Chevrolet Corvette und Porsche 911 Targa im Vergleichstest

Himmelsstürmer

Open-Air-Sportwagen mit großzügiger Dachluke sind etwas aus der Mode geraten.  Zu Unrecht, wie dieser Test mit Corvette und Porsche 911 Targa 4S beweist

Der Volksmund wusste es immer schon besser: Autos mit herausnehmbarer Dachmitte hießen in den Siebzigern Targa, ganz gleich, ob es sich um einen Fiat, Lancia, Ferrari, Lamborghini, Pontiac, Chevrolet oder eben einen Porsche handelte. Dabei dürfen bis heute nur die Zuffenhausener ihre „Sicherheitscabriolets“ – als solches debütierte 1965 der erste 911 Targa – mit Fug und Recht so nennen. Auch wenn der Targa schon lange kein Targa im ursprünglichen Sinn mehr ist. 1995 kam der 911 Targa der Baureihe 993 mit einem neuen, bis heute gültigen Konzept: Ein großes Glasschiebedach ersetzte das schwarze Dachteil. Die aktuelle Version gibt es nur mit Allradantrieb, zu diesem Vergleichstest angetreten als 4S mit dem neuen PDK-Getriebe, mithin ein Porsche Targa zu einem stolzen Grundpreis von 108855 Euro – plus 3510 Euro für das optionale Doppelkupplungsgetriebe.

Für rund 40000 Euro weniger bietet die Corvette ein ähnliches Konzept. Die amerikanischen Autobauer setzen es allerdings etwas traditioneller um: Bei der Cor-vette wird nach wie vor das Dachmittelteil entriegelt und komplett entfernt. Und der Corvette-Käufer hat keine Wahl. Die C6 mit 437 PS gibt es nur mit der losen Dachmitte oder als Cabrio.

Karosserie

Die Traditionsverbundenheit der Corvette-Erbauer hat viele Vorteile. Einer davon ist, dass der amerikanische Achtzylinder-Sportler ein weitaus intensiveres Offenfahrgefühl bietet als sein schwäbischer Sechszylinder-Konkurrent. Die zwei Spannhebel am Scheibenrahmen sind schnell gelöst, und schon lässt sich das Dach aus der Verankerung heben und im Kofferraum verstauen. Allerdings sollte man die Operation besser zu zweit vornehmen. Das Dachmittelteil ist zwar nicht besonders schwer, aber sehr groß und sperrig.

Beim Porsche beschränkt sich der Einsatz der Besatzung auf einen Knopfdruck am oberen Scheibenrahmen. Das Glasdach fährt zurück und hinterlässt eine Dachöffnung, die zwar kaum größer ist als ein normales Schiebedach, aber viel Licht und Luft in den halboffenen Elfer lässt. Der Rest des Karosseriekapitels geht an den 911. Vor allem wegen seiner durchdachteren Bedienung, der überlegenen Qualität – auch wenn die Corvette in dieser Disziplin aufgeholt hat – und der umfangreicheren Sicherheitsausstattung sammelt der Klassiker aus Zuffenhausen mehr Punkte als der aus Bowling Green, Kentucky.

KarosserieMax. PunktePorsche 911 Targa 4SCorvette C6
Raumangebot vorn1006061
Raumangebot hinten100150
Übersichtlichkeit704032
Bedienung/ Funktion1008570
Kofferraumvolumen100028
Variabilität10050
Zuladung/ Anhängelast80127
Sicherheit1508464
Qualität/ Verarbeitung200194170
Kapitelbewertung1000495432
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Bilder: Porsche 911 Targa 4S

Porsche 911 Targa 4S

PS/KW 385/283

0-100 km/h in 4.60s

Allradantrieb, permanent, 7 Gang Automatik

Spitze 295 km/h

Preis 108.855,00 €

Bilder: Corvette C6

Corvette C6

PS/KW 436/321

0-100 km/h in 4.70s

Hinterrad, 6 Gang manuell

Spitze 300 km/h

Preis 65.290,00 €