Audi TTS/Porsche 718 Cayman: Test Audi TTS fordert Porsche 718

24.01.2017
Inhalt
  1. Test: Im Handling dominiert der 718 Cayman den TTS
  2. Die Karosserie des Audi TTS bietet im Alltag einige Vorzüge
  3. Unser Fazit

Mit Turbo-Vierzylinder und nachgeschärftem Handling bläst der Porsche 718 Cayman zur Attacke auf den Audi TTS. Kann der Schwabe den bayerischen Performer im direkten Vergleich in die Schranken weisen?

Der Porsche 718 Cayman ist nicht nur das neue Einstiegsmodell in die Welt der Zuffenhausener, er ist auch ein idealer Vergleichstest-Gegner für das Audi TTS Coupé. 300 PS bei einem Leergewicht von nur 1437 Kilogramm lassen ohnehin keine Zweifel daran aufkommen, dass es sich bei dem Mittelmotor-Coupé von Porsche um einen echten Sportwagen handelt. Der Audi TTS hält mit 310 PS auf recht schlanke 1444 Kilogramm dagegen und will sich im hochoktanigen Duell um die Krone im Segment der kompakten Sportcoupés auf keinen Fall kampflos geschlagen geben. Doch egal, wie sehr gusseiserne Porsche-Traditionalisten auch schimpfen mögen: Der neue Vierzylinder-Boxer mit Turboaufladung ist ein grandioses Stück Technik. Vor allem die ausgeprägte Drehfreude begeistert bei jedem herzhaften Spurt aufs Neue. Ab etwa 3500 Umdrehungen entwickelt der nur zwei Liter große Direkteinspritzer einen beeindruckenden Schub, dem erst bei 7500 Umdrehungen durch den Begrenzer ein jähes Ende bereitet wird. Wie gut der Porsche 718 Cayman tatsächlich im Futter steht, zeigt der Blick auf das Messgerät: In 4,6 Sekunden erreicht der Porsche Cayman 100 km/h, die 200-km/h-Marke fällt nach nur 16,8 Sekunden. Das optionale Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK, mit dem unser Testwagen bestückt ist, präsentiert sich derweil als kongenialer Partner des Motors. Blitzartig zappt es durch die einzelnen Übersetzungen, deren Anschlüsse stets perfekt harmonieren. Die Antriebseinheit des Audi TT S, das in exakt der gleichen Zeit auf Landstraßentempo sprintet, bezieht ihre Faszination maßgeblich aus dem explosiven Voranpreschen aus niedrigeren Drehzahlen. Bereits ab etwa 2000 Touren geht richtig die Post ab. Das ebenfalls aufpreispflichtige Doppelkupplungsgetriebe, das mit sechs Gängen auskommen muss, erweist sich in der Praxis aber als nicht ganz so flink wie das PDK des Cayman. Das Thema Effizienz wird bei beiden Sportlern ähnlich großgeschrieben. Auf unserem Verbrauchszyklus verbrennt der Cayman durchschnittlich 9,6 Liter Super Plus, während sich der TTS mit 9,7 Litern nur unwesentlich mehr Kraftstoff genehmigt.

Video: Porsche 718 Cayman

 
 

Test: Im Handling dominiert der 718 Cayman den TTS

Doch auf der Handlingstrecke lässt der Porsche 718 Cayman dem Audi TTS Coupé trotz ähnlicher Motorleistung keine Chance. Mit einem Vorsprung von rund drei Sekunden lässt der Porsche den Audi auf dem Rundkurs weit hinter sich. Verantwortlich dafür ist vor allem das im Vergleich zum Vorgänger steifere Fahrwerk, das immens hohe Querkräfte verträgt. Die Agilität, mit der sich der Mittelmotor-Sportler in alle Arten von Kehren wirft, sucht in dieser Klasse ihresgleichen. Dank seiner bestechend präzisen wie rückmeldungsfreudigen Lenkung ist das Anpeilen der Ideallinie ein nahezu intuitives Vergnügen. Dabei bleibt der Zweisitzer selbst bei deaktivierter Stabilitätskontrolle im Grenzbereich einfach zu beherrschen und schiebt im Extremfall über die Vorderachse. Übersteuern kennt der 718 nicht, dafür ist seine Traktion schlicht zu gut. Darüber hinaus ist auf die mit 7319 Euro zwar sündhaft teure, dafür aber brutal verzögernde Carbon-Keramik-Bremsanlage allzeit Verlass. Sie verkraftet etliche Turns auf der Rundstrecke, ohne dass sich der Druckpunkt auch nur minimal verändert oder die Bremsleistung nachlässt. Für sich genommen ist auch der Audi TTS auf der Piste ein überaus launiger Begleiter. Zwar fehlt seiner Lenkung das letzte Quäntchen Gefühl, doch die gebotene Stabilität in schnellen Kurven vermittelt dem Fahrer umgehend viel Vertrauen ins Auto. Dank serienmäßigem Allradantrieb bleibt der Bayer stets neutral. Allerdings ist seine Bremsanlage, die im Normalfall gute Verzögerungswerte liefert, schon nach wenigen Runden überfordert, was sich durch ein massives Fading äußert.

