleinen Lautsprechern in den Stoßfängern kommt. Kraft gibt es genügend – jederzeit ohne die Verzögerung eines Wandlers und ohne Schaltvorgänge, denn die beiden je 150 Kilowatt starken E-Motoren (zusammen: 403 PS) vor und hinter dem Hinterachsdifferenzial greifen ohne Getriebe direkt auf die Hinterräder zu. Trotz eines Leergewichts von etwa zweieinhalb Tonnen schieben sie den Viertürer im Stealth-Modus in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Bei 153 km/h ist Schluss mit der rein elektrischen Beschleunigung. Erst wenn die Batterie entladen ist, springt der mit Benzin betriebene Range Extender hörbar an, um den Akku zu laden. Das passiert je nach Fahrweise nach etwa 80 Kilometern rein elektrischer Fahrt. Ein Zug am Schaltpaddel, und der Sport-Modus wird aktiviert. Jetzt mischt sich der Verbrennungsmotor des neuen Fisker Karma (2011) häufiger in das Geschehen ein und lädt die Batterie stets mindestens bis zur Hälfte auf. Der 260 PS starke Zweiliter-Turbobenziner stammt von General Motors und ist bei uns aus dem Opel GT Roadster bekannt.

 

Karma (2011) in 5,9 Sekunden auf Tempo 100

Im neuen Fisker Karma (2011) treibt er einen mächtigen Generator an (175 kW), der die Batterie laden soll und parallel zusätzliche elektrische Leistung für die beiden Antriebsmaschinen zur Verfügung stellt. So drückt es einen bei Vollgas noch kräftiger in die Sitze. In nur 5,9 Sekunden schießt man auf Landstraßentempo, erst bei gut 200 km/h erreicht der Karma seine Höchstgeschwindigkeit. Allerdings wird der Vollgasrausch vom heiser dröhnenden Sound des Turbomotors begleitet, der seine Drehzahlen frei und unabhängig von der Gaspedalstellung variiert. Weil die Auspuff-Endrohre direkt vor den Türen sitzen, hätte man hier eine ansprechendere Geräuschkulisse entwickeln können. Die Fahrleistungen des Antriebs überzeugen aber voll und ganz – auch auf dem Handlingsparcours. Weil die schweren Antriebskomponenten (Batterie, Generator, Antriebsmotoren) weit unten und mittig im Fahrzeug untergebracht sind, merkt man dem neuen Fisker Karma (2011) sein hohes Gewicht nicht an. Er lenkt willig ein, gibt gute Rückmeldung in der Lenkung, erzielt überraschend hohe Kurvengeschwindigkeiten und gibt sich im Grenzbereich neutral. Das liegt vor allem an den breiten Reifen (255 mm vorn, 285 mm hinten), die zusammen mit Goodyear extra entwickelt wurden. Auch sonst haben Henrik Fisker und sein 350-köpfiges Team stark auf die Kompetenz der Zulieferer vertraut. Wie die großen Hersteller setzt er auf Bosch, ZF oder A123 aus Amerika, hat in München extra ein Ingenieursteam für gemeinsam entwickelte Komponenten beschäftigt. 

 

Eckdaten

PS-kW260 PS (191 kW)
AntriebHinterrad, einstufig
0-100 km/h5.9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit201 km/h
Preis101.800,00€
 

Technische Daten

Motor 
ZylinderVierzylinder.Benzinmotor, Direkteinspritzer, Turbo
Hubraum1998
Leistung
kW/PS
1/Min

191/260
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
null
k.A.
Kraftübertragung 
Getriebeeinstufig
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 255/35 WR 22
h: 285/35 WR 22
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)2539
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)201
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch2.4l/100km (Super)
Reichweite80
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)83

Tags:

Wirkaufendeinauto

Auto bewerten & verkaufen!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.