BMW 507 Roadster: Faszination Ausfahrt im BMW 507 Roadster

07.08.2015

Faszination Auto: Diese Schönheit stammt nicht etwa aus England oder gar Italien – in den 50er-Jahren gelang BMW mit dem 507 ein Meisterstück für die Ewigkeit.

Nur flach über dem Boden sitzt man auf den kleinen, weichen Ledersesseln. Während einem der Wind kräftig um die Nase weht, verweilt die linke Hand am elfenbeinfarbenen Bakelit-Lenkrad, die rechte am kurzen Schalthebel in gleicher Farbe. Natürlich sind das Verdeck nach hinten geklappt und die Scheiben nach unten gekurbelt. So hat man durch die niedrigen Türen praktisch das Gefühl, im Freien zu sitzen. Sportlich, aber trotzdem sanft rollen die hohen Reifen auf dem Asphalt ab.

 

BMW 507 Roadster: Ein Meisterstück für die Ewigkeit

Roadster-Fahren ist an sich schon ein besonderes Erlebnis. Im BMW 507 wird es zum Höchsten der Gefühle. Allein dieser Blick durch die steile, chromumrahmte Frontscheibe über die lange Motorhaube und die beiden Scheinwerferwölbungen hinweg. Und dann der seidige Motor: drehfreudig, immer mit kräftigem V8-Bass präsent, aber nie aufdringlich. Er passt perfekt zum kultivierten Äußeren, dem sanften Fahrwerk und dem gediegen reduzierten Innenraum mit dem 60 Jahre alten Röhrenradio Becker Mexico und dem Mono-Lautsprecher darüber. Kein Schnickschnack lenkt den Fahrer auf dem lackierten Armaturenträger von dem ab, worum es hier eigentlich geht: um die reine Freude am Fahren.

Da kann sich die moderne Automobilindustrie mit all ihren elektronischen Innovationen auf den Kopf stellen – zu solch puren Emotionen ist nur ein ganz einfaches Rezept in der Lage: V8-Motor mit Heckantrieb, knackige Handschaltung, kompakte Karosserie. Die Münchener wussten das schon in den 50ern, als sie den fast filigran erscheinenden 507 als Antwort auf den ausladenden Mercedes 300 SL Flügeltürer entwickelten und im Sommer 1955 im Waldorf Astoria in New York präsentierten. Schließlich war das Auto vor allem für den US-Markt gedacht. Stolz zeigten die Bayern also nicht nur die bildschöne Form aus der Feder von Albrecht Graf Goertz, sondern auch den überarbeiteten 3,2-Liter-Alu-V8 aus dem 502, der dank zweier Zenith-Vergaser stramme 150 PS bei 5000 Touren mobilisierte und mit unter 1300 Kilogramm Leergewicht leichtes Spiel hatte.

Moderne Roadster: Vergleich BMW Z4, Audi TT, Porsche Boxter

Doch so viele Superreiche wie für den schwäbischen Kontrahenten fanden sich nach der Markteinführung 1956 selbst in den Vereinigten Staaten nicht. Ganze 26.500 Mark (in den USA 9000 Dollar) kostete ein 507 anfangs – der 215 PS starke und schnellere 300 SL damals 29.000 Mark. Die Entwicklungs- und Produktionskosten wurden durch den schleppenden Verkauf nicht einmal annähernd eingebracht. 1959 machte BMW sogar Millionenverluste – der 507 wurde nach nur knapp drei Jahren und rund 250 Exemplaren wieder vom Markt genommen. Elvis Presley sicherte sich noch einen, ebenso Rennfahrer John Surtess und Alain Delon.

Erst in der Neuzeit scheint man den wahren Wert des 507 erkannt zu haben. Nur selten werden noch Exemplare verkauft oder versteigert. John Surtess soll seinen 507 immer noch besitzen. Er bekam ihn 1956 für den Sieg der Motorrad-Weltmeisterschaft von Count Agusta geschenkt. Der einzige 507, der derzeit auf den bekannten Verkaufsforen in Deutschland gefunden wurde, wird für aberwitzige 2,32 Millionen Euro angeboten. Eine Summe, die den Roadster zu einem der exklusivsten deutschen Autos überhaupt macht. Aber das wusste BMW ja schon vor 60 Jahren.

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