Fahrbericht: Jaguar F-Type mit Allradantrieb AWD und Schaltgetriebe Schalten und walten

04.02.2015

Den Jaguar F-Type gibt es künftig mit Allradantrieb – oder als Handschalter. Unser Fahrbericht klärt, welche Stärken und Schwächen die neuen Optionen haben

Was will der Jaguar F-Type sein?
Die Briten schicken ihre Sportwagen-Baureihe jetzt auf Wunsch mit Allradantrieb oder manuellem Schaltgetriebe ins Rennen um die Gunst der luxus-liebenden Kundschaft. Damit sollen das Aluminium-Coupé ebenso wie das formschöne Roadster-Modell noch reizvoller sein als bisher und sowohl die Fahrsicherheit, als auch die Fahrdynamik verbessern. Das Motorenprogramm des Jaguar F-Type gliedert sich nach wie vor in zwei Sechszylinder, die mit 340 sowie 380 PS (S-Modell) antreten. Topmodell ist der 550 PS starke V8 R, den es jetzt auch in Kombination mit der offenen Karosserie gibt. Dafür entfällt das 495 PS starke V8 S-Modell des Cabriolets.

Was ist der Jaguar F-Type wirklich?
Tatsächlich gelingt es dem AWD genannten Allradsystem nicht nur erheblich mehr Traktion aufzubauen und den F-Type somit selbst auf klatschnasser Fahrbahn vehement losstürmen zu lassen. Die betont hecklastige Kraftverteilung des Allrads gewährleistet, dass Coupé und Cabrio die bekannt agile Abstimmung der Heckantriebsmodelle beibehalten. Erkennt die Sensorik ein drohendes Durchdrehen der Hinterräder, schließt die elektromechanische Lamellenkupplung, die direkt an das Getriebegehäuse angeflanscht und stufenlos geregelt ist. Sie leitet maximal 50 Prozent der Power an die Vorderräder. Dennoch zeigt sich die Lenkung jederzeit frei von störenden Antriebseinflüssen. Während die Fahrdynamik-Systeme im Nässe-/Winter-Modus ein Optimum an Fahrstabilität und Grip garantieren, erlaubt das Dynamic-Setting sogar schwungvolle Drifteinlagen. Der Aufpreis von immerhin 6000 Euro für den nur 80 Kilo schweren Allrad (verfügbar bei V6 S und V8 R) ist also sinnvoll investiert.

Über die Sinnhaftigkeit des Handschaltgetriebes lässt sich indes durchaus diskutieren. Zwar bekommt man die Sechszylinder-Modelle ohne Automatik immerhin 2500 Euro günstiger, doch sie verbrauchen 0,4 bis 1,2 Liter mehr als die Versionen mit der sehr gut abgestimmten Achtstufen-Automatik von Getriebespezialist ZF. Außerdem spurten sie langsamer. Für den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h benötigt das geschaltete V6-Cabrio 0,4 Sekunden mehr, das V6 S-Coupé nimmt sich gar 0,6 Sekunden länger Zeit. Hinzu kommt, dass der Schalthebel zu weit hinten positioniert ist und bei sportlicher Gangart nicht knackig genug geführt ist.

Ein technischer Leckerbissen ist indes die Bremsanlage mit Karbon-Keramik-Scheiben, die sich erstklassig präzise dosieren lässt und ausgesprochen energisch zupackt. Leider kosten die edlen Stücke noch einmal mindestens 8960 Euro extra.

Serienmäßig verfügen die aktuellen Jaguar F-Type Modelle über ein Torque Vectoring, dass beim Einlenken das kurveninnere Hinterrad dosiert abbremst und dem Auto so zu einem noch agileren Handling mit minimierter Untersteuertendenz verhilft. Eine elektro-mechanische Servolenkung (EPAS) rundet das Maßnahmenpaket zur aktuellen Modelljahrespflege ab und begeistert mit klarer Rückmeldung sowie linearen und präzisen Reaktionen.

Wer sind die wichtigsten Wettbewerber?
Damit rückt der Jaguar F-Type seinen Erzrivalen von Porsche aus der Cayman/Boxster-Reihe sowie der 911-Familie noch näher. In der Soundwertung liegen der heiser trompetende V6 mit den aufreizenden mittigen Endrohren sowie der lautstark bollernde V8 mit vier verheißungsvoll dicken Endrohren ohnehin vor dem normalerweise doch sehr dezent sägenden Sechszylinder-Boxersound der Stuttgarter Sportler.

Wer soll den Jaguar F-Type kaufen und was kostet er?
Wer also einen stilvollen Sportwagen mit ambinionierter Technik und einer gehörigen Portion Coolness sucht, sollte bereit (und in der Lage) sein, mindestens 65.000 Euro für den handgeschalteten V6 mit festem Dach zu zahlen. Das Upgrade auf die 380-PS-Version verschlingt 12.000 Euro und den V8 gibt es ab 106.800 Euro. Das Cabrio kostet jeweils 7000 Euro mehr.

Wann ist der Jaguar F-Type zu kaufen?
Wer jetzt erst mit dem Sparen anfängt, muss sich beeilen. Der Verkauf hat bereits begonnen, obwohl die aktuellen Modelle erst im Lauf des Aprils zu den Händlern kommen.

Weitere Fahreindrücke lesen Sie in der nächsten AUTO ZEITUNG

Martin Urbanke

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