Opel Astra K: Erste Fahreindrücke von der Abnahmefahrt Oh! So leicht?

19.05.2015

Der neue Opel Astra K hat deutlich an Gewicht verloren. Mit neuer Plattform, neuen Motoren und einem modernen Connectivity-Angebot soll der neue Rüsselsheimer wieder tonangebend in der Kompaktklasse sein. Abnahmefahrt

Mehr als 24 Millionen Autos hat Opel von seiner Kompaktklasse, die einst Kadett genannt wurde und seit geraumer Zeit Astra heißt, verkauft. Ohne Zweifel, der Astra ist ein Evergreen. Doch wie das mit Evergreens so ist, kommen sie in die Jahre – und zuletzt lag der Astra, Opels wichtigster Verkaufsschlager, in den Hitlisten nicht mehr ganz vorn. Und doch machte er 2014 immer noch 21 Prozent des gesamten Opel-Volumens aus. Bei Opel ist man sich bewusst, dass beim neuen Astra kaum ein Blech auf dem anderen bleiben darf. Er ist Opels wichtigstes Modell, und nur ein guter Astra verheißt auch eine gute Zukunft.

 

Opel Astra 2015: Neuer Dreizylinder mit tollen Manieren

Die komplett neue Delta-II-Architektur wiegt allein 50 Kilogramm weniger. Weitere Gewichtsreduzierungen bei Fahrwerk und Abgasstrang sowie Detailmodifikationen sollen das Auto mindestens 120 Kilogramm leichter machen. Je nach Motor- und Getriebekonfiguration sollen es sogar 200 Kilogramm werden. Die ersten Prototypen, die die AUTO ZEITUNG exklusiv – auch im Vergleich mit dem noch aktuellen Modell – fahren konnte, machen durchaus einen agileren Eindruck.

Neu entwickelte Motoren, die temperamentvoller und effizienter sind, verstärken den positiven Eindruck. Wir fuhren den 105 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner und den 145 PS leistenden Vierzylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung. Insbesondere der Dreizylinder ist ein richtiger Sahnemotor. Dank Ausgleichswelle läuft er leise, vibrationsfrei und kultiviert.

Motorblock und Zylinderkopf sind aus Aluminium gefertigt. Auf Gasbefehle reagiert er drehfreudig mit einem angenehmen turbinenartigen Klang. Der EU-Verbrauch soll bei ca. 4,8 Litern liegen, die 105 PS verhelfen dem Opel Astra zu akzeptablen Fahrleistungen von bis zu 190 km/h. Der Dreizylinder – es gibt ihn auch mit 95 und 115 PS – macht richtig Spaß und wird sicher einer der meistgeorderten Motoren im Modellprogramm werden.

Mehr Dampf hat der 145 PS starke 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo, der mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe die Kraft überträgt und gute Fahrleistungen offeriert (Spitze: über 220 km/h). Beim Fahren entpuppt sich der Turbo als kernig abgestimmtes Auto. Insbesondere der Langsamfahrkomfort wirkt etwas holprig. Da ist die Ein-Liter-Dreizylinder-Variante weicher gefedert und komfortabler abgestimmt.

Apropos Fahrwerk: Der neue Astra muss ohne das Wattgestänge an der Hinterachse auskommen. Auch eine adaptive Dämpfereinstellung gibt es nicht mehr. Mittels Sportschalter lassen sich jetzt nur noch Gaspedalkennlinie und Lenkung schärfen. Letztere arbeitet aber präzise und mit guter Rückmeldung. Kurven durcheilt der Astra gutmütig, der Grenzbereich kündigt sich dabei durch sanftes Untersteuern an. Zwecks besserer Gewichtsverteilung wurde die Batterie ins Heck versetzt.

 

Opel-Kompaktklasse: Astra bietet rundum viel Platz

Eine weitere Überraschung: Der neue Opel Astra ist in den Außenmaßen deutlich kleiner geworden, was seinen Proportionen aber zugute kommt. Mit 4,37 Meter Länge ist er immerhin 49 Millimeter kürzer. Selbst der Radstand beträgt nun 23 Millimeter weniger. Platzmangel kommt in Opels Kompaktklasse dennoch nicht auf. Der Beinraum vorn ist üppig – auch dank der langen Sitzschienen, die einen großen Einstellbereich der vorderen Sitze ermöglichen. Im Fond reisen selbst Großgewachsene bequem, denn der Astra offeriert genügend Kopffreiheit.

Die Innenbreite für die vorderen Insassen könnte jedoch üppiger ausfallen. Hier fühlt man sich etwas beengt in den ansonsten kommoden Sitzen. Angenehm ist dafür das relativ geringe Geräuschniveau, allerdings konnten wir das noch nicht bei höherem Autobahntempo testen. Positiv fällt zudem die deutlich bessere Übersicht auf. Die Dreiecksfenster sind nun rechts und links in die vorderen Türen integriert und verfügen nur noch über einen schmalen Rahmen statt der riesigen Pfosten des Vorgängers.

Ein Teil der Bedienungselemente war bei den Prototypen noch abgeklebt. Dennoch fiel sofort die separate Klimabedienung – über Schalterleisten – auf. Sonstige Funktionen sind über den Touchscreen einstellbar. Neu ist das Zentraldisplay zwischen den Rundinstrumenten. In puncto Connectivity bietet Opel seinen On-Star-Dienst sowie CarPlay für Apple-Geräte und MirrorLink als Android-Schnittstelle.

In der Lichttechnik setzt Opel schon seit Jahren Akzente. Und so gibt es für den neuen Astra optional  erstmals in der Kompaktklasse das LED-Matrixlicht, bei Opel INTELLILUX genannt, mit automatischer Abblendfunktion. Auf der IAA 2015 in Frankfurt feiert der neue Opel Astra seine Weltpremiere, der Einstiegspreis soll unter 17.500 Euro betragen. Marktstart ist im Oktober.

Unser Fazit

Der neue Astra überrascht positiv. Opel hat die Herausforderung ernst genommen und die Schwächen des Vorgängers eliminiert. Deutlich weniger Gewicht, sparsame und dynamischere Motoren – vor allem der neue Dreizylinder ist eine Wucht – katapultieren den neuen wieder in die Champions League der Kompaktklasse. Mit diesem Astra hat sich Opel eindeutig zurückgemeldet.

Volker Koerdt

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 62,90 Prime-Versand
Sie sparen: 61,09 EUR (49%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,89 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.