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Trotz aller dynamischen Talente lassen sich mit beiden Sportwagen – ein paar Nehmerqualitäten von den Fahrgästen vorausgesetzt – problemlos auch lange Strecken abspulen. Wobei hier jeder seine eigenen Stärken in die Waagschale wirft. So präsentiert sich der Audi TTS als das deutlich leisere Auto. Vor allem der in jedem Geschwindigkeitsbereich omnipräsente Motor des Porsche 718 Cayman kann die Nerven zartbesaiteter Fahrgäste nach einer gewissen Zeit arg strapazieren. Dies gilt umso mehr für unseren Testwagen, der mit der klangstarken Sport-Abgasanlage für 2249 Euro ausgerüstet ist. Sportlich ambitionierte Naturen erfreuen sich dagegen am charismatischen Sound, der nur in niedrigen Drehzahlen entfernt an den seligen Käfer erinnert und nahe der Höchstdrehzahl eine ganz eigene Dramatik entwickelt. Dafür bietet der Cayman den harmonischeren Federungskomfort. Sein mit adaptiven Dämpfern (1428 Euro) bestücktes Fahrwerk spricht sensibler auf kleinere Querfugen und Kanten an als das eher unnachgiebige Setup des Audi, der serienmäßig mit adaptiven Dämpfern an den Start geht. Wirklich schlechte Straßen möchte man den beiden grundsätzlich sehr straff abgestimmten Sportlern indes nicht zumuten.

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Die Karosserie des Audi TTS bietet im Alltag einige Vorzüge

Das Karosserie-Kapitel entscheidet der Ingolstädter eindeutig für sich. Der Innenraum des Audi TTS ist spürbar geräumiger geschnitten als der des vergleichsweise engen Porsche Cayman. Außerdem bietet er den Vorteil von zwei Notsitzen im Fond, wenngleich diese eher als erweiterte Gepäckablage taugen denn als ernsthafte Sitzgelegenheiten. Der Alltagstauglichkeit zuträglich ist ferner, dass sich die Rückbank des Ingolstädters umklappen lässt. Somit passen auch sperrigere Gegenstände in den Kofferraum des Audi, der zudem fast 100 Kilogramm mehr mit auf die Reise nehmen darf. Der Porsche bietet mit 334 Liter Volumen zwar auf dem Papier ein ordentliches Fassungsvermögen fürs Gepäck. Da sich dieses jedoch auf zwei nicht variable Staufächer verteilt, ist der Nutzwert deutlich eingeschränkt. Und auch wenn Porsche den 718 Cayman als neues Einstiegsmodell positioniert, ist der Zweisitzer alles andere als ein preiswertes Vergnügen. So liegt sein Grundpreis zwar nicht wesentlich über dem des TTS, doch die vielen bewertungsrelevanten Optionen des Testwagens reißen ein tiefes Loch in die Kasse. Unterm Strich trennen die beiden Sportler heftige 19.000 Euro voneinander. Dass der Porsche damit das Kostenkapitel verliert, liegt auf der Hand – zumal die Zuffenhausener lediglich zwei Jahre Mobilitätsgarantie (Audi unbegrenzt) bieten und zudem die zu erwartenden Werkstattkosten etwas höher als beim TTS ausfallen. Da hilft dem Cayman auch die vergleichsweise günstige Haftpflichteinstufung nicht weiter. Unser Gesamtfazit lesen Sie unterhalb der Tabelle mit technischen Daten und Messwerten.

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Technische DatenAudi TTS CoupéPorsche 718 Cayman
Zylinder/Ventile p.Z.R4/4; TurboB4/4; Turbo
NockenwellenantriebKetteKette
Hubraum1984 cm³1988 cm³
Leistung
bei
228 kW/310 PS
5800–6200 /min
220 kW/300 PS
6500 /min
Max. Drehmoment
bei
380 Nm
1800–5700 /min
380 Nm
1950–4500 /min
Getriebe6-Gang,
Doppelkupplung
7-Gang,
Doppelkupplung
AntriebAllrad,
permanent
Hinterrad,
mech. Sperrdiff.
L/B/H in mm4191/1832/13384379/1801/1295
Gepäckraum305 l334 l (150 v./184 h.)
0-100 km/h4,6 s4,6s
0-200 km/h17,8 s16,8 s
Höchstgeschw.250 km/h275 km/h
100-0 km/h
kalt/warm
33,8 / 32,8 m31,5 / 31,0 m
Handling1:42,1 min1:39,2 min
Testverbrauch9,7 l SP/100 km9,6 l SP/100 km
Grundpreis49.950 Euro51.623 Euro
Platzierung12

 

 

Unser Fazit

Die komplett neu entwickelte Antriebseinheit und die nachgeschärfte Fahrwerksabstimmung machen aus dem Porsche 718 Cayman einen noch besseren Sportwagen. Auf der Rundstrecke macht er kurzen Prozess mit seinem Kontrahenten. Doch auch abseits der Rennstrecke begeistert der Porsche. So fasziniert sein Triebwerk mit einzigartigem Charakter, der sich durch Drehfreude und außergewöhnlichen Klang offenbart. Trotz aller fahrdynamischen Talente schafft es der Schwabe im Gesamtklassement jedoch nicht, an seinem Widersacher vorbeizuziehen. Dafür ist er schlicht und ergreifend zu teuer. Der Testsieger heißt daher Audi TTS. Das Ingolstädter Designerstück bietet bei ebenfalls hochentwickelter Fahrdynamik durch seine geräumigere Karosserie mehr Alltagstauglichkeit und dank des wesentlich niedrigeren Geräuschniveaus einen besseren Langstreckenkomfort. Wirklich günstig ist aber auch der TTS nicht.

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