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Jeep Cherokee 3.2 V6 Trailhawk vs. Mercedes GLK 350 4Matic: SUVs im Vergleichstest

Zwei Kerle mit Kanten

Jeep Cherokee und Mercedes GLK wollen im Gelände weiter kommen als andere Kompakt-SUV. Ebenso ungewöhnlich in dieser Klasse: mehr als drei Liter Hubraum und rund 300 PS starke Benzinmotoren. Vergleichstest

Die Nachfrage nach Kompakt-SUV ist längst nicht gestillt. Immer noch wächst die Zahl der Verkäufe ebenso wie die Modellvielfalt bei vielen Herstellern. Dabei werden die Autos meist schneller, sparsamer und komfortabler. Doch eines haben sie längst verlernt: das Klettern. Und so ist der neue Jeep Cherokee in diesem Segment eine absolute Rarität. Schließlich wird er gegen Aufpreis auch mit einem für den ambitionierten Geländeritt notwendigen Untersetzungsgetriebe angeboten.

Der einzige Haken: Jeep offeriert die Offroad-Variante Trailhawk – zusätzlich ausgerüstet mit Fahrwerkshöherlegung, Geländereifen und hinterer Differenzialsperre – derzeit nur mit einem 3,2 Liter großen Pentastar-Benziner und 272 PS. Das schränkt nicht nur den potenziellen Kundenkreis ein, sondern auch das Feld der Konkurrenten. Einen passenden haben wir dennoch gefunden: den Mercedes GLK 350 4Matic mit durchaus tauglichem Offroad-Technik-Paket.

MOTOR/GETRIEBE

Mehr Nutzwert und bessere Ergonomie im GLK

Sowohl in der Länge (4,63 Meter) als auch in der Breite (1,90 Meter) ist der Cherokee rund sechs Zentimeter größer als der GLK. Ein deutlicher Größenvorteil, den der Jeep im Innenraum aber nicht konsequent umsetzen kann. Zwar genießt man auf den vorderen Sitzplätzen etwas mehr Bewegungsfreiheit in der Breite – hinten jedoch müssen Erwachsene stets den Kopf einziehen. Das gilt besonders dann, wenn das 1450 Euro teure Panoramadach mit Schiebe- und Hubfunktion installiert ist. Schade eigentlich, denn die hoch eingebaute, geteilte Rückbank lässt sich längs verschieben, und die Rückenlehnen kann man in mehreren Winkeln einstellen. Außerdem lassen sie sich zusammen mit dem Beifahrersitz zu einer ebenen Ladefläche umklappen.

Die modisch geschwungene Form des Jeep Cherokee mit der hochgezogenen Heckscheibe verhindert dennoch eine ungestörte Rundumsicht. Die Übersicht ist im GLK mit seinen steilen Fenster- und Karosserieflächen deutlich besser. Im Mercedes sitzt man aufrechter und genießt vorn wie hinten perfekte Ergonomie sowie eine sehr üppige Kopffreiheit. Zudem nimmt der würfelförmige Kofferraum des Schwaben mehr Gepäck auf. 450 bis 1550 Liter sind zwar längst nicht der Klassenmaßstab, für den Platz-Sieg gegen den Jeep Cherokee (412 bis 1267 Liter) reicht es aber allemal.

Überhaupt ist der geringere Nutzwert des Amerikaners eher enttäuschend. Lassen sich an die Anhängerkupplung des GLK (940 Euro) bis zu 2,4 Tonnen schwere Trailer hängen, nimmt es der optisch rustikalere Jeep mit nur 2200 Kilogramm auf. Ungebremste Anhänger dürfen zudem höchstens 450 Kilogramm schwer sein (Mercedes: 750 kg). Immerhin haben die Amerikaner durch die Allianz mit dem Fiat-Konzern jetzt bei der Sicherheitsausstattung nachgelegt. Spurhalteassistent und Toter-Winkel-Warner sind für die Cherokee-Baureihe KL ebenso zu haben wie der Abstandsregeltempomat oder ein Einparkassistent. Kurvenlicht, Müdigkeitswarner oder Rundum-Kameraüberwachung gibt es jedoch nur bei Mercedes.

 
JEEP CHEROKEE 3.2 V6 TRAILHAWK
MERCEDES GLK 350 4MATIC
272 PS 306 PS
0-100 km/h in 8,8 s 0-100 km/h in 6,9 s
Allradantrieb Allradantrieb
Spitze 180 km/h Spitze 238 km/h
11,9 l S/100 km 10,4 l S/100 km
Grundpreis: 48.000 Euro Grundpreis: 52.003 Euro

Markus Schönfeld