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Lotus Evora Sport 410: Genfer Autosalon 2016

Ein erleichterter Evora

Als Lotus Evora Sport 410 (2016) speckt der kleine Brite schon ein halbes Jahr nach seiner Markteinführung ab. 70 Kilogramm weniger auf den Rippen, dafür zehn PS mehr Leistung, sind der Garant für Kurvendynamik reinsten Wassers. Premiere ist auf dem Genfer Autosalon 2016.

Mit dem Lotus Evora Sport 410 (2016) möchte Lotus wieder zurückgewinnen, was die britische Marke mit dem Evora 400 ein Stück weit verloren hat. Den Status, kompromisslose und insbesondere leichte Fahrmaschinen ohne Schnörkel und Firlefanz zu bauen. Die Briten stellen den modifizierten Evora auf dem Genfer Autosalon 2016 (3. bis 13. März) vor. Die Ingenieure von Lotus durften sich so richtig austoben, sodass der Lotus Evora Sport 410 gleich 70 Kilogramm weniger auf die Waage bringt. Doch mit 1325 Kilogramm ist der Evora Sport 410 noch lange nicht als Fliegengewicht zu bezeichnen, wie es die früheren Lotus mal waren. Als erster 2+2-Sitzer seines Herstellers aber schleppt der Evora Sport 410 auch konstruktionsbedingt einfach mehr Sitzfleisch mit sich herum. Wie die Gewichtsreduktion zustande kam, zeigt ein Blick auf die Pressemitteilung: Dort heißt es, dass der neu geformte Frontsplitter, das Dach, das nun einteilige statt fünfteilige Heck sowie der ihn ihm integrierte Diffusor, die Sportsitze und die Serviceklappe aus Carbon gefertigt sind. Ein konsequenter Lotus-Fahrer verzichtet obendrein noch auf das angebotene Radio, damit die fehlenden Lautsprecher weiteres Gewicht sparen. So oder so spart Lotus beim Evora 410 auch die Armlehnen und Staufächer in den Türen ein. Die Diät allein macht den Evora Sport 410 aber nicht drei Sekunden schneller auf der hauseigenen Teststrecke als den Serien-Evora. Es sind die zehn Mehr-PS, die das Lotus-Team aus dem 3,5 Liter großen Sechszylinder mit Kompressor-Aufladung herauslockte.

Bildergalerie starten: Lotus Evora Sport 410 (Genfer Autosalon 2016)

Lotus baut den Evora Sport 410 nur 150 Mal im Jahr

Damit stieg die Leistung des Lotus Evora Sport 410 – der Name sagt’s schon – auf 410 PS. Auch das maximale Drehmoment beträgt 410 Newtonmeter. Für eine stabile Straßenlage trotz der Mehr-Leistung legten die Lotus-Ingenieure den Lotus Evora Sport 410 um fünf Millimeter tiefer, zusätzlich gibt’s geschmiedete Alufelgen und ein Torsion-Sperrdifferential. Latscht der Lotus-Fahrer nun aufs Gas, knallt die gelbe Flunder in nur 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Auf dem Weg zum Spitzentempo von über 300 km/h rührt der Fahrer in einem überholten Schaltgetriebe mit erleichtertem Schwungrad. Optional gäbe es auch ein Automatikgetriebe mit Paddels, das allerdings würde das Konzept doch nur wieder verwässern. Ob der hartgesottene Lotus-Fan im Lotus Evora Sport 410 das "Dynamic Performance Management" braucht, ist vermutlich zu diskutieren. Doch lässt sich mit dem System die Gasannahme des Motors noch einmal verschärfen. Knüpft Lotus mit dem Evora Sport 410 an, wo es beim Exige und seinen zahlreichen Kleinserien aufgehört hat? Bleibt abzuwarten. Aber mit jährlich nur 150 gebauten Lotus Evora Sport 410 zum Stückpreis von 106.900 Euro gewinnt dieser extreme(re) Evora zumindest eines: gehörigen Seltenheitswert. Mehr zum Thema: Alle neuen Autos des Genfer Autosalon 2016

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Alexander Koch