Smart Vision EQ: IAA 2017 Smart zeigt Vision EQ in Frankfurt

von Thomas Geiger 08.09.2017

Smart zeigt mit dem Vision EQ auf der IAA 2017 eine Studie zum autonomen Fahren, die gleichzeitig ein erweitertes Carsharing-Modell ermöglicht. Und die Schwaben zetteln eine weitere Revolution im Cockpit an: Der Smart Vision EQ kommt ohne Lenkrad und Pedale aus.

Auf der IAA 2017 (14. Bis 24. September) in Frankfurt zieht Smart das Tuch vom Vision EQ und zeigt damit eine gar nicht mehr so ferne Vorstellung davon, wie demnächst der völlig autonome Fortwo mit Elektroantrieb durch die Städte surren, Car2Go-Kunden einsammeln und ohne deren Zutun ans Ziel bringen will. Mit dem Vision EQ rüttelt Smart also weiter an den Grundfesten des automobilen Weltbilds. Denn nachdem der Bonsai-Benz erst das Verhältnis von Größe und Raum gesprengt und dann mit Carsharing das Eigentum abgeschafft hat, wollen die Schwaben bald auch noch den Fahrer entmachten. Dafür bricht der Smart Vision EQ auch mit dem letzten Tabu: "Das wird unser erstes Auto ohne Lenkrad und Pedale", sagt Produktmanager Rouven Remp und lenkt den Blick auf eine gläserne Knutschkugel, die außen zwar mit 2,69 Metern genau so klein ist wie der aktuelle Smart Fortwo, innen aber durch das weit nach vorne gerückte Cockpit noch mehr Platz bietet und mit den riesigen Glasflächen sehr viel luftiger wirkt. Auch deshalb sind selbst die kreisrunden Türen, die sich in einer Drehbewegung elektrisch nach hinten öffnen, aus transparentem Kunststoff konstruiert. Wenn sie beim stehenden Fahrzeug nicht gerade elektronisch eingetrübt sind und von hinten über einen Beamer mit Werbung oder Nachrichten bespielt werden, sieht man durch sie in einen Innenraum, der gleichermaßen einfach und einladend ist: Es gibt ein bequemes Loungesofa, ein paar pfiffige Ablagen und unter der Frontscheibe einen großen Touchscreen, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite spannt. Bedienelemente sucht man im Smart Vision EQ dagegen vergebens. "Gesteuert wird der Smart von übermorgen alleine über das Smartphone", erläutert Remp.

Smart Vision EQ im Video:

 
 

Smart Vision EQ kommt zur IAA 2017

Während Mercedes das autonome Auto mit Studien wie dem F015 zum Luxusgut macht, das dem Manager von Morgen Privatsphäre und Freizeit garantiert, steigt der Smart Vision EQ in den Markt der Robo-Taxen ein, den Analysten in rosigen Farben malen. Nicht umsonst prognostiziert zum Beispiel Goldman Sachs bis zum Jahr 2030 für autonome Flotten ein Geschäftsvolumen von 220 Milliarden Dollar. Zugleich ist der Smart Vision EQ die blechgewordene Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie CASE: "Wir geben den Themen ein Gesicht, mit denen Mercedes-Benz Cars die Vorstellungen von zukünftiger Mobilität beschreibt", sagt Smart-Chefin Annette Winkler mit Blick auf die Megatrends Connected, Autonomous, Shared und Electric. Nachdem Car2Go-Nutzer bislang im Schnitt immerhin bereit sind, 300 Meter bis zum nächsten freien Auto zu laufen, können sie ihren Smart Vision EQ jetzt auf Knopfdruck kommen lassen und müssen einer intelligenten Steuerung sei Dank selten länger als zwei Minuten darauf warten. Aus den Erfahrungen mit den konventionellen Car2Go-Flotten haben die Schwaben mittlerweile einen Algorithmus entwickelt, der sehr genau vorhersagen kann, wann und wo ein Auto benötigt wird.

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Intelligentes Carsharing mit Smart Vision EQ

Fährt der Smart Vision EQ heran, begrüßt er seinen Fahrgast über das große Display anstelle des Kühlergrills freundlich mit Namen, lässt die Türen aufsurren, legt die im Profil gespeicherte Lieblingsmusik auf oder spielt den Rest des zuletzt gesehen Films ein und fährt nach dem Einsteigen automatisch wieder los – denn auch das Ziel hat der Fahrgast schon bei der Buchung eingegeben. Die Reichweite der Akkus im einstigen Kofferraum hat Smart auf etwa 250 Kilometer ausgelegt, wobei induktive Ladestationen in den Wartezonen dafür sorgen sollen, dass die Autos immer Einsatzbereit sind. Und weil Daimler die Idee vom Carsharing etwas weiterdenkt, sammelt der Smart Vision EQ während der Fahrt auf Wunsch andere Mitfahrer mit einer ähnlichen Route ein. Damit man weiß, auf was oder wen man sich dabei einlässt, sieht man vorher auf dem großen Display im Cockpit wie bei einer Dating-App ein ziemlich detailliertes Profil seines möglichen Reisegefährten – samt Foto, musikalischer Vorlieben und weiterer persönlicher Präferenzen. Doch hier sind die Designer natürlich auf eine gewisse persönliche Distanz bedacht: Sobald ein zweiter Fahrgast zusteigt, surrt deshalb elektrisch eine Armlehne aus der bequemen Lounge-Liege und schafft so zumindest die Illusion von Privatsphäre.

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