Kompaktklasse-Vergleich: Neuer Audi A3 Sportback gegen VW Golf VII Familienduell

05.03.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Ein halbes Jahr nach dem Dreitürer betritt der Audi A3 Sportback die Bühne der Kompaktklasse. Im ersten Vergleichstest muss er sich gegen den ewigen Klassenprimus VW Golf bewähren

Bislang waren die konzerninternen Aufgaben klar verteilt. Der VW Golf ist das Auto für die Masse, der Audi A3 sein feinerer Bruder. Doch mit der siebten Generation des Wolfsburger Bestsellers steckt im Golf so viel Premium wie noch nie, der Abstand zum A3 schmilzt dahin. Auch preislich liegt zwischen den beiden Kompakten nicht mehr die Welt. Für den 150 PS starken Diesel im neuen Audi A3 Sportback verlangen die Ingolstädter 27.200 Euro, der VW Golf 2.0 TDI erleichtert das Konto des Käufers um 26.175 Euro – beste Voraussetzungen also für ein spannendes Familienduell.

 

Karosserie

Als praktischer Sportback bietet der A3 seinen Insassen im Fond zwar deutlich mehr Platz als der beengtere Dreitürer, im Vergleich zum Golf hat er aber dennoch das Nachsehen. Die zweite Sitzreihe wirkt im Audi weniger luftig, großgewachsene Personen nehmen wegen des seitlichen Dacheinzugs zudem eher Kontakt mit dem Dachhimmel auf. Gleiches gilt auf den vorderen Sitzen, auch hier finden die Golf-Passagiere etwas mehr Bewegungsfreiheit. Nahezu Gleichstand herrscht hingegen beim Kofferraum. Im Normalzustand fassen beide Laderäume 380 Liter, erst bei umgelegter Rücksitzbank verschafft sich der Golf einen kleinen Vorteil (1270 zu 1220 Liter). Auch in puncto Variabilität kann der Niedersachse den Bayern ausstechen. Eine umlegbare Beifahrersitzlehne bietet nur er (92 Euro), und die praktische Durchreiche in der Rücksitzbank ist beim Golf im Gegensatz zum A3 Sportback (155 Euro) Serie. Einen ebenen Ladeboden sowie asymmetrisch umklappbare Rücksitzlehnen sind für beide selbstverständlich.

Was die Verarbeitungs- und Materialqualität betrifft, setzt der A3 nach wie vor den Maßstab in der Kompaktklasse. Zwar erreicht auch der Golf ein hohes Niveau, feine Unterschiede wie die hinteren Türverkleidungen aus Hartplastik lassen ihn im Detail aber nicht ganz so hochwertig wirken.

KarosserieMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Raumangebot vorn1007270
Raumangebot hinten1006057
Übersichtlichkeit703940
Bedienung/ Funktion1008889
Kofferraumvolumen1003333
Variabilität1004035
Zuladung/ Anhängelast803536
Sicherheit1508482
Qualität/ Verarbeitung200150152
Kapitelbewertung1000601594

 

Fahrkomfort

Im Gegensatz zum Golf tritt der Audi A3 Sportback mit dem Standardfahrwerk ohne Adaptivdämpfer zum Test an. Damit hat Audi im Vergleich zum Vorgängermodell von Beginn an eine harmonische Abstimmung gefunden, einzig im Stadtverkehr gibt sich das Fahrwerk etwas steifbeinig. Was adaptive Dämpfersysteme zu leisten vermögen, zeigt der VW Golf (990 Euro) eindrucksvoll. Die Federung spricht sensibel an und absorbiert im softesten Modus beinahe schon sänftenartig Unebenheiten aller Art. In den übrigen Komfortdisziplinen fallen die Unterschiede zwischen den zwei Konzernkollegen gering aus. Beide überzeugen mit einem niedrigen Geräuschniveau und angenehmer -kulisse.

Vorn sitzt es sich auf den optionalen, mit einer ausziehbaren Beinauflage ausgestatteten Audi-Sportsitzen einen Tick besser als auf dem enger geschnittenen Golf-Sport-Gestühl (150 Euro), während die größeren Golf-Rücksitzbank auf Dauer bequemer ist.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Sitzkomfort vorn150134136
Sitzkomfort hinten1007270
Ergonomie150130128
Innengeräusche504039
Geräuscheindruck1006464
Klimatisierung503435
Federung leer200146138
Federung beladen200140135
Kapitelbewertung1000760745

 

Motor und Getriebe

In beiden Kompakten pocht das gleiche Herz – der in seiner jüngsten Ausbaustufe 150 PS leistende Zweiliter-TDI. Das Exemplar im Audi A3 Sportback steht allerdings besonders gut im Futter: Mit einem Sprintwert von null auf Tempo 100 in nur 7,6 Sekunden unterbietet er den Golf um sechs Zehntel und die eigene Werksangabe um 1,1 Sekunden. Im Alltag ermöglicht der 320 Nm starke Vierventiler eine sehr entspannte und schaltfaule Fahrweise, gibt seine Leistung homogen über einen weiten Drehzahlbereich ab und überzeugt mit seiner guten Laufkultur. Gleichzeitig zeigt sich der Selbstzünder als sehr sparsame Motorisierung. Mit 5,5 Litern pro 100 km genehmigt sich der VW Golf 2.0 TDI auf der AUTO ZEITUNG-Verbrauchsrunde gar noch ein Zehntel weniger als der A3.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Beschleunigung150111116
Elastizität1007170
Höchstgeschwindigkeit1506565
Getriebeabstufung1008587
Kraftentfaltung503636
Laufkultur1005758
Verbrauch325277275
Reichweite251817
Kapitelbewertung1000720724

 

Fahrdynamik

Dass Audi den sportlichen Part innerhalb der VW-Konzerns einnimmt, wird auf den ersten Metern des Handlingkurses spürbar. Der knackig abgestimmte Sportback lenkt etwas spontaner ein, neigt sich in Kurven weniger zur Seite und geht bei deaktiviertem Stabilitätsprogramm beherzt mit dem Heck mit. Der Golf wirkt eine Spur behäbiger und lässt sich aufgrund seines sehr feinfühligen, nicht abschaltbaren ESP durch nichts aus der Ruhe bringen. Langsam ist der Wolfsburger deshalb allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. Auf der Handlingstrecke erzielt er die gleiche Zeit wie der A3, beim Tanz durch den Slalom ist er sogar marginal schneller, gleichzeitig verlangt er von der Person hinterm Steuer weniger fahrerisches Können. Da er die Kraft in engen Kehren noch effizienter auf die Straße bringt und mit warmer Bremse noch früher steht als der Audi, gewinnt der Golf etwas überraschend dieses Kapitel.

FahrdynamikMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Handling1507777
Slalom1006867
Lenkung1008485
Geradeauslauf503941
Bremsdosierung302021
Bremsweg kalt150106107
Bremsweg warm150111105
Traktion1004542
Fahrsicherheit150135130
Wendekreis201111
Kapitelbewertung1000696686

 

Umwelt und Kosten

Beim Grundpreis trennen beide zwar nur rund 1000 Euro, dafür kommt der VW mit dem 150-PS-TDI mindestens als Golf Comfortline (26.175 Euro) daher. Der hat Goodies wie Leichtmetallfelgen, Parksensoren rundum oder Mittelarmlehnen vorn und hinten bereits serienmäßig an Bord. Annehmlichkeiten, für die A3-Fahrer extra zahlen müssen. Der Audi entschädigt dafür mit dem niedrigeren Wertverlust und kann damit seinen höheren Preis wieder wettmachen. Im Unterhalt liegen die Rivalen nahezu gleichauf.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Bewerteter Preis675212205
Wertverlust502226
Ausstattung252318
Multimedia501924
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201616
Steuer1088
Versicherung403635
Kraftstoff554545
Emissionswerte252222
Kapitelbewertung1000431427

 

Fazit

Die Ausgangslage versprach ein spannendes Duell, das der VW Golf am Ende mit knappem Vorsprung für sich entscheiden kann. Er ist mit seinem adaptiven Fahrwerk das komfortablerer Auto, geräumiger, günstiger und gleichzeitig besser ausgestattet. Der neue Audi A3 Sportback füllt die Rolle des edlen und sportlichen Kompakten glänzend aus. Die Anmutung des schicken Innenraums ist eine Wucht, und auch das MMI-Bediensystem überzeugt in seiner jüngsten Entwicklungsstufe. Dafür ist der A3 etwas enger geschnitten, und sein agiles Handling erkauft er sich mit leichten Abstrichen beim Federungskomfort.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Golf 2.0 TDI BlueMotion TechnologyAudi A3 Sportback 2.0 TDI
Summe500032083176
Platzierung12

Tags:
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