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Mercedes CLA, Audi A3, Ford Focus und Mazda 3: Kompaktlimousinen im Test

Eine Stufe weiter

Eine klassische Stufe im Heck zeigt heute kaum noch jemand, stattdessen liegen coupéhafte Formen wie beim Mercedes CLA voll im Trend. Dass der Reiz eines Viertürers dabei nicht verloren geht, zeigen diese vier schicken Kompakten im Vergleichstest

Der überraschend große Erfolg des Mercedes CLA ist ein klares Zeichen: Kompaktlimousinen sind keineswegs vom Aussterben bedroht. Zumindest nicht, wenn sie einen coupéhaften Charakter haben und beim Design mehr der Form als der Funktion folgen. Doch die flache, langgestreckte Silhouette bringt im Alltag kaum Vorteile. Das Platzangebot ist geringer, die Sitzposition tiefer und die Übersicht schlechter als bei klassischen Stufenhecklimousinen. Und obendrein verlangen Hersteller für ihre modischen viertürigen Coupés gern deutlich mehr als für die vergleichbaren Kompaktmodelle. Beim Mercedes CLA, der auf der A-Klasse basiert, sind es gleich rund 5000 Euro. Die Konkurrenten sind sowohl bei der Preisals auch bei der Karosseriegestaltung vorsichtiger. Der neue Mazda 3 kostet mit Bürzel am Heck nur 500 Euro mehr als der Fünftürer.

Audi und Ford verlangen bei A3 und Focus ähnlich faire Aufschläge. Doch welches Konzept kann am Ende am meisten überzeugen? Ein Vergleichstest in der um die 140 PS starken Dieselklasse soll die Antwort liefern.

Karosserie

Ist der Mercedes CLA mit seiner Außenlänge von 4,63 Metern auch der Längste in diesem Vergleichstest, den Größenvorteil kann er im Innenraum nicht umsetzen. Im Gegenteil: Schon vorn schränken das klobige Armaturenbrett, die hohen Türlinien und die schmalen Seitenscheiben das Raumgefühl ein. Es gibt weniger Kopffreiheit als bei der Konkurrenz, und an die ausladenden Türgriffe stößt man schon mal mit den Knien. Die Passagiere in zweiter Reihe sollten zudem nicht allzu groß sein, sonst müssen sie mit stark eingezogenem Kopf auf den eigentlich bequemen Polstern hocken. Ein Tribut an die zum Heck hin stark abfallende Dachlinie. Die mündet zudem in einer schmalen, unpraktisch geformten Heckklappe. Der Kofferraum darunter kann sich aber sehen lassen. Immerhin passen in das tiefe, dunkle CLA-Heck 470 Liter Gepäck – das sind mehr als bei Audi (425 Liter) und Mazda (419 Liter). In denen haben Passagiere dafür vorn und hinten mehr Platz. Audi zeigt, wie gut man mit nur 4,45 Meter Gesamtlänge auskommt. Wirkt der Audi A3 von außen doch kompakter als die anderen, überzeugt er innen mit perfekter Ergonomie und einem sehr reduzierten Cockpit. Nur das Klima wird über eine eigene Bedienungseinheit gesteuert – den Rest übernimmt das übersichtliche MMI-System vor dem Schalthebel. Mit wenigen Knöpfen und dem Touchpad können selbst die komplexen Ebenen von Navi, Soundanlage oder Fahrzeugparametern kinderleicht verwaltet werden.

Auch bei Mercedes und Mazda dient ein Drehrad in der Mittelkonsole als Hauptinstrument. Die Bedienung gelingt aber nicht ganz so schnell.

Bei Mazda ist der sogenannte Multi Commander sogar serienmäßig Bedienungsan Bord. Und die Japaner bieten als einzige ein Head-up-Display (Sports-Line) an. Ein Extralob verdient sich der 3er zudem für die gute Beinfreiheit in zweiter Reihe. Die Entriegelung zum Umklappen der Rücksitzlehnen findet man aber erst nach kurzer Suche im Kofferraum. Die Lehnen klappen beim Zug der beiden Hebel zwar nicht selbstständig um, liefern aber als einzige im Testfeld eine komplett ebene Ladefläche. Bei Audi gibt es dafür zusätzlich eine Durchreiche im hinteren Mittelsitz.

Auch im Ford Focus kann man sich nicht über ein mangelndes Raumangebot beschweren. Wie im Audi müssen hier nur kleine Abstriche bei der Kopffreiheit in zweiter Reihe gemacht werden. Die Fünftürer aus den Baureihen bieten allerdings etwas mehr Luft über dem Haaransatz. Durch seine üppige Zuladung von bis zu 605 Kilogramm geht der Focus dafür als echtes Arbeitstier durch. Und 475 Liter Kofferraum sind in diesem Umfeld spitze. Sein hochragendes Heck lässt sich von innen aber am schwersten überschauen. so wird die Rückfahrkamera für 670 Euro (ab Titanium) zum Pflichtextra. Der Farbbildschirm im Armaturenbrett ist für gute Ablesbarkeit etwas zu klein geraten. Abhilfe wird hier das bald anstehende Facelift schaffen.

Bei der Sicherheitsausstattung gibt sich der Ford dafür keine Blöße und liegt zusammen mit der Konkurrenz auf Höhe der Zeit. In allen Ausstattungslisten findet man Notbremsassistenten (Mazda serienmäßig), Abstandsregler, Spurhelfer oder Tempolimitscanner. Seitenairbags für die Fondpassagiere gibt es aber nur bei A3 (350 Euro) und CLA (446 Euro). Klar, dass man bei beiden Premiummarken zugleich beste Verarbeitung und sehr feine Materialien erwarten darf. Dieser Anspruch wird hier wie da erfüllt. Doch auch das gute Qualitätsniveau von Ford und Mazda kann sich sehen lassen. An die intuitive Bedienung des Ingolstädters kommen sie allerdings nicht heran. Die vielen unterschiedlichen und verwirrenden Schalter im Ford Focus wurden oft genug bemängelt. Auch hier wird das Facelift Besserung bringen.

KarosserieMax. PunkteAudi A3 Limousine 2.0 TDIMazda 3 Skyactiv-D 150Ford Focus Limousine 2.0 TDCiMercedes CLA 200 CDI
Raumangebot vorn10070686863
Raumangebot hinten10047565543
Übersichtlichkeit7038353735
Bedienung/ Funktion10089858286
Kofferraumvolumen10034313837
Variabilität10020201717
Zuladung/ Anhängelast8033354337
Sicherheit15082827891
Qualität/ Verarbeitung200152147144150
Kapitelbewertung1000565559562559
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A3 Limousine 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 224 km/h

Preis 29.385,00 €

Mazda 3 Skyactiv-D 150

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 213 km/h

Preis 25.630,00 €

Ford Focus Limousine 2.0 TDCi

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 209 km/h

Preis 25.070,00 €

Mercedes CLA 200 CDI

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 8.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 220 km/h

Preis 35.516,00 